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1

Thursday, January 19th 2006, 4:36pm

Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Hallo,

über eine Liste erreichte mich folgende Information:


Die Digitalkamera löst den Mikrofilm ab

CHURCH NEWS, 18. JANUAR 2006 · von John L. Hart



Nach vielen Jahren im Rampenlicht wird der Mikrofilm langsam ausgemustert

Seit 1938 nutzt die Kirche Mikrofilm zur Vervielfältigung
personenstandlicher Unterlagen. Jetzt steht das langlebige Medium kurz vor
der Ausmusterung. Zusammen mit dem Mikrofilm werden auch die klobigen
Kameras und die dazugehörigen Filmschachteln aussortiert, die bisher in
Holzkisten in die Welt hinausgesandt wurden, wo man sie auspackte, testete,
Aufnahmen machte, diese entwickelte, begutachtete und dann die Aufnahmen
eventuell wiederholen musste.
Digitalkameras, die beinahe in die Hosentasche eines Kameramanns passen,
finden immer mehr ihren Platz auf den Stativen der Kirche. Mit ihnen kann
man Aufnahmen sofort begutachten und diese sogleich auf der herausnehmbaren
Festplatte eines Computers speichern. Erneute Aufnahmen gehören somit
größtenteils der Vergangenheit an.
"Immer mehr Archivare erkennen, wozu es gut ist, elektronischen Zugang zu
Dokumenten anzubieten", sagt Wayne J. Metcalfe, der Einkaufsleiter des
Family and Church History Departments. Laut seiner Aussage sind derzeit etwa
65 Digitalkameras im Einsatz. Das macht ein Drittel der Gesamtzahl der
Kameras aus. In drei bis fünf Jahren wird die Mikrofilmkamera nahezu
verschwunden sein.
Die Mikrofilmbestände, die im Moment noch massenweise die Schubladen im
Genealogie-Archiv füllen, werden natürlich noch viele Jahre lang weiterhin
in Lesegeräte geschoben und von Ahnenforschern akribisch durchgesehen, ehe
auch sie durch elektronische Medien ersetzt werden.
"Wir sind fest entschlossen, so viel wie möglich zu automatisieren", so
Bruder Metcalfe.
Die Kameraleute stellen sich schnell auf die neuen Gegebenheiten ein. "Wir
sind davon ausgegangen, dass unsere Kameraleute durch die Umstellung auf die
neue Technik viel dazulernen", erzählt Bruder Metcalfe. "Wer sich mit
Computern auskennt, ist innerhalb weniger Wochen auf dem neuesten Stand."
Er berichtet von einem Kameramann, der zuvor mit dem Film etwas zu behutsam
umgegangen war, mit der Digitalkamera nun aber mehr Bilder schießt als
früher mit Film.
"Unsere Kameraleute lernen immer wieder etwas Neues", so Bruder Metcalfe
weiter. "Wir verwenden Software, die wir selbst entwickelt haben, und wir
arbeiten schon an einer neuen Version, die es uns erleichtern wird, Archiven
besseren Service zu bieten."
Mit einer Digitalkamera aufgenommene Dokumente kann man ins Internet
stellen, bei einem Interessierten zu Hause herunterladen und dann bis aufs
kleinste Detail durchsehen.
"Allein die Fähigkeit des Computers ermöglicht uns vielerlei, was man mit
Mikrofilm allein nicht bewerkstelligen kann", schwärmt Bruder Metcalfe.
Digitale Aufzeichnungen können mit einem Wasserzeichen versehen werden, an
dem der Nutzer erkennt, dass es sich nicht um ein Original handelt. Die
Nutzer müssen sich mit den Bedingungen für die Nutzung der Aufzeichnungen
einverstanden erklären. Technische Angaben werden bei einer digitalen
Aufnahme automatisch mitgespeichert, was einen menschlichen Handgriff
weniger notwendig macht und damit die Möglichkeit menschlichen Versagens
ausschließt. Im Moment werden die Aufnahmen zunächst zusammengetragen und
dann archiviert, in der Zukunft können sie aber vielleicht rasch online
zugänglich gemacht werden. Die Hoffnungen für die Zukunft drehen sich auch
darum, die größte Schwachstelle digitaler Aufnahmen zu beseitigen, nämlich
dass sie nicht dauerhaft gespeichert werden können. Gegenwärtig müssen
Digitalaufnahmen alle fünf bis sieben Jahre in ein anderes Format kopiert
werden, damit ihr Fortbestand gewährleistet ist. Außerdem sind Digitalgeräte
auch nicht so langlebig wie Filmkameras.
"Die dauerhafte Sicherung digitaler Daten ist nach wie vor ein Problem. Aber
wir sind zuversichtlich, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren eine
langfristige Lösung gefunden wird."
Bruder Metcalfe sagt, die Umstellung auf die Digitalarchivierung habe der
Kirche geholfen, sich im Archivwesen als Marktführerin zu behaupten. Viele
Archive orientieren sich an der Kirche, wenn es darum geht, in Zukunft
digital Zugriff auf Daten anzubieten.
So manches Archiv traue der Kirche, was die digitale Aufbereitung betrifft,
weil es der Kirche an sich traue, erklärt er weiter.
"Unsere Partner waren in fachlicher Hinsicht zunächst sehr unsicher, aber
nachdem wir ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatten, sagten sie in etwa:
'Wir wissen, dass wir Ihnen vertrauen können, also packen wir die Sache mit
Ihnen gemeinsam an.'"
Jede Aufnahme hat eine Größe von 1 bis 10 Megabyte. Sobald sie ins Internet
gestellt wird, wird sie aber auf 200 Kilobyte komprimiert. Auch für die
Archivierung werden die Aufnahmen komprimiert -- sie werden aus dem
TIFF-Format in das verlustfreie Format .JPEG 2000 übertragen. Pro Kamera
werden jede Woche etwa fünf- bis zehntausend Aufnahmen angefertigt. Die
Daten werden dann auf tragbaren Speichermedien an die Hauptverwaltung
gesandt. Die Speichergeräte können immer wieder erneut verwendet werden,
wodurch weitere Kosten gespart werden.
"So ist es leichter, Fehler telefonisch zu beheben", sagt Henry Hanft vom
Technischen Support. Aufnahmen, mit denen es ein Problem gibt, können per
E-Mail hin und her geschickt werden. Bruder Metcalfe machte auch deutlich,
dass die Kopien nicht -- wie beim Film -- an Qualität verlieren.
Seit 67 Jahren werden nun Unterlagen verfilmt; die Aufzeichnungen einiger
Länder sind nach Aussage von Bruder Metcalfe inzwischen fast alle schon
vervielfältigt. "Das gilt für Skandinavien, die Niederlande und sogar für
England -- es bricht eine Zeit heran, in der wir langsam innehalten und
erkennen, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist."
Die nächste Generation wird wahrscheinlich mit keinerlei Kamera mehr
Dokumente ablichten müssen, vermutet er. Statt an einer sperrigen Kamera,
die über staubigen, porösen und vergilbten Seiten auf einem schweren Stativ
montiert ist, den Auslöser zu betätigen und dabei zu hoffen, dass Belichtung
und Schärfe richtig eingestellt sind, wird man dann am Aufblinken einiger
Lichter erkennen, dass ein rascher elektronischer Datenaustausch
stattfindet.

Monika

Trainee

Location: Bad Bramstedt

Societies: Vereinigung für Familienkunde Elmshorn e.V.

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2

Thursday, January 19th 2006, 4:57pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Hallo,

wäre ja sehr viel bequemer,wenn man sich den Film zu Hause runterladen kann und dort in Ruhe schauen kann.
Die Termine sind ja nun auch nicht so reichlich, die vergeben werden.

Liebe Grüsse
Monika
Dauersuche
Dargies,Vorrath im Memelland
Mai,Jüttner aus Waldenburg Schlesien
Williges,Gund(e)lach aus Helsa,Grossalmerode/Hessen
Hagemann,Richter, aus Vorpommern
Fago,Romba aus Lötzen, Jagodnen und Umgebung
Meyn,Behrmann aus Haseldorf,Haselau,Wedel

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3

Thursday, January 19th 2006, 5:44pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Ich weiß nicht, wie das dann gehandhabt werden soll. Es sieht nach mehr Komfort aus - aber andererseits man kann an einem Digitalbild auch mehr verändern als an einem Mikrofilm. Wenn jemand bei einem schlecht lesbaren Dokument der Meinung ist, man könne durch Bildbearbeitung die Lesbarkeit verbessern, ist fraglich, ob dabei nicht Interpretationen gemacht werden, durch die dann Fehler entstehen.

Bernd Zeisberg

Unregistered

4

Thursday, January 19th 2006, 6:13pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Hallo,

Was mich wirklich beunruhigt ist der Ausspruch:
"Die dauerhafte Sicherung digitaler Daten ist nach wie vor ein Problem. Aber wir sind zuversichtlich, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren eine langfristige Lösung gefunden wird.".

Es ist ja schön das Bruder Metcalfe zuversichtlich ist, aber was ist wenn sie keine langfristige Lösung finden? ?( ?(

Gruß,
Bernd

Location: Curdestorp

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5

Thursday, January 19th 2006, 8:23pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Quoted

Original von Bernd Zeisberg


Es ist ja schön das Bruder Metcalfe zuversichtlich ist, aber was ist wenn sie keine langfristige Lösung finden? ?( ?(

Gruß,
Bernd



Moin!

Dann muss man immer schön auf zack sein und die digitalen Bilder rechtzeitig in das neue bessere Format umwandeln und speichern.

Das ist zwar auch keine Lösung auf Zeit - aber es bleibt einem nix anderes über. 8-)



Gruß Gordon
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
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Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

Benny

Trainee

Location: Emden/Ostfriesland

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6

Thursday, January 19th 2006, 8:52pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Moin,

wenn wir annehmen, dass irgendwann mal alle Kirchengemeinden abgelichtet sind und im Internet downloadbar sind, verliert die Forschung doch irgendwann ihren Reiz...

Es wird alles bequemer, aber letztendlich braucht man kein Archiv mehr zu besuchen, wie langweilig ....

Gruß

Benny

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7

Thursday, January 19th 2006, 9:00pm

RE: Mikrofilme werden durch digitale Fotos abgelöst

Quoted

Es wird alles bequemer, aber letztendlich braucht man kein Archiv mehr zu besuchen, wie langweilig ....


Es wird nicht nur langweilig, sondern man hat dort dann nicht mehr die Kontakte mit „Gleichgesinnten”. Ich habe schon im Leseraum Leute getroffen, die zufällig in derselben Gegend forschten wie ich, und da konnten wir uns dann austauschen. Solche persönlichen Kontakte wird es dann nicht mehr geben.