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Rossi

Administrator

Location: Bad Dürkheim

Societies: VFWKWB, VFFOW

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41

Wednesday, January 24th 2007, 10:56pm

Benny,
ich will keineswegs behaupten, dass nur an den Universitäten wissenschaftlich gearbeitet wird. Ich sehe es eher andersrum, dass eben an Universitäten auch nicht-wissenschaftlich gearbeitet/ausgebildet wird.
Ein Thomas Edison beispielsweise hat nie eine Universitätsbank gedrückt, aber Grundlagenforschung par excellence betrieben.

Den Brockhaus habe ich leider nicht hier, nur die Enzyclopedia Britannica.
Demnach definiert sich Wissenschaft neben der Verknüpfung zwischen Forschung und Lehre - die in der Ahnenforschung auch nicht immer gegeben sind - neben den von dir erwähnten Theorien bzw. Hypothesen über:
- die Methodik respektive einen methodischen Konsensus,
- die Verallgemeinerungsfähigkeit
- allgemeine Nachprüfbarkeit
- Originalität
Spätestens wenn du bei der Originalität angelangt bist, beginnt bei einigen Hilfs- oder auch Geisteswissenschaften das Gebäude zu wackeln. Bei der Geschichtswissenschaft beispielsweise hast du die Originalität immernoch darin, dass du vergangene Ereignisse interpretierst und diskutierst. Spätestens bei Jura mag dir auch das schwerfallen, in dem Fall wird man eher dazu verführt, Definitionen des Handwerks (Erlerntes im Beruf anzuwenden) zu verwenden.

Du kannst natürlich auch talbula rasa machen und alles Wissenschaft nennen, was im entferntesten mit Forschung, heisst methodischer Arbeit sowie dem Überprüfen von Theorien zu tun hat, damit führst du di Diskussion aber ad absurdum, dann ist ein Bäcker auch ein Wissenschaftler, faktisch jeder.

Rossi

Benny

Trainee

Location: Emden/Ostfriesland

Societies: UG

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42

Wednesday, January 24th 2007, 11:29pm

Hallo,

ich kenne die Arbeitsweisen von Juristen nicht. Ich vermutete eine Art Forschung, wie sie auch in den Geisteswissenschaften möglich ist.

Die Originalität ist in den Geschichtswissenschaften nur so lange gegeben, wie wir Schriftstücken Glauben schenken und uns an die Konventionen halten, die allgemein definiert sind. Würde man wiederum an den Konventionen Kritik üben, was auch durchaus berechtigt ist, hätte wir kaume eine Originalität. Was wäre denn sicher? Welche Daten kann man glauben? Was ist gefälscht. Es gäbe dann nur die wirkliche sicheren Daten und Namen. Alles andere könnte man anzweifeln.

Die Hist. Hilfswissenschaften versuchen da den Ansatz: Überprüfen, was wahr ist, und wo die Fälschung vorliegt. Sicherlich kann man hier kein 100 % Ergebnis erwarten.

Ich sehe daher diese Hilfswissenschaften eher als ein Mittel zur Überprüfung und Ermittlung der "Wahrheit". Sicherlich wäre es töricht zu behaupten, dass alles Forschung ist. Vieles ist da sicherlich nur "handwerkliche Arbeit".

Aber warum sollten wir uns der Meinung von Maternus nicht anschließen, und uns alle als (Laien-)Forscher bezeichnen? Ich würde den Schritt wagen und jeden, der sich Problemen stellt und auch Theorien und Lösungsansätze bietet durchaus als Forscher bezeichnen.

Gruß

Benny

Rossi

Administrator

Location: Bad Dürkheim

Societies: VFWKWB, VFFOW

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43

Thursday, January 25th 2007, 12:15am

Was die Originalität angeht: wenn du dafür absolute Sicherheit bzw. Glaubwürdigkeit voraussetzen würdest, wäre die bei wohl keiner Naturwissenschaft gegeben. Die Unabgeschlossenheit, Unfertigheit und die "Löcher" sind ein Charakteristika zumindest aller Naturwissenschaften.

Die Originalität sagt eigentlich nur aus, dass deine Erkenntnisse per se neu sein müssen. Bei dem "Wie ich zu meinen Erkenntnissen komme", müssen wieder die anerkannten Methodiken, Hypothesen und Theorien greifen.

Was die Hilfswissenschaften angeht: ich lasse mich wesentlich lieber als Forscher bzw. Ahnenforscher bezeichnen als als Hilfswissenschaftler. Eine Hilfswissenschaft ist eine reine Zuträgerarbeit, definiert als Aufbereitung bereits vorhandener Quellen/Fakten/Unterlagen. Da fehlt mir das Verknüpfen von Informationen. Irgendwie stosse ich mich an dem Begriff.
Ich sehe auch in der Gegenüberstellung "Hilfswissenschaftler" (für mich das genealogische Unwort des Jahres) und "Forscher" eine große Diskrepanz. Der Forscher gewinnt neue Erkenntnisse, schon alleine darin, indem ihm beispielsweise das Studium von Kirchenbüchern ermöglicht, Personen zu einer Familie zu verknüpfen. Der Hilfswissenschaftler trägt nur zusammen.

Was Maternus' Beitrag angeht: da stimme ich ihr voll zu. Ich will auch keineswegs die Arbeit der Ahnenforscher abqualifizieren.

Irgendwie hat das für mich ein bisschen mit Mengenlehre zu tun. Ein Wissenschaftler ist zwar auch ein Forscher, aber ein Forscher deswegen nicht zwangsläufig ein Wissenschaftler.
Ein Akademiker wiederum muss weder unbedingt Forscher noch Wissenschaftler sein, ein Forscher muss wiederum nicht unbedingt Akademiker sein (Beispiel Edison).

Rossi

bebosta

Unregistered

44

Monday, January 29th 2007, 12:49pm

RE: eMails an Behörden

Quoted

Original von Bonzhonzlefonz
Hallo Bebosta,

bitte schreib hier dann mal über Deine Erfahrungen. Es ist ja für uns alle interessant zu wissen, ob Du erfolgreich warst.


Hallo Jens
Auf meine e-Mail die ich vor einigen Wochen an das Standesamt schrieb habe ich nun Antwort bekommen.Mit der Mitteilung, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes die Unterlagen 8 Monate nicht zugänglich waren. Es wurde ein Schimmelbefall festgestellt. Ich wurde gebeten mich noch einige Monate zu gedulden.Ich sehe es positiv meine Spannung steigt.
:banana:

L.G. bebosta

Location: Neu Wulmstorf

Societies: GGHH

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45

Monday, January 29th 2007, 5:49pm

RE: eMails an Behörden

Na bitte, das hört sich doch schon mal ganz gut an.

Allerdings: Das Ratzeburger Domarchiv wurde vor einigen Jahren wegen Schimmelbefall geschlossen, sollte renoviert werden, ist aber dann nie wieder geöffnet worden. Dort war der Schimmelbefall nur ein Vorwand für die Rationalisierung. :sauer:

Messlatte

Trainee

Location: Thüringen

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46

Wednesday, January 31st 2007, 10:06pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Hallo zusammen!

Hier mal meine Erfahrungen zum Thema.
Im April letzten Jahres schickte ich mal eine Mail mit einer Anfrage zu einer Dokumentation an den MDR. Ich erhielt auch einen Lesebestätigung. Als ich Ende November immer noch keine Antwort hatte, fragte ich noch einmal nach. Siehe da, ein paar Tage später erhielt ich eine Antwort von einem der zwei Redakteure der Sendung.
Für mich war damals klar, dass eine Mail unbeantwortet im Postfach vergessen werden kann. Einem Brief kann das auch passieren, aber er liegt auf einem Stapel auf dem Schreibtisch und stört vielleicht.
Dieses Thema war für mich Anlaß, es doch einmal mit einer Mail an ein Pfarramt zu versuchen. Die Mailadresse hatte ich aus dem Netz. Grund war die Anfrage , wohin mit einer Spende. Abgeschickt am 20.01. gelesen am 21.01. und bis zum 28.01. keine Antwort. Am 29.01. habe ich dort einfach mal angerufen. Die Dame am anderen Ende der Leitung war über meine Absicht wirklich begeistert - per Telefon erfuhr ich Kontonummer ect-.
Eine Rückfrage nach meiner Mail konnte ich mir jedoch nicht verkneifen. Die Antwort dazu war eher ausweichend.
Also ist man nicht überall über eine Mail begeistert, was ich nicht verstehen kann. Man sollte doch eigentlich nur seine Adresse ins Netz stellen, wenn man auf diesem Wege kostensparend korrespondieren möchte. Oder was meint Ihr dazu ?

Abschließend möchte ich noch allen eine Frage beantworten. Jede Mail war höflich und wohl durchdacht formuliert, halt wie man einen Brief an die entsprechen Stelle schreibt

Gruß Messlatte.

This post has been edited 1 times, last edit by "Messlatte" (Jan 31st 2007, 10:07pm)


sebastian

Unregistered

47

Wednesday, January 31st 2007, 10:49pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Viele geben bestimmt bloß Ihre Mail Adresse mit auf die Internetseite weil sie eine haben. :rolleyes:

Bin auch der Meinung, wenn eine E-mail Adresse angegeben ist sollte man die auch beantworten.

gruß, basti

Rossi

Administrator

Location: Bad Dürkheim

Societies: VFWKWB, VFFOW

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48

Friday, February 2nd 2007, 5:31pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Quoted

Originally posted by Messlatte
Die Dame am anderen Ende der Leitung war über meine Absicht wirklich begeistert - per Telefon erfuhr ich Kontonummer ect-.
Eine Rückfrage nach meiner Mail konnte ich mir jedoch nicht verkneifen. Die Antwort dazu war eher ausweichend.
Also ist man nicht überall über eine Mail begeistert, was ich nicht verstehen kann.


Eine andere Erklärung, die ich dafür habe, ist, dass man einer Mail eher "misstraut". Gerade Menschen, die mit diesem Medium noch nicht so viel Erfahrung haben.
Da schreibt denen dann einer, der Geld spenden will und die Kontonummer wissen will...
Kurz vorher sieht man dann noch im TV einen Bericht über Phising-Attacken und ähnliche Methoden zwielichtiger Gestalten, an das Geld der Internetnutzer zu kommen und so findet eins zum anderen.

Rossi

sylerl

Unregistered

49

Saturday, February 3rd 2007, 6:29pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Hallo,

ich habe zwar bisher noch nicht an Pfarrämter gemailt, aber durchaus schon mit Standesämtern.

Es ist immer positiv verlaufen, innerhalb von kurzer Zeit kamen die gewünschten Urkunden.

Einmal ist es mir umgekehrt passiert, ich hatte einen Brief mit der gelben Post geschickt und dort auch meine Email-Adresse angegeben. Der nette Herr vom Standesamt hatte mir auch gleich per Mail geantwortet. Leider hatte ich meine Email-Adresse falsch geschrieben :(

LG
sylerl

Messlatte

Trainee

Location: Thüringen

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50

Sunday, February 4th 2007, 4:07pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Hallo Rossi!

Ich teile Deine Gedanken, zumal in regelmäßigen Abständen all unsere Postfächer mit Müll bombardiert werden.

Quoted

Originally posted by Messlatte
Abschließend möchte ich noch allen eine Frage beantworten. Jede Mail war höflich und wohl durchdacht formuliert, halt wie man einen Brief an die entsprechen Stelle schreibt


In einem entsprechenden Schreiben von mir stehen immer vollständige Anschrift und Telefonnummer (für Rückfragen).

Quoted

Original von Rossi

Da schreibt denen dann einer, der Geld spenden will und die Kontonummer wissen will...

Rossi


Gut ich gebe zu, ich bin nicht die Wohlfahrt und spende jedem und auch nicht täglich.
Allerdings dacht ich, den Grund meines Ansinnens gut erklärt zu haben. Irren ist eben menschlich, sprach der Igel nach dem Stich an der Klobürste.

Bisher war ich doch auch ein Fan von guten alten Brief und die Erfahrungen damit waren auch sehr gut damit. Wenn natürlich so ein Thema wie hier diskutiert wird, da muß ich doch mit und so entstand die Geschichte mit der Mail an das Pfarramt.
Ich denke doch, dass ich mit einem Anruf dort alles aufklären konnte und der Pfarrer einen bessere Meinung zu einer Anfrage per Mail bekommt. So ganz nebenbei erfuhr ich doch die Kontonummer und inzwischen dürfte das Geld auch schon dort sein.
Viele Grüße
Messlatte

Maternus

Moderatorin

Location: Berlin

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51

Sunday, February 4th 2007, 4:43pm

RE: eMails an Behörden und Pfarrämter

Irren ist eben menschlich, sprach der Igel nach dem Stich an der Klobürste.
.
.
.
Hallo Messlatte,

=) =) =)...den kenne ich etwas anders:
Irren ist menschlich, sprach der Igel und stieg von der Drahtbürste!
=) =) =)
...ist immer wieder ein Lacher!

Grüße von Maternus :D
"Wissen ist Macht" (Heinrich Barth März 1850)
Nüscht wissn, macht aba ooch nüscht! (der Berliner)
Je mehr man weiß, desto weniger weiß man nichts! (Ich)

bebosta

Unregistered

52

Friday, January 25th 2008, 10:24pm

Emails an Pfaarämter

Hallo Liebe Ahnensucher
Wollte euch nur kurz mal mitteilen, dass ich vom Standesamt Berlin eine nette Email bekommen habe.
Hat zwar lange gedauert ihr wißt ja Schimmelbefall, aber sie haben geantwortet.
Nun wissen wir auch , dass es nette Leute beim Standesamt gibt.
Aber leider ohne Erfolg.
;) Na ja ,werde weiter suchen.
L.G: bebosta

krischan

Trainee

Location: oberursel

Societies: (noch) keine

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53

Saturday, January 26th 2008, 9:21am

es gibt auch lobenswerte ausnahmen. beispielsweise aus baden-würtemberg. ich bekam auf eine anfrage bei einem pfarramt in adelsheim eine nachricht, dass die gemeinde personalprobleme hat und die bearbeitung der anfrage ein bisschen dauern kann. in einem anderen fall beim pfarramt in gaiberg meldete sich ein paar tage später eine freie mitarbeiterin, die als rentnerin die nachforschungen als hobby bearbeitete, selber kein honorar wollte und nur für eine spende zur reparatur der kirche erbat.

es geht also auch anders,

meint
krischan

54

Wednesday, August 13th 2008, 8:09am

Die Beiträge sind zwar schon etwas älter und ich habe sie auch nur überflogen... trotzdem will ich meine Erfahrung schildern:

Bislang habe ich noch keinen einzigen Brief geschrieben. Alle Anfragen an Archive, Pfarrämter, Kirchen etc. habe ich per Mail verschickt. Alle Mails wurden in der Regel innerhalb von 7 bis 14 Tagen, manchmal noch schneller, manchmal erst nach einem Monat stets freundlich beantwortet. Die Qualität/Quantität der Auskunft hing immer von der jeweiligen Quellenlage ab, mal kam mehr, mal kam weniger. - Meiner Ansicht nach spielt es keine Rolle ob man per Mail oder Briefpost schreibt. Viel wichtiger sind die obligatorischen Höflichkeitsformen, präzise Fragestellungen und hinterher ein ordentliches Dankeschön.

In diesem Sinne: :computer: