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Löffel

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1

Montag, 4. Dezember 2006, 00:56

Post von der WASt

Hallo,

am Samstag habe ich Post von der WASt bekommen. Am 1.9. hatte ich dort einen Suchantrag nach meinem im Krieg verschollenen Onkel Ernst Sommer gestellt. Die WASt teilt mit, daß die Personalpapiere meines Onkels (Wehrpass, Wehrstammbuch und Stammrolle) dort nicht vorliegen und vermutlich durch Kriegseinwirkung verlorengegangen seien. Weiter heißt es:
"Aus sonstigem Schriftgut der ehemaligen Wehrmacht wird Folgendes bestätigt:
- Sommer, Ernst, geb. am 06.09.1924 in Obergleen -
Heimatanschrift
:

1942/43 Vater Karl Sommer
Ober-Gleen, Darmstadt Oberg 3
Diensteintritt: 29.10.1942
Erkennungsmarke: -158- 11. Gren.(F.A.) Kp. 617
Truppenteil:
ab 29.10.1942) 11./Feldausbildungs-Regiment III / 617
u. lt. Meld. vom 18.01.1943) Unterstellung: 382. Infanterie
(Feldausbildungs)-Division Donbogen
Vermisst:
18.01.1943 bei Moshnjakowka / UdSSR
Dienstgrad:
lt. Meldung vom 18.01.1943 Grenadier"

Folgende Fragen stellen sich mir nun:

1. Wenn die Unterlagen nicht mehr vorhanden sind, kann ich trotzdem noch mehr über Werdegang/Schicksal meines Onkels herausfinden? Wenn ja, wie?

2. Was hat es mit diesem "sonstigen Schriftgut" auf sich? Kann man davon Kopien bekommen? Zumindest eine Vermisstenmeldung scheint ja zu existieren.

3. Geben die Daten der Erkennungsmarke noch irgendwelche Aufschlüsse?

Vielen Dank schon mal vorab!

Viele Grüße
Matthias
Wenn ein alter Mensch stirbt, verbrennt eine ganze Bibliothek
(Afrikanisches Sprichwort)

Wohnort: Wesseling

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2

Montag, 4. Dezember 2006, 02:50

RE: Post von der WASt

Hallo

zur 382.Infanterie Division schau bitte mal hier rein:

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Glie…FeldAusbDiv.htm

zur weiteren Aufteilung der Regimenter:

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Glie…ionen/320ID.htm
mit freundlichem Gruss

Ulrich Holthausen

Bruschka

unregistriert

3

Montag, 4. Dezember 2006, 11:13

Hallo Löffel,

versuch doch mal, eine Anfrage an an das "Suchreferat-Moskau" zu stellen, vielleicht hasste da mehr Glück... :]

Viel Erfolg...

Wibi78

Moderatorin

Wohnort: Düsseldorf

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4

Montag, 4. Dezember 2006, 13:53

Hallo Ulrich,

das ging ja schnell mit deiner Antwort von der Wast und das du die Daten von deinem Onkel bekommen hast auch...
In letzter Zeit hatte die Wast das mit dem Datenschutz ziemlich streng genommen und wollten den Nachweis, bzw. die Vollmacht eines direkten Nachfahren...

Aber nun zu deiner Frage:

Versuch es doch mal beim DRK-Suchdienst München!
Wenn einer deiner Verwandten ihn als Vermisst gemeldet haben, sollte die eine Vermissten Kartei von deinem Onkel haben, vielleicht sogar mit Foto.

Ich habe dort sogar ein Gutachten bekommen, dass mein Cousin mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Schlacht um Breslau gefallen ist...

Viel Erfolg und liebe Grüße
Wibi
Liebe Grüße Wibi :) (Wibi ist Wibi, aber manche nennen mich auch Wiebke ;) )

Wibi´s FamilyTree

Henry Jones

Mitglied

Wohnort: Krs. Göppingen

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5

Montag, 4. Dezember 2006, 16:23

Hallo Matthias,

siehe hier Anleitung zur Suche nach vermissten Soldaten

Ist noch nicht ganz fertig (Russische Archive fehlen noch) aber für den Anfang solltest du dir die Unterlagen besorgen die im Musterbrief im obigen Beitrag für den DRk-Suchdienst genannt werden.

Außerdem frag beim Standesamt des Heimatwohnortes ob es dort Unterlagen zur Todeserklärung bzw. Sterbeurkunde gibt. Falls er für tot erklärt wurde, beim zuständigen AG bzgl. Todeserklärungsakte anfragen!

Zur WASt:

"Sonstiges Schriftgut" -> Erkennungsmarkenlisten/Veränderungsmeldungen/Velustunterlagen

Ich würde auf jeden Fall nach einer Kopie der Vermisstmeldung fragen, wenn du Pech hast bekommst du wie untengezeigt die Angaben aus der "Namentlichen Verlustliste" aus denen nicht sehr viele Infos hervorgehen, interessant kann es aber werden, wenn wie in meinem Fall eine Anlage dabei war (Vernehmung des Zugführes über den Verleib), eventuell wurde für deinen Onkel auch so eine Vernehmung gefertigt, ich wünsche es dir!

Fordere die Meldung auf jeden Fall an. Genauso wie eine Kopie der Deutschen Heereskarten bzw. Stabskarte worauf der Vermisstenort angegeben ist.

Zu Bruschkas Beitrag

Wende dich nicht an das Suchreferat Moskau. Das Geld kannst du dir sparen wenn du direkt an das Russische Archiv schreibst, die können auch Deutsche, Adressen folgen bei Bedarf!

Gruß Alex
Mitglied des Vereins zur Klärung Schicksaler Vermissten & Gefallener e.V. (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net
www.vksvg.de

Bruschka

unregistriert

6

Montag, 4. Dezember 2006, 21:50

Hallo Henry,

könnteste mir bitte alle Adressen der Archive in Russland geben, per e-mail oder PM!!! Vermisse nähmlich auch meinen Uronkel und Uropa im 2. WK... ?(
Wäre Dir sehr dankbar, wenn Du das machen könntest... :love:

:danke:

Löffel

Mitglied

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7

Montag, 4. Dezember 2006, 22:02

Hallo an alle,

erstmal vielen Dank für die Antworten und Tips.

Ja, ich war auch überrascht, wie schnell es doch ging, nachdem mir die WASt auch erst Wartezeiten von 8 oder 9 Monaten in Aussicht gestellt hatte. Ich vermute aber, daß es daran liegt, daß eben nicht mehr viel schriftliches Material vorhanden ist.
Eine Vollmacht wollten sie natürlich auch von mir. Da aber die Eltern meines Onkels nicht mehr leben und er mit 18 Jahren (sein Alter bei der Vermißtmeldung) noch keine Familie hatte, wäre das ein bißchen schwierig gewesen.

Beim DRK-Suchdienst habe ich angefragt und auch bereits ein Gutachten bekommen. Das ist allerdings schon 30 Jahre alt, aber seither gibt es wohl keine neuen Erkenntnisse. Außerdem schreibt das DRK, daß auch in den Aufzeichnungen des Sonderarchivs in Moskau der Name meines Onkels nicht auftaucht.

Alex hatte mir ja schon mal Tips gegeben, welche Unterlagen ich beim DRK noch anfordern soll. Das habe ich bereits getan, aber noch keine Antwort bekommen. Wegen der Vermißtmeldung werde ich aber nochmal an die WASt schreiben und auch beim zuständigen Standesamt nachfragen.

Das Kuriose ist aber, daß ich sowohl für das Geburtsdatum als auch für das mutmaßliche Sterbedatum meines Onkels jeweils 3 verschiedene Daten zur Auswahl habe.
2 Tanten von mir meinten, er sei am 9. September geboren. Eine erzählte mir, der Standesbeamte habe sich aber um einen Tag vertan (also 8. statt 9. oder umgekehrt). Dagegen ist sowohl im DRK-Gutachten als auch im Brief der WASt als auch in der Online-Datenbank des Volksbundes der 6. September angegeben. Dafür unterscheiden sich dort aber die Todesdaten. Volksbund: 1.1.1943, WASt: 18.1.1943, DRK: 31.1.1943.

Außerdem ist die Feldausbildungskompanie 617 wohl aus Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes gebildet worden. Ich habe ein Bild von meinem Onkel gefunden, daß ihn in RAD-Uniform zeigt.


Viele Grüße
Matthias
Wenn ein alter Mensch stirbt, verbrennt eine ganze Bibliothek
(Afrikanisches Sprichwort)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Löffel« (4. Dezember 2006, 22:12)


Henry Jones

Mitglied

Wohnort: Krs. Göppingen

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8

Montag, 4. Dezember 2006, 22:03

Hallo,

Rossijski Gosudartstwenny Wojenny Archiw (RGWA)
125 212 Moskau
ul. Admirala Makarowa, 29

Telefon/Telefax: 007-095-159-8091
Telefax: 007-095-159-8504

Dort werden die Akten der Kriegsgefangenen archiviert!
Musterbrief unten!

---

Wojennyje Memorialy

Komsomolskij Prospekt 22/2
RUS-119021 r. Moskva a// 565 / Russia

Tel. 007-095-296-00-28
Fax 007-095-247-53-66 und 007-095-296-85-29
mailto: stiks@mail.sitek.ru

Gegenstück vom Deutschen VDk, erstellt die Kopien der Akten von RGWA.

Gruß Alex
Mitglied des Vereins zur Klärung Schicksaler Vermissten & Gefallener e.V. (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net
www.vksvg.de

Bruschka

unregistriert

9

Montag, 4. Dezember 2006, 22:19

Halle Henry,

vielen Dank für die schnelle Antwort!!! :]

Weißt Du zufällig die anfallenden Kosten, die bei der Suche in Russischen Archiven oder WASt anfallen???

Gruß und ein großes :danke:

Bruschka

unregistriert

10

Mittwoch, 6. Dezember 2006, 17:52

Hallo Henry,

ist Wojennyje Memorialy und RGWA die ein und die gleiche Institution??? ?( Sprich, soll ich den Musterbrief, denn Du unten gepostet hasst, nur an RGWA schicken oder ist es besser an beide Stellen zu schicken??? ?(

Und, soll ich die Suchanfrage besser per FAX oder per MAIL an die schicken??? ?( Bekommt man dann von denen ne Bestätigung, das die, die Suche erfolgreich erhalten haben oder wenn sie was finden, dann schicken die einfach zu und wenn nicht, dann eben nicht...

Hab vielen Dank... :]

Henry Jones

Mitglied

Wohnort: Krs. Göppingen

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11

Mittwoch, 6. Dezember 2006, 19:25

RGWA ist das Archiv welche die Kriegsgefangenenakten archiviert hat, das Vojennye Memorial ist das Gegegenstück vom VDK, also der russische Gräbersuchdienst.

Den Antag würde ich zuerst nur an das RGWA per FAX schicken. Bei Erfolg bekommst du einen Nachricht dass die Akte vorhanden ist und du Sie über VM oder Suchreferat Moskau kopieren lassen kannst, da die eine Vereinbarung haben und die Akten für die Suchenden kopieren.

Da die VM um einiges billiger kopiert als das Suchreferat Moskau sollte man dann das natürlich über VM laufen lassen. Aber erstmal abwarten ob du Erfolg hast :D

Kosten glaub ca. 20$

Gruß Alex
Mitglied des Vereins zur Klärung Schicksaler Vermissten & Gefallener e.V. (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net
www.vksvg.de

Bruschka

unregistriert

12

Mittwoch, 6. Dezember 2006, 21:11

Hab vielen Dank Henry, werde natürlich Schreiben, wie es ausgegangen ist!!! :computer: :angel:

Strobel

Mitglied

Wohnort: Rheinland-Pfalz

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13

Sonntag, 10. Dezember 2006, 12:11

Hallo Henry,

großes Lob für Deinen super guten Hinweis!! :]

Es wäre sicher recht nützlich, wenn man diese Adressen und Musterbriefe in die Rubrik <Wichtige Anleitung ... II. Weltkrieg> aufnehmen könnte. Es würde bei Bedarf eine Suche erleichtern.

Obwohl ich hier in meiner Familie keinen konkreten Handlungsbedarf habe (zum Glück), berühren mich solche Suchen immer sehr. Es zeigt uns, wer die Last des Krieges tatsächlich erfahren und tragen muß. Während die Politik nach relativ kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung übergeht, bleiben die Menschen mit ihrem Leid sich selbst überlassen.

Es ist auch interessant, welche Gründe zu den Kriegen geführt hatten und mit welchen Vorwänden der Bevölkerung die Notwendigkeit eines Krieges vorgegaukelt wurden. Gestern galt noch der geflügelte Ausspruch: „Wir verteidigen Deutschland am Kaukasus!“ Heute kennen wir diesen Ausspruch ja in etwas abgewandelter Form.

Schade, daß die entscheidenden Leute nichts hinzulernen! :(


Gruß
Reinhard