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TK89

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  • »TK89« ist der Autor dieses Themas

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Montag, 23. April 2018, 13:00

Eheeintrag gibt Rätsel auf: Geänderte Schreibweise des Nachnamens

Meinen Großvater väterlicherseits habe ich nie kennen gelernt, da er schon vor meiner Geburt gestorben ist. Von ihm hieß es in der Familie, seine erste Frau sei denn im Krieg "verloren gegangen" und er habe dann nach dem Krieg (1947) noch einmal geheiratet, nämlich meine Großmutter.
Ich habe mir bereits vor zwei Jahren vom Standesamt eine Kopie vom Eheregistereintrag meiner Großeltern schicken lassen, und darin fand sich unter "Vermerke über frühere oder spätere Ehen" tatsächlich einen Hinweis auf eine "1. Eheschließung" mit Datum (1942) und Standesamt (Berlin-Steglitz) aber ohne Nummer, ohne Namen der ersten Ehefrau und ohne Angabe, warum die Ehe nicht mehr besteht.
Ich war mir nicht sicher, ob die Angaben reichen, um aus Berlin eine Kopie des Eintrags dieser ersten Ehe zu bekommen und ob ich überhaupt Auskunft bekomme, wenn ich nur mit einem der Ehepartner verwandt bin. Nachdem ich nach zwei Jahren Pause die Ahnenforschung wieder aufgenommen habe (wenn auch nur auf Sparflamme), habe ich vor ca. zwei Monaten einfach mal beim jetzigen "Standesamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin" angefragt.
Heute ist dann tatsächlich sehr zu meiner Freude endlich eine Kopie des Eheregistereintrags angekommen. :)
Allerdings dachte ich erst, sie hätten mir den falschen Eintrag geschickt, denn die Angaben passen nicht wirklich zu denen, die ich aus dem zweiten Eheeintrag und dem Sterbeeintrag habe.
Dass der Unteroffizier dann 1947 als Versicherungskaufmann heiratete und schließlich 1984 als Verwaltungsangestellter starb, scheint mir angesichts des geschichtlichen Hintergrundes nicht ungewöhnlich. Dass er 1942 römisch-katholisch, 1947 hingegen evangelisch und 1984 lutherisch war, scheint mir dagegen schon ungewöhnlicher zu sein, da aber beide Frauen, die er heiratete, evangelisch waren, kann ich mir vorstellen, dass er irgendwann zwischen den beiden Hochzeiten zur evangelischen Kirche übertrat. Was mich jedoch am meisten irritiert hat, ist, dass der Familienname anders geschrieben wird, nämlich mit j statt mit y!
Doch Geburtsdatum, Geburtsort und Vornamen stimmen überein, es gibt also keine Zweifel, dass es sich um meinen Großvater handelt.
So habe ich einige neue Erkenntnisse gewonnen: Die erste Ehe wurde 1947 vom Landgericht Hannover geschieden, einige Monate vor der zweiten Hochzeit und nach weniger als fünf Jahren. Dennoch ging aus der Ehe (mindestens) eine Tochter hervor. Außerdem wurde mein Großvater offensichtlich unehelich geboren, sein Vater ist zumindest bei der Heirat nicht angegeben.
Es bleiben jedoch einige Fragen:
  • Wie kann es sein, dass sich die Schreibweise des Namens ändert? 100 Jahre früher hätte es mich nicht gewundert, aber in den 1940ern sollte die Schreibweise doch eigentlich schon längst festgelegt sein? Selbst wenn er 1947 keine Papiere mehr hatte (im Krieg ist sicher einiges verloren gegangen), wie er sich selbst schrieb, wird er doch gewusst haben?
  • Warum wurde die Scheidung erst 1996 eingetragen? Dass ein Standesamt in Berlin in der Nachkriegszeit nicht unbedingt die Information über eine Scheidung in Hannover bekam, kann ich mir durchaus vorstellen. Aber wer oder was könnte veranlasst haben, das dann fast 50 Jahre später nachzuholen?
  • Warum ist der Tod meines Großvaters 1982 nicht als Randvermerk eingetragen, der seiner Exfrau 2011 hingegen schon? Hat das Berliner Standesamt ebenfalls keine Nachricht davon bekommen?

Lohnt es sich, beim Standesamt deshalb nachzufragen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TK89« (23. April 2018, 14:08)


Watf

Mitglied

Wohnort: Baden-Württemberg

Vereine: CompGen e.V

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2

Montag, 23. April 2018, 13:24

Hallo TK89,
Lohnt es sich, beim Standesamt deshalb nachzufragen?

Ja aber sicher! Und frag am besten gleich, falls noch nicht geschehen, nach einer eventuell auch noch vorhandenen Sammelakte! Wenn diese vorhanden ist, Kopien aller Dokumente beantragen!

Und Glückwunsch für zu deinem Erfolg! Ich hatte einen ählichen Fall mit meinen Großeltern aus Berlin :) Hatte gar keine Daten, außer die Namen :-/ Zu den Daten bin ich erst durch einen älteren Gerichtsbeschluss gekommen. Also versuche auch an die eventuell noch vorhandenen Scheidungsunterlagen zu kommen. Einen Versuch ist es immer wert!.

Weiterhin viel Erfolg!

MfG Watf

Henriette52

Moderatorin

Wohnort: Im Lauenburgischen

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3

Montag, 23. April 2018, 14:15

Hallo TK89,

das Scheidungsurteil sollte in der Sammelakte zur zweiten Eheschließung enthalten sein, also lohnt es sich allemal,
diese anzufordern.
Viele Grüße
Henriette :)

TK89

Mitglied

  • »TK89« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Niedersachsen

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4

Dienstag, 24. April 2018, 14:33

Danke euch beiden für die Antworten! :)

Ich habe selbst schon an die Sammelakten gedacht, hätte jetzt spontan aber beim Standesamt in Berlin nachgefragt, weil der dortige Eintrag ja informativer ist und dort auch die Scheidung eingetragen ist (wenn auch mit 50-jähriger Verspätung).

Aber es macht wohl tatsächlich mehr Sinn, beim Standesamt der zweiten Eheschließung (Standesamt Sulingen) anzufragen. Dort wird man sicherlich einen Nachweis verlangt haben, dass die erste Ehe, von der man ja wusste, nicht mehr besteht. Und das Scheidungsurteil ist aus Hannover, also also aus Niedersachsen, nicht etwa aus Berlin, und außerdem erst kurz vor der zweiten Ehe ergangen. Also spricht alles dafür, dass es in Sulingen vorgelegen hat und hoffentlich noch in der dortigen Sammelakte vorhanden ist.

Warum sich der Name geändert hat, werde ich daraus wahrscheinlich auch nicht erfahren, aber immerhin wird es vielleicht einige Hintergründe zur Ehe und zu den Gründen der Scheidung.

Ebenso wird man mir natürlich nicht sagen können, warum der Eheeintrag in Berlin hinsichtlich der Scheidung so verspätet und hinsichtlich der zweiten Ehe und des Todes meines Großvaters unvollständig ist, wird man mir da natürlich auch nicht sagen können. Vielleicht schreibe ich dafür noch eine formlose Anfrage ans Berliner Standesamt, auch wenn die dort wahrscheinlich wichtigeres zu tun haben. Aber mehr als in die "Rundablage" werfen können sie es ja nicht. Aber letztendlich wird es wohl darauf hinauslaufen, dass der Informationsaustausch zwischen den Standesämtern selbst heutzutage nicht immer so reibungslos läuft wie er sollte. Der Tot meiner Großmutter ist in deren Geburtseintrag auch nicht nachgetragen.

Und immerhin hat dieser Eintrag mich jetzt schon ein Stück weitergebracht, habe ich jetzt doch auch nicht nur den Namen seiner Mutter, sondern sowohl für ihn als auch für seine Mutter Geburtsdatum und sogar Standesamt mit Nummer. Da weiß ich, wo ich als nächstes ansetzen kann. Den Vater werde ich allerdings wohl nie herausfinden, der "Mannesstamm" ist damit zu Ende. Schade, aber da habe ich eh nicht so viel Wert drauf gelegt, und der Name ist (wenn auch in anderer Schreibweise) ja über die Mutter weiterzuverfolgen. :)