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Ninetales

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1

Sunday, June 4th 2006, 9:11am

"Verniedlichungen" der Namen

Hallo,

wer auch in ermländischen Kirchenbüchern forscht, wird vielleicht verstehen, was ich meine.
In den Kirchenbüchern werden nämlich meistens die Namen verniedlicht:
Beispiele:
- Holzki
- Werni
- Schulzki
- Kleinki
- Jungki

(Holzki & Schulzki sind übrigens "richtige" Namen geworden!)

Oder auch was mich und meine Ahnen betrifft:

- Mahnki (0 Einträge im heutigen Telefonbuch)

Wie handhabt man solche Fälle, die dem Pfarrer zuzuschreiben sind? Konkret würde es ja "Mahnke" heißen, aber da bei Frauen die Familiennamen desöfteren verniedlicht werden kommen solche neuen Wortschöpfungen zustande.
Wie schreibt man sowas in sein Programm, wenn man weiß, das dieser Name FALSCH geschrieben wurde? :( :( :(

Vielleicht haben ja auch noch andere Fallbeispiele!
Liebe Grüße
Viele Grüße,
Kolonistenforscher

"Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander."
(Konfuzius, verm. 551-479 v. Chr.)

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2

Sunday, June 4th 2006, 11:04am

RE: "Verniedlichungen" der Namen

Hallo Rayko!

Meinst Du wirklich, das es sich dabei um Verniedlichungen der Namen handelt?!

Könnte es sich nicht eher um regionale Formen der Namen handeln?!

So wie weibliche slawische Nachnamen noch heute mit -ova enden.
Oder wie man in Bayern oft Namen findet die auf -gruber etc enden.



Gruß Gordon
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
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Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

Ninetales

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3

Sunday, June 4th 2006, 11:11am

Hallo Gordon!

Ich habe bei der Durchsicht von Kirchenbücher eine Vorfahrin gefunden, die "vidua" war, also Witwe. Sie hieß Gertrud Dreifert mit Geburtsnamen, später Wulf.

Im Sterbeeintrag (13.09.1781) wird sie mit Gertrud WULFFIN gekennzeichnet. Es ist doch merkwürdig, dass immer bei Frauen eine Verniedlichung ODER eine Feminisierung bei Familiennamen einsetzt! ?(

Nicht immer, aber immer öfter!

Viele Grüße
Viele Grüße,
Kolonistenforscher

"Von Natur aus sind die Menschen fast gleich; erst die Gewohnheiten entfernen sie voneinander."
(Konfuzius, verm. 551-479 v. Chr.)

MaikNeubert

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4

Sunday, June 4th 2006, 11:34am

Hallo Rayko,

nun ich habe auch viele Beispiele innerhalb meiner Forschung wo die Namen "falsch" geschrieben wurden. So gab es bei Kmetsch die Schreibweise mit Qmetsch, Qmetzsch und Kmetzsch. Jeweils wurden noch zum Teil dei Endung -end angehängt.
Heute gibt es von diesen Schreibweisen noch Kmetsch und Kmetzsch, du siehst es gibt immernoch Personen davon.

Ich habe auch es immer so in das Programm eingetragen wie es im Kirchenbuch stand. Die einzigste Ausnahme machen hier so Namen wie Hase, wo dannbei der Tochter Hasein tand, hier wurde immer nur Hase eingetragen. Sobald aber die Veränderung des namens davon stärker abgewichen ist wurde es wenigstens als Anmerkung eingetragen. Als Anmerkung deshalb weil in den meisten der Urkunden irgendwo der "normale" Name noch mitstand.

Die Verneidlichung bei der Frau ist so eine Sache, warum weiß ich auch nicht aber zum Teil sind diese ja beibehalten worden. Kann das jemand mal aufklären warum es diese Verniedlichungen in manchen Urkunden gibt und in anderen nicht?

MfG

Maik aus Jena

Location: Curdestorp

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5

Sunday, June 4th 2006, 11:51am

Quoted

Original von Ninetales

Im Sterbeeintrag (13.09.1781) wird sie mit Gertrud WULFFIN gekennzeichnet. Es ist doch merkwürdig, dass immer bei Frauen eine Verniedlichung ODER eine Feminisierung bei Familiennamen einsetzt! ?(


Viele Grüße


Also die Endung -in / -en bei Frauen ist nicht unbedingt unüblich und hat auch nichts mit Verniedlichung zu tun. Sondern m.M.n. vielmehr etwas damit um auszusagen, das dieses Mädchen oder Frau zu der und der Familie gehört.

Ich habe auch schon die Endung -sche bei Frauen gesehen, z.B. bei einer Taufpatin: "die Weltzinsche Schultzin aus Hagenow" - sie war die Ehefrau des Schulzen Weltzin aus Hagenow

oder bei der Taufe eines Kindes: "Fieg Lies Bollowen" oder "Ann Trin Dahlen"



Gruß Gordon
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
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Ninetales

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6

Sunday, June 4th 2006, 12:00pm

Hallo,

das komische ist ja, dass der Name MAHNKI nicht weitervererbt wurde, sondern anscheinend nur meine Vorfahrin "neugeschöpft" worden ist.

Mich verwundert nur, das aus "e" "i" wurde, aber anscheinend ist das wohl typisch ostpreußisch.

Ich jedenfalls VERMUTE, das die eigentliche Form des Namens MAHNKE ist.
Es scheint jedenfalls so, dass es überall regional unterschiedlich aussieht.

Viele Grüße
Viele Grüße,
Kolonistenforscher

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MaikNeubert

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7

Sunday, June 4th 2006, 12:13pm

Hallo,

es könnte doch auch einfach nur ein schribfehler vom Pfarrer gewesen sein oder?

Ich hatte es nämlich auch das aus Kmetsch ->Kmetzsch und eine Generation zum Teil wieder Kmetsch daraus wurde. Andere Brüder haben den Namen mit tzs weitergeführt und somit sind beide Schreibweisen in der Welt verstreut.

MfG

Maik

Ninetales

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8

Sunday, June 4th 2006, 12:17pm

Ich suche derzeit den Sterbeeintrag von Theresia, vermeintlich geb. Mahnki.
Vielleicht steht im Sterbeeintrag das sie eine geborene Mahnke war. Dann wäre es ja erwiesen, dass es ein Schreib- bzw. ein Hörfehler war.

Viele Grüße
Viele Grüße,
Kolonistenforscher

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9

Sunday, June 4th 2006, 8:49pm

hallo,
ich habe schon so einige unterschiedliche schreibweisen, bei meiner Forschung, erlebt, aber gestern fand ich die Krönung
mal Barbaren dann Barbeln und endete in Barbara
Uschi

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10

Monday, June 5th 2006, 11:44am

Hallo Ninetales,
du fragst dich, ob das typisch ostpreußisch ist, aber auch dass diese Personen im Ermland lebten. Das ist polnischer Einfluss in dieser Region, dass aus der prußischen Endung -ke ein -ki wurde. Das Ermland gehörte lange Zeit zu Polen und ist deshalb auch katholisch. Wenn dann ein polnischer Priester die Eintragung machte, dann nahm er die ihm vertrautere Endung. Es ist also keine Verniedlichung.

Für Ost- und Westpreußen kann man allgemein sagen, dass man nicht unbedingt auf die Schreibweisen oder Endungen achten muss. Es kommen sehr oft verschiedene Schreibweisen eines Namens in ein und derselben Urkunde vor. Also such nur weiter nach -ke-Endungen.

Beate
http://www.ostpreussenforum.de/FamFo/Namenskunde.htm

Ninetales

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11

Monday, June 5th 2006, 6:19pm

Hallo,

also das ich das nicht selber bemerkt habe!!!!! :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Wie oft habe ich gelesen, dass die Personen aus dem Ermland unter polnischen Einfluss standen, das ich daran nicht gedacht habe!! :banana:

Dann ist das Problem wohl geklärt!
Vielen Dank für die Hilfe!

MfG
Viele Grüße,
Kolonistenforscher

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