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Gunny

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  • »Gunny« ist der Autor dieses Themas

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1

Samstag, 30. Juni 2018, 20:54

Von den Toten auferstanden?

Hallo,

wie würdet ihr mit folgendem Vorgang umgehen?

Anna Gertrudis Lappe wird am 25.10.1857 als Tochter von Anton Lappe und Gertrud Hölker in Roxel geboren. (Bild 1, Nr. 33). Lt. Eintrag im Kirchenbuch verstirbt sie am 28.11.1857 in Roxel. (Bild 2, Nr. 24). Jetzt kommt die Überraschung: Am 05.08.1884 heiratet diese Anna Gertrud Lappe mit Geburtsdatum 25.10.1857 in Havixbeck den Johann Bernard Wessels. (Bild 3, 1884 Nr. 7)

Anna Gertrudis Lappe hatte eine Stiefschwester; Maria Anna Lappe, geboren am 25.10.1854 in Roxel (Bild 4, Nr. 41). Hat sich hier der Pastor vertan und das verkehrte Kind eingetragen? Beide Kinder haben Anna im Vornamen und beide sind am 25.10. geboren. Von der Maria Anna habe ich bisher weder einen Heirats- noch einen Sterbeeintrag gefunden. Ages macht mich ständig auf den Fehler aufmerksam. Nehme ich jetzt das Sterbedatum bei Anna Gertrudis heraus und trage es bei Maria Anna ein, oder nur bei Anna Gertrudis heraus?

Bild 1 Nr. 33

http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/roxel-st-pantaleon/KB004/?pg=117

Bild 2 Nr. 24

http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/roxel-st-pantaleon/KB006/?pg=97

Bild 3 1884 Nr. 7

http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/havixbeck-st-dionysius/KB012/?pg=96

Bild 4 Nr. 41

http://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/roxel-st-pantaleon/KB004/?pg=112

Bin echt gespannt auf eure Meinung!

Viele Grüße

Günter

2

Sonntag, 1. Juli 2018, 08:25

Hallo Günter,

in solchen Fällen versuche ich zunächst alle Kinder bzw. Geschwister zu finden. Möglicherweise gibt es auch noch eine Anna Gertrud, die nach 1857 geboren wurde, da es ja nicht unüblich war, dem nächsten Kind den Vornamen enes verstorbenen Geschwisterkindes zu geben.

Ich würde also erst einmal ausschließen, dass zwischen 1857 und etwa 1867 nicht noch eine weitere Anna Gertrud getauft wurde (Heiratsalter wäre dann jüngstenfalls 17).

Du könntest auch noch schauen, ob Maria Anna als Patin bei Nichten und Neffen auftaucht. Vielleicht sogar als Maria Anna Wessel.
Viele Grüße,
Simone

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Ahrweiler

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3

Sonntag, 1. Juli 2018, 08:36

Guten Morgen
Es kam früher sehr oft vor,dass Kinder denselben Vornamen trugen.In einem Fall hatte ich gleich 4 Mädchen mit demselben VN.3 davon starben und eine überlebte.
LG
Franz Josef

Gunny

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  • »Gunny« ist der Autor dieses Themas

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4

Montag, 2. Juli 2018, 10:23

Hallo Simone, hallo Franz Josef

ich glaube, ich habe mich bei meiner Anfrage wohl verkehrt ausgedrückt. Es geht mir nicht um die doppelte Vergabe eines Vornamens, sondern darum, das ein im KB für tot eingetragenes Kind 27 Jahre später heiratet. Name, Geburtsdatum und Geburtsort sind mit dem für tot eingetragenen Kind in dem Heiratseintrag völlig identisch. Selbst bei einer, wie von euch vermuteten doppelten Vergabe des Vornamens, müsste das Geburtsdatum doch ein anderes sein. Daher auch meine Vermutung, das der Pfarrer hier ein falsches Kind eingetragen hat. Es wird aber wohl nie nachzuweisen sein.

Viele Grüße Günter

5

Montag, 2. Juli 2018, 12:15

Hallo Günter,

ich beziehe mich mal auf deine eigentliche Frage:

Zitat

Nehme ich jetzt das Sterbedatum bei Anna Gertrud heraus und trage es bei Maria Anna ein, oder nur bei Anna Gertrudis heraus?


Das Sterbedatum bei Anna Gertrudis liegt ziemlich nahe an ihrem Geburtsdatum. Da schätze ich die Wahrscheinlichkeit, dass es richtig eingetragen wurde, recht hoch ein. Das spricht dagegen, das Datum herauszunehmen.

Wie die anderen schon schrieben, kann beim Heiratseintrag gut eine Verwechselung mit einer Schwester der Anna Gertrud vorliegen. Angenommen, du hast schon alle Geschwister recherchiert, kannst auch andere Familien desselben Namens ausschließen und es bleibt als einzige Möglichkeit die Maria Anna, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese die Braut ist. Die Hochzeit wird angemeldet, die Braut braucht wohl einen Taufschein ihrer Heimatgemeinde? - der Pfarrer schlägt die Taufe nach, landet beim falschen Eintrag und übersieht den Sterbevermerk da bei der Taufe kein Sterbevermerk steht (bei einigen anderen Kindern ist der Tod vermerkt!), übersieht er das - absolut denkbar, selbst wenn nicht auch noch der Geburtstag zufällig am gleichen Tag ist!

Schade, dass es die Stiefschwester ist, sonst wären die Eltern ohnehin gleich, und es hätte gar keine Auswirkungen auf die weiteren Vorfahren!

8| Aber wie du das jetzt handhaben sollst - keine Ahnung ...

Gruß, Micha

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »M.I.F.E.« (2. Juli 2018, 12:22)


Gunny

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6

Dienstag, 3. Juli 2018, 17:27

Hallo ihr lieben Helfer,

ich habe hin und her überlegt, ob es noch eine Möglichkeit gibt, mehr Klarheit in den Fall zu bringen. Dabei fiel mir das Heiratsdatum ins Auge. 1884, das muss auch im Heiratsregister des Standesamtes eingetragen sein. So bin ich heute morgen zum Standesamt Havixbeck gefahren und konnte im Archiv, auch ohne vorherige Anmeldung, einen kurzen Blick in das amtliche Dokument werfen. Zur Braut steht dort: Anna Gertrudis Lappe, geboren 25.10.1857 in Roxel, Tochter der Eheleute Anton Lappe und Gertrud geb. Hölker. Eigenhändige Unterschrift der Braut: Anna Gertrudis Wessels, geb. Lappe.

Darauf hätte ich auch eher kommen können.

Für mich ist jetzt klar, dass der Pastor in Roxel das falsche Kind als verstorben eingetragen hat. Ich werde das Sterbedatum bei Anna Gertrudis herausnehmen, aber bei "Notizen" einen entsprechenden Eintrag machen.

Nochmals recht herzlichen Dank für eure Hinweise

Günter