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Eurodiver

Unregistered

1

Saturday, August 19th 2006, 10:46am

(Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Liebe Ahnenforscher,

ich habe nun die Ahnen meiner Urgroßmutter bis ins Geburtsjahr 1677 per Tauf-, Heirats- u. Sterberegistereinträge zurückverfolgen können.

Jetzt stellt sich mir die Frage ob es noch Möglichkeiten gibt nach weiteren Vorfahren weiterzuforschen, oder ob hier Ende ist.
Falls ja, wie stelle ich das an?

Herzlichen Dank im Voraus für die Unterstützung und viele Grüße
Ernst Bernt

Michaela Ellguth

Unregistered

2

Saturday, August 19th 2006, 11:00am

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Hallo,

könntest Du den Ort angeben ? Zwar sind Kirchenbücher die wichtigsten Quellen jedoch wurden auch schon damals Bürgerbücher, Steuerbücher,........ geführt und man müßte sehen, ob diese noch erhalten sind.

Viele Grüße
Michi

rotraud

Moderatorin

Location: Münsterland

Societies: WGGF

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3

Saturday, August 19th 2006, 2:40pm

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Wie weit es eventuell noch weitergeht, hängt unter anderm von den Berufen von Vorfahren ab.
Waren das zum Beispiel Bauern oder Kötter, gibt es dazu manchmal Unterlagen in den Akten des Grundherrn, in denen Freibriefe aufgeschrieben sind, oder eine Person, die mit der Heirat den Einflussbereich der Herrschaft verließ, konnte gegen eine "gleichwertige" Person gewechselt werden, wobei von beiden Namen und Eltern aufgeschrieben wurden. Hofübergaben oder Pachtverträge geben weitere Hinweise, und so weiter.
Waren die Ahnen Städter, sind die Chancen für weitere Quellen gut, wenn sie entweder Handwerker oder Kaufleute waren, weil es dann Bürgerbriefe, Zugehörigkeiten zu Gilden, Hausbesitz und solche Dinge gibt, die beurkundet wurden - oder jemand sagte als Zeuge aus.
In allen Fällen außerhalb der Kirchenbücher findet man natürlich selten genaue Geburts- oder Sterbedaten. Oft kann man nur feststellen, dass jemand zu einem bestimmten Zeitpunkten noch lebte, weil er einen Vertrag schloss usw. und dann wird irgendwann später die Frau als Witwe bezeichnet, oder die Kinder übernehmen das Erbe und so etwas.
Die Reihenfolge der Kinder ist auch nicht immer klar, aber all diese Dinge zeigen doch ganz gut, unter welchen Bedingungen die Familie lebte.
Schwieriger dürfte der Fall sein, wenn die Ahnen arme Leute, Dienstpersonal oder Landarbeiter waren. Zumindest im "Staturs Animarum" werden auch Knechte und Mägde aufgeführt - aber ich glaube nicht, dass es solche Quellen für die Zeit vor dem dreißigjährigen Krieg gibt.

Eurodiver

Unregistered

4

Saturday, August 19th 2006, 5:20pm

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Der letzte Ahne den ich in den Kirchenbüchern gefunden habe war der Johann MIGLIK, geb. 1677 in Bernhardsthal, gest. 18.1.1764 in Bernhardsthal, als Beruf ist Nachbar angegeben.

Im Internet habe ich herausgefunden, dass sich Bernhardsthal von 1470 bis ins 19. Jhdt. im Eigentum der Familie Lichtenstein befand.

rotraud

Moderatorin

Location: Münsterland

Societies: WGGF

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5

Saturday, August 19th 2006, 7:54pm

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Da dein Ahne ja sehr alt geworden ist, hatte er am Schluss sicher keinen Beruf. Du müsstest herausfinden, in welchem Archiv sich die Unterlagen der Familie Lichtenstein befinden, und dann mit Glück etwas zu MIGLIK finden.

Maternus

Moderatorin

Location: Berlin

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6

Saturday, August 19th 2006, 9:20pm

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Hallo,

wäre noch zu ermitteln "Nachbar" von wem oder was.

Eine andere Möglichkeit, die Lichtensteins` anzuschreiben.
Ich weiß zwar nicht wer das ist aber, daß ist dann ein Ansporn, hoffe ich, für Dich dort noch tiefer zu graben.
Es gab ja auch noch Kriege für die ein Bürger dann einen Zins zahlen mußte und da wäre auch noch ein Ansatzpunkt.

Grüße von Maternus :D
"Wissen ist Macht" (Heinrich Barth März 1850)
Nüscht wissn, macht aba ooch nüscht! (der Berliner)
Je mehr man weiß, desto weniger weiß man nichts! (Ich)

Rossi

Administrator

Location: Bad Dürkheim

Societies: VFWKWB, VFFOW

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7

Sunday, August 20th 2006, 12:58am

RE: (Wie) geht's weiter wenn es keine Taufeinträge mehr gibt?

Meinst du Bernhardsthal in Niederösterreich an der tschechischen Grenze?
Das Stammland der Liechtensteins lag in der Tat in Niederösterreich. Das sind "die" Liechtensteins (Stichwort Staat Liechtenstein). Wo sich deren privates Archiv befindet ist mir allerdings nicht bekannt, ich nehme jedoch stark an, dass es mittlerweile Teil des Liechtensteiner Landesarchivs ist.
Schau' vielleicht mal da:
http://www.llv.li/amtsstellen/llv-la-home.htm

Ob du da irgendwo eine Kontaktadesse findest.

Rossi

This post has been edited 1 times, last edit by "Rossi" (Aug 20th 2006, 1:00am)


Eurodiver

Unregistered

8

Sunday, August 20th 2006, 9:49am

Ja, ja, es ist das schöne Bernhardsthal an der Grenze zu Tschechien.

Ich hab bereits das Landesarchiv in Liechtenstein angeschrieben, mal sehen ob die was haben.

Ich habe im Internet ein Häuserverzeichnis von Bernhardsthal gefunden welches bis 1631 zurückgeht, vielleicht find ich ja hier was.
Bernhardsthal hatte übrigens hauptsächlich bäuerlichen Charakter, es lebten hauptsächlich Bauern dort die von der Landwirtschaft und vom Weinbau lebten. Die sog. "Bernsteinstraße" ein wichtiger Handelsweg führte an Bernhardsthal vorbei, sodass viele Handwerker auch hier halt machten.

Ich brauch aber bitte nochmals Hilfe:
Wo kann ich die Erklärungen zu den alten Berufsbezeichnungen finden (Internet)?
Was ist ein Ganzlehner, Halbehner, Hauerhaus? (Ich nehme an es handelt sich hier um die Grundstücksgröße, bzw. Hauerhaus des Weinhauers?)
Wie war das früher mit der Weitergabe der Grundstücke an die Kinder?
Es steht leider keine Hausnummer beim Johann Miglik geb. 1677, allerdings hab ich die Hausnummer des Sohnes bei der Geburt und dessen Kinder wurden auch auf der selben Hausnummer geboren und das zieht sich so fort von einer zur nächsten Generation. Dann könnte man eigentlich den Schluß ziehen, dass dieses Haus auch dem Johann Miglik geb. 1677 gehört hat...

This post has been edited 3 times, last edit by "Eurodiver" (Aug 20th 2006, 6:18pm)


Kathy

Nutzer

Location: Münsterland

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9

Sunday, August 20th 2006, 5:21pm

Hallo Eurodiver,
bist Du sicher, dass der Begriff "Hauerhaus" richtig ist?
Wenn nein, ist vielleicht ein Heuerhaus gemeint.

Bei GenWiki wird es erkärt

Kötter
aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Berufsbezeichnung

Bedeutung: Bauer, der nur einen kleinen Besitz bewirtschaftet und keinen Anteil an der Allmende hat

Kötter

Das Wort Kotte, dessen Etymologie Möser in der Osnabr. Gesch. Th. I. Abschn I. $2. b. und in der Einleitung zur osnabr. Gesch. §2. auseinander setzt, bedeutet hiesiges Landes bald ein Bauergut der geringeren Art (z.B. ein Erb- oder Markkotte, dahingegen die größeren Bauerngüter: Höfe oder Erbe genannt werden) bald ein bloßes zur Wohnung für Heuerleute eingerichtetes Nebenhaus. So nach ist Kötter entweder ein Erb- und Markkötter der seine Wohnung eigenthümlich besitzt, und der anderwerts Kossate oder Kothsasse genannt wird, oder der Heuersmann eines anderen Bauern, ein Heuerling oder Hüsselte.
Kötter und Brinkligger (letzteres ist die geringste Art der Kötter, die gewöhnlich außer dem Hause nur ein weniges Gartenland besitzen) sind unwehrige Leute; weil ihre geringe Länderey, ob sie solche gleich eigenthümlich besitzen, keine Civilwehre hat. Es ist kein sogenanntes Erb-echt-gut, welches seinen Besitzer zum Gutsherren macht. Der freie Kötter mußte daher in die Hode gehen, und Hode hebt noch jetzt alles echte Eigenthum auf. Mösers. Einleitung in der osnnbr. Geschichte §. 29. c.
Quelle: Aus dem alphabetischen Handbuch der besonderen Rechte und Gewohnheiten des Hochstifts Osnabrück mit Rücksicht auf die benachbarten westfälischen Provinzen, von I. Aegidius Klöntrup 1800.

Von "http://wiki-de.genealogy.net/wiki/K%C3%B6tter"
Seitenkategorien: Berufsbezeichnung

Ich hoffe, das hift Dir Gruss
Kathy
Gruß Katharina

Eurodiver

Unregistered

10

Monday, August 21st 2006, 6:50pm

Es handelt sich sicher um "Hauer" bzw. "Hauerhaus", diese Bezeichnung steht in den Taufeinträgen, aber es ist auch im Häuserverzeichnis von Bernhardsthal so geschrieben.

Mittlerweile hab ich herausgefunden das mit Hauer ein Bergmann bzw. Bergarbeiter gemeint war. Vielleicht hat dies mit den angelegten Teichen in Bernhardsthal zu tun?

This post has been edited 1 times, last edit by "Eurodiver" (Aug 21st 2006, 6:51pm)


Gisela

Trainee

Location: bei Heidelberg

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11

Monday, August 21st 2006, 7:21pm

Hallo,
ich hab spaßeshalber einfach mal "Hauerhaus" eingegoogelt. Es kommen dann ganz viele Ergebnisse, meist in Österreich. Viele Gaststätten/Pensionen. Auch Immobilien. Ziemlich am Anfang ist ein "renoviertes Hauerhaus" zu vermieten. Ich würde einfach mal den Anbieter anrufen, oder anmailen und rein informativ mal fragen, was ein Hauerhaus eigentlich ist. (man will ja schließlich genau wissen, was man da so mieten will :D)
Ich habe noch irgendwo (vergessen wo) etwas gefunden, was darauf hindeutet, daß es sich um etwas wie Gesindehäuser handelte.

Das nur so als Tip
viele Grüße
Gisela
Ein Jegliches Ding hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde
Derzeitige Lieblingsbaustellen: GRUNER u. LINCKE, Sachsen, ab 1849 auch Schweiz. WURMSER von Schaffoltzheim, Bormio, Schweiz, Elsaß, Heidelberg. STREICHER, Ulm, 16. Jhdt. (Schwenckfelder). WERNBORNER, Hessen u.a.

Kathy

Nutzer

Location: Münsterland

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12

Tuesday, August 22nd 2006, 1:13pm

@Eurodiver

Im Ruhrgebiet gab es früher sogenannte Bergmannssiedlungen, in denen die Bergleute wohnten. Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass die Häuser in diesen Siedlungen auch als Hauerhäuser bezeichnet wurden.
Gruss Kathy
Gruß Katharina

Eurodiver

Unregistered

13

Friday, August 25th 2006, 1:44pm

Ich hab dank des Archivleiters des Liechtensteinmuseums in Wien, mittlerweile im Buch "Die niederösterreichische Grundherrschaft" gefunden was ein "Hauer" ist. Wie Anfangs bereits von mir vermutet, handelt es sich um einen Weinhauer.

Im Buch ist auch ausführlich erläutert was ein Ganzlehner und ein Halblehner ist und wie groß die Fläche des entsprechenden Lehens war (Ganzlehen = 24 Joch = 57,55 a).