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rocco

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1

Donnerstag, 29. November 2012, 09:27

Hohe Kindersterblichkeit 1894 / Lokal begrenzte Epidemie?

Hallo liebe Mitstreiter,

bei der Durchsicht der Sterbebücher meines Heimatortes Löschenrod stach mir folgendes ins Auge:

Von Mai bis Juli 1894 starben insgesamt sieben der 21 zwischen 1892 und 1894 geborenen Kinder, deutlich mehr als in den anderen Jahren.

Ältere Kinder oder Erwachsene waren scheinbar nicht betroffen.

Auch im Nachbarort Eichenzell verhielt es sich im gleichen Zeitraum ähnlich.

Hat jemand von Euch vielleicht eine Erklärung?

Zum Vergleich: Im Jahr 1893 starb niemand ! in meinem Ort.

VG

Rocco

http://www.bilder-hochladen.net/files/h24q-t-6ea9-jpg.html
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »rocco« (29. November 2012, 09:52)


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2

Donnerstag, 29. November 2012, 09:52

Moin Rocco,

das könnte schon sein das dort vielleicht die Ruhr grassierte, da aber in dem KB-Auszug keine Angaben zu der Todesursache gibt wird es wohl Spekulation bleiben ob Epedemie ja oder nein. Ist denn das KB aus dem Nachbarort besser geführt bzw. gibt es dort Angaben zu den Todesursachen?

Gruss
Harald
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VG vom Deisterrand :thumbup:
Harald

rocco

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3

Donnerstag, 29. November 2012, 09:54

Hallo Harald,

leider wurden auch im Nachbarort keine Angaben zur Todesursache notiert.

VG

Rocco

http://www.bilder-hochladen.net/files/h24q-u-3417-jpg.html
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rocco« (29. November 2012, 10:09)


rotraud

Moderatorin

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4

Donnerstag, 29. November 2012, 22:58

Ich habe die Standesamtsnachrichten meines Heimatortes aus dieser Zeit bearbeitet. Dabei habe ich immer mal wieder solche Häufungen von Todesfällen im Kindesalter gefunden. Leider waren die Todesursachen nicht angegeben und im redaktionellen Teil gab es keine Hinweise auf eine Epedenie. Trotzdem glaube ich, dass es sich um Kinderkrankheiten wie z.B. Diphterie handelte, zumal manche Familien mehrere Kinder innerhalb weniger Tage verloren und manchmal schienen bestimmte Bauerschaften mehr als andere betroffen zu sein.
Der fehlende Bericht dazu weist mir darauf hin, dass die Kindersterblichkeit im ausgehenden 19.Jahrhundert noch enorm hoch war und solche Epedemien praktisch zum Alltag gehörten und alle paar Jahre auftraten. Dabei kann es sich um verschiedene Krankheiten gehandelt haben, wobei an der Ruhr auch oft Erwachsene starben.

rocco

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5

Freitag, 30. November 2012, 09:15

Hallo Rotraud, Hallo Harald,

vielen Dank für Eure Antworten.

Man wird es wohl nicht lösen können, zeigt aber, mit welch großen Problemen unsere Altvorderen zu kämpfen hatten.

Von daher werde ich es auch sicherlich in der Chronik erwähnen (wenn ich irgendwann zur Fertigstellung gelange).

Ein weiterer Beweis, dass der Satz "Früher war alles besser" unsinnig ist.

"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen." (Churchill)

VG

Rocco
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Rossi

Administrator

Wohnort: Bad Dürkheim

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6

Freitag, 30. November 2012, 17:18

Hallo Rocco,
hast du dir mal die Wetterdaten aus dieser Zeit in dieser Region angesehen?

So kann zum Beispiel ein verregneter Sommer zu einer Missernte führen, diese zu einem schlechten Ernährungszustand und höherer Kindersterblichkeit.

Viele Grüße,
Rossi