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Siegfried Mühle

unregistriert

1

Freitag, 31. August 2007, 19:48

Verfahren gegen Abo-Fallensteller Schmidtlein eingestellt

Nach einer Meldung vom 30.08.2007 hat die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft alle Verfahren gegen die bekannten Abo-Fallensteller Andreas und Manuel Schmidtlein eingestellt. Die umfangreichen Ermittlungen einer speziellen Eingreifreserve des Generalstaatsanwalts hätten den Betrugsvorwurf gegen die Gebrüder Schmidtlein entkräftet.
Insgesamt lagen mehr als 5000 Strafanzeigen von geschädigten Nutzern bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt vor. 1500 davon wurden nach Frankfurt weitergleitet. Dabei handelte es sich um Fälle, bei denen die Nutzer behauptet hatten, sei seien nie auf einer Webseite der Schmidtleins gewesen. Die Ermittler überprüften daraufhin, wo noch möglich, ob die von der Schmidtlein GbR in den Rechnungen angegebenen IP-Adressen auf die Nutzer zurückzuführen sind.
Tatsächlich führten der Generalstaatsanwaltschaft zufolge alle IP-Nummern "auf von den Anzeigenerstattern oder von Freunden und/oder Familie genutzte Computer". Außerdem haben die Ermittlungen "auch keine Anhaltspunkte für ein Ausspähen der IP-Nummern durch die Firma Schmidtlein ergeben".

Die ausführliche Meldung kann auf http://www.heise.de/newsticker/meldung/95194 nachgelesen werden.

Siegfried (Mühle)

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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2

Freitag, 31. August 2007, 21:01

RE: Verfahren gegen Abo-Fallensteller Schmidtlein eingestellt

Man sieht mal wieder, dass man sehr vorsichtig sein muss und niemals voreilig persönliche Daten bekanntgeben sollte, wenn man nicht zweifelsfrei über den Sinn dieser Seiten Bescheid weiß.

3

Freitag, 31. August 2007, 21:43

ich weiß nicht, ich würde da in die Berufung gehen und dann in eine andere Instanz usw.
Das Verbraucherschutzgesetz sagt dazu aus, daß Gebühren groß und deutlich zu sehen sein sollen und nicht im Kleingedrucktem oder auf irgendwelchen Spamseiten!
Mich wundert auch wie das mit der IP-Adresse funktionieren soll, denn auch mein Internetanbieter hat einen gewissen Datenschutz einzuhalten!
Aber wahrscheinlich haben diese Gebrüder den besseren Anwalt und der Richter kennt sich vielleicht nicht so gut aus mit dem Internet,....aber warten wir mal ab bis so ein Richter auf sowas reinfällt, dann wird er hoffentlich böse und hilft auch mal dem Verbraucher schon in der 1. Instanz.
"Wissen ist Macht" (Heinrich Barth März 1850)
Nüscht wissn, macht aba ooch nüscht! (der Berliner)
Je mehr man weiß, desto weniger weiß man nichts! (Ich)

Siegfried Mühle

unregistriert

4

Freitag, 31. August 2007, 21:59

Zitat

Original von Maternus
Das Verbraucherschutzgesetz sagt dazu aus, daß Gebühren groß und deutlich zu sehen sein sollen und nicht im Kleingedrucktem oder auf irgendwelchen Spamseiten!

Wo kann ich dieses Gesetz nachlesen?

Siegfried (Mühle)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Siegfried Mühle« (31. August 2007, 21:59)


5

Freitag, 31. August 2007, 22:21

Hallo Siegfried,

ich weiß es nicht mehr genau, kann es nicht mehr finden, aber bei dem Thema:

Vorsicht vor Genealogie.de

da war auch etwas, ich habe das hier für Dich, oder Du fährst dort mal hin ist ja nicht weit von Dir entfernt:

http://www.vzbv.de/go/sitemapklagen/index.html

Grüße von Doreen

PS.: es wurde auch in einer Sendung in den dritten Programmen darauf hingewiesen von einer Mitarbeiterin des Verbraucherschutzes.
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Rossi

Administrator

Wohnort: Bad Dürkheim

Vereine: VFWKWB, VFFOW

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6

Freitag, 31. August 2007, 23:28

Zitat

Original von Maternus
Mich wundert auch wie das mit der IP-Adresse funktionieren soll, denn auch mein Internetanbieter hat einen gewissen Datenschutz einzuhalten!
Aber wahrscheinlich haben diese Gebrüder den besseren Anwalt und der Richter kennt sich vielleicht nicht so gut aus mit dem Internet,....


Du verwechselst das vermutlich mit den Verbindungsdaten. Und wenn die User behaupten, nie auf den Seiten gewesen zu sein, müssen sie das mit den Verbindungsdaten belegen. Und die haben eben gezeigt, dass diese Leute eben trotzdem drauf waren. Also gelogen haben.

Damit haben sie den Richter in eine ziemlich blöde Lage gebracht und der Anwalt der Schmidtleins musste gar nicht mal viel dazu tun.

Rossi

7

Freitag, 31. August 2007, 23:53

dann haben diese User aber mehr Angaben dort hinterlassen als sie zugegeben haben und dann kann ich nur sagen...Schuld eigen(wie der Berliner sagt)...!

Es wundert mich immer wieder das in Beiträgen nie genau geschrieben wird was denn dort passiert ist, man erwähnt immer die IP-Adresse, aber die allein kann es doch nicht sein und man muß jedem alles einzeln aus der Nase pulen und das ist dann auch irreführend für unserein....finde ich.
Da kann auch ein Richter nicht viel ausrichten und dann kann ich ihm auch nur beipflichten!
Schade für die User, aber man hofft auch das sie es das nächste mal genauer in Augenschein nehmen, was sie da anklicken.

Grüße von Doreen
die morgen ihre letzte Einschulung macht!(fürs letzte Kind =) :rolleyes:)
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Siegfried Mühle

unregistriert

8

Samstag, 1. September 2007, 08:32

Nutzt ein kostenloses Programm zum Verschleiern der IP-Adresse und zumindest ein für Ärgernisse sorgender Punkt ist beseitigt.

"Lügen haben kurze Beine" hat auch dieser Prozess wieder gezeigt. Ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Aber nachweisbare Fakten erkenne ich an.

Siegfried (Mühle)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Siegfried Mühle« (1. September 2007, 08:39)


Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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9

Samstag, 1. September 2007, 10:26

Hier gibt es zum Beispiel eine kostenlose Testversion. Man surft im Internet unter einer falschen IP, die nicht zurückverfolgt werden kann.

Siegfried Mühle

unregistriert

10

Samstag, 1. September 2007, 10:45

Zitat

Original von Maternus
Es wundert mich immer wieder das in Beiträgen nie genau geschrieben wird was denn dort passiert ist, man erwähnt immer die IP-Adresse, aber die allein kann es doch nicht sein und man muß jedem alles einzeln aus der Nase pulen und das ist dann auch irreführend für unserein....finde ich.


Hallo Doreen,
das sehe ich auch so.

Laut der genannten Meldung wurden 1500 Strafanzeigen an die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Wenn nun alle IP-Nummern "auf von den Anzeigenerstattern oder von Freunden und/oder Familie genutzte Computer" geführt haben, basieren die Strafanzeigen wohl auf falschen Aussagen.
Jeder, der die diesbezüglichen Diskussionen verfolgt hat, hat sicher sofort Stellung gegen die Gebrüder Schmidtlein bezogen. Wie sich jetzt herausstellt, wohl zu Unrecht. Ich gehe dabei davon aus, dass die vom Gericht herangezogenen Experten gewissenhaft gearbeitet haben.

Siegfried (Mühle)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Siegfried Mühle« (1. September 2007, 10:46)


Strobel

Mitglied

Wohnort: Rheinland-Pfalz

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11

Samstag, 1. September 2007, 11:10

Hm ...,

sehr merkwürdig, dass ganz zufällig 5000 Leute ein Abo-Vertrag abgeschlossen haben, welchen sie eigentlich gar nicht haben wollten. Man stelle sich vor, man geht zu Mediamarkt, um sich ein wenig umzusehen und hat dann beim Verlassen unbemerkt eine Waschmaschine gekauft. :D

Gerade solche Urteile wie hier in Frankfurt ermuntern Betrüger zu solchen Machenschaften. Es erstaunt mich dann auch immer wieder, dass man selbst bei rechtmäßiger Verurteilung den Leuten nicht beikommen kann. Recht haben und Recht bekommen ist nicht umsonst ein beflügeltes Wort.

Man braucht sich nur einmal das Treiben von <Genealogie.de> ansehen. Jeder weiß, dass hier mit unlauteren Machenschaften gearbeitet wird, dennoch werkeln die fröhlich weiter. Das zieht sich durch alle Bereiche, man braucht sich auch nur einmal den jüngsten Gammelfleischskandal ansehen. Der Betreiber der Firma wurde bereits vor Jahren in einen solchem Fall verurteilt. Nein, es liegt nicht an den Gesetzen, sondern an deren konsequenten Umsetzung.

Dass es mit Bestellung im Internet auch anders gehen kann, sieht man bei den seriösen Anbietern. Ein großer unmissverständlicher Button <Kaufen> und eine Auftragsbestätigung mit einem klaren Widerrufsrecht ist hier die Regel. Ich frage mich, welche Interessen gegen die Durchsetzung dieser eigentlich bestehenden Rechtslage sprechen.

Mag sein, dass dies alles mit dem Rechtsstaat zu erklären ist, dennoch wünschte ich mir von den Richtern, dass sie gelegentlich ihre Scheuklappen ablegen und ein wenig zum gesunden Menschenverstand zurückfinden würden. Derzeit werden leider kommerzielle Interessen über die Interessen der Verbraucher gestellt.

Gruß
Reinhard
:computer:

Siegfried Mühle

unregistriert

12

Samstag, 1. September 2007, 11:43

Zitat

Original von Strobel
... sehr merkwürdig, dass ganz zufällig 5000 Leute ein Abo-Vertrag abgeschlossen haben, welchen sie eigentlich gar nicht haben wollten.

Die 5000 Leute sind nur jene, die einen Strafantrag gestellt haben. Wie hoch wird wohl die Dunkelziffer sein?.

Zitat

Dass es mit Bestellung im Internet auch anders gehen kann, sieht man bei den seriösen Anbietern. Ein großer unmissverständlicher Button <Kaufen> und eine Auftragsbestätigung mit einem klaren Widerrufsrecht ist hier die Regel.

Und seriöse Anbeiter setzen am Schluß meist hinzu: "ihre IP-Adresse ... wurde aus Sicherheitsgründen gespeichert".

Zitat

...dennoch wünschte ich mir von den Richtern, ...

Ich auch. Aber Gespräche mit Richtern bestätigen immer wieder, dass sie oft selbst nicht mit gesprochenen Urteilen einverstanden sind. Sie müssen aber im Rahmen bestehender Gesetze handeln und urteilen. Von ihnen vorgeschlagene Gesetzesänderungen finden kein Gehör. Ein Thema ohne Ende.
Aber vielleicht können die Internetnutzer es dazu mal mit einer Petition an den Bundestag versuchen.

Übrigens wurde die Petition zum Verbot des Handels mit Erkennungsmarken inzwischen von über 800 Personen unterzeichnet. Bis zum 26.09.2007 werden sicherlich noch viele Online-Unterzeichnungen dazu kommen.

Siegfried (Mühle)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Siegfried Mühle« (1. September 2007, 11:45)


Siegfried Mühle

unregistriert

13

Samstag, 1. September 2007, 16:56

Zitat

Original von Maternus Das Verbraucherschutzgesetz sagt dazu aus, daß Gebühren groß und deutlich zu sehen sein sollen und nicht im Kleingedrucktem ...!

Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), veröffentlicht im Bundesgesetzblatte Teil 1, Seite 1414 vom 3. Juli 2004, steht dazu nichts.
Auch in anderen Gesetzen kann ich keine derartigen Formulierungen oder Festlegungen finden.

Wer kann mir mit Quellenangaben weiterhelfen?

Siegfried (Mühle)

Siegfried Mühle

unregistriert

14

Samstag, 1. September 2007, 17:25

Zitat

Original von Bonzhonzlefonz
Hier gibt es zum Beispiel eine kostenlose Testversion. Man surft im Internet unter einer falschen IP, die nicht zurückverfolgt werden kann.


Warum sollte man das beachten und anwenden? Dazu eine Beispiel (eine Meldung vom 30.08.2007).
Österreichs große Parteien haben laut Presseberichten eine Methode gefunden, ihr Ansehen aufzupolieren. Demnach sind "Experten" von Sozialdemokraten und Volkspartei seit Jahren damit beschäftigt, insgeheim die sie betreffenden Einträge in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu schönen und die Konkurrenz anzuschwärzen. Beide Parteien bestritten heute zwar, solche Manipulationen gezielt geplant zu haben. Allerdings, so hieß es, könne so was "schon mal vorkommen".
Enthüllt wurden die Manipulationen mit Hilfe eines neuen Recherche-Werkzeugs, dem Wikiscanner, mit dessen Hilfe die IP-Adressen der Computer der Autoren zurückverfolgt werden können; seit Ende vergangener Woche ist auch der Wikiscanner für die deutschsprachige Wikipedia verfügbar. Unter den bislang entdeckten Wikipedia-Sündern waren neben Mitarbeitern des US-Wahlmaschinenherstellers Diebold auch die CIA und das FBI. Auch in Deutschland gab es bereits Änderungen von interessierter Seite an einzelnen Artikeln etwa über Politiker oder Firmen.


Einen Kommentar dazu erspare ich mir. Es sollte sich nur jeder Internetnutzer Gedanken darüber machen, was man heutzutage mit bekannten IP-Adressen alles machen kann.

Die vollständige Meldung kann auf http://www.heise.de/newsticker/meldung/95189 nachgelesen werden.

Siegfried (Mühle)