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1

Thursday, October 16th 2003, 2:22pm

Steinadler, zum Weihnachtsfeste

Es "weihnachtet" sehr ... und die Werbung häuft sich im Briefkasten.

Gerade rechtzeitig hat es wieder ein "Genealoge" Namens Wilhelm von der Aa mit dem Steinadler-Verlag, geschafft eine Familienchronik aufzulegen. Das passende Familienwappen und auch ein Rahmen können gegen Aufpreis mitgeliefert werden.

"Selbst Schuld", wer nun gleich bestellt, denn im Kleindruckten findet sich der Hinweis, daß die Daten weder Anspruch auf Vollständigkeit erheben, noch ist eine Verwandschaft mit den angeführten Namen garantiert wird.

Bevor Ihr Euch am Weihnachtsfeste :sauer: , solltet Ihr auch folgende Artikel mal lesen:
Artikel hier im Forum
Artikel bei Ahnenforschung.net

Leonhard

Unregistered

2

Thursday, October 16th 2003, 3:39pm

Hallo,

... die Dummen werden nicht alle. Ich glaube allerdings nicht, daß der von der Aa diese "Dummen" unter den Genealogen und den Hobbyfamilienforschern findet (ich denke, daß diese Gruppe weiß, daß es sich um einen Scharlatan handelt).

Vielmehr wird er sein Geschäft mit den gutgläubigen, nichtsahnenden Leuten machen, die sich nie ernsthaft mit diesem Thema befaßt. Wenn man bedenkt, daß man bei einer solchen Mailingaktion mit max. 2% Rücklauf rechnet, kann man sich vorstellen, daß es doch reichlich Leute gibt, die für den entsprechenden Lebensunterhalt dieses Verlages beitragen.

... nun ja ... die Dummen (siehe oben)...

Gruß

Leonhard

Location: Schleswig-Holstein

Societies: AGOFF

  • Send private message

3

Thursday, October 16th 2003, 4:24pm

Hallo Leomhard,

Quoted

Ich glaube allerdings nicht, daß der von der Aa diese "Dummen" unter den Genealogen und den Hobbyfamilienforschern findet (ich denke, daß diese Gruppe weiß, daß es sich um einen Scharlatan handelt).


das kann man nicht so pauschal sagen.
Ich bin in vielen verschiedenen genealogischen Mailinglisten. Auch da tauchen in regelmäßigen Abständen immer wieder Fragen auf nach dem Schema: "Ich habe da ein Angebot vom Steinadler-Verlag erhalten. Was ist davon zu halten ?"

Mit freundlichem Gruß,
Dieter Schimmelpfennig

4

Thursday, October 16th 2003, 4:49pm

Und ich hatte es als neues Thema angelegt, damit auf der Seite Ahnenforschung.org die Warnung die nächsten Tage erscheint :] für die Anfänger ;)

Werner N

Unregistered

5

Sunday, March 14th 2004, 6:37pm

Gauner neppt Polizei und Justiz

Quoted

Geschäft mit den Ahnen
Verbraucherschutz warnt vor Stammbaum-Abzocke

NÜRNBERG — Ein verlockendes Angebot im Briefkasten: Bei Vorkasse von nur 49,90 Euro kommt eine einzigartige Familienchronik ins Haus, für etwas mehr wird ein farbiger Stammbaum, auf Pergament gedruckt angeboten. Zusammengetragen wurden die Daten aus zahllosen Archiven und Kirchenbüchern, so die Werbebroschüre des Steinadler-Verlags. Doch: Wer auf das Angebot eingeht, riskiert sein Geld, wie Hunderte von Strafverfahren wegen Betruges gegen den Verlag nahe legen.

In Nürnberg war es ausgerechnet die Familie des Justizpressesprechers Bernhard Wankel, der die Chronik angeboten wurde. Sein Ratschlag: "In den Papierkorb mit dem Werbebrief.“ Das meint auch die Verbraucher-Zentrale Sachsen, bei der ebenfalls Beschwerden eingingen. Wer Vorkasse geleistet habe, dessen Geld sei in den meisten Fällen ohne Gegenleistung weggewesen. Wer per Nachnahme orderte, der habe eine nahezu wertlose Broschüre mit Allgemeinplätzen erhalten, aber nie ein Ergebnis fundierter Ahnenforschung, berichten die Verbraucherschützer.

Die Adresse des Verlages in der Schlitzer Straße 50, Postfach 1592, in 26243 Niederaula führt zu einem Dienst der „Global Mail“, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Post AG. Jeder kann beim dortigen Internationalen Postzentrum (IPZ) eine Adresse einrichten. Er kann dann von jedem beliebigen Punkt der Welt Versandgeschäfte abwickeln, ohne deutsche Verbraucherschutzbestimmungen beachten zu müssen.

50 Betrugsverfahren

Im Falle des Steinadler-Verlages verlassen monatlich rund 30 000 Antworten das Verteilzentrum am Rande der hessischen Marktgemeinde in Richtung Leidschendam in den Niederlanden, so das Ergebnis einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung. Die Kriminalpolizei in Bad Hersfeld hat bislang 50 Betrugsverfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft in Fulda vorgelegt. Täglich werden es mehr. Das Geld lande, so die Polizei, vermutlich über ein Konto bei der Postbank auf den niederländischen Antillen. Das Endgerät der angegebenen deutschen Faxnummer stehe ebenfalls in Holland.

Wer die in der Broschüre angegebene Telefonnummer wählt, der landet in einem ausländischen Call-Center, wo man nichts über die Firma weiß, sondern nur auf Bestellungen eingerichtet ist, so die Polizei.

Nach Niederaula gehen auch die Schreiben all derer, die von der „Geld-zurück-Garantie“ des Steinadler-Verlages Gebrauch machen wollen und nie wieder etwas hören. Die Spur führt von dort zu einem Mann, der sich Wilhelm van der Aa nennt und Wohnsitze in Holland und den niederländischen Antillen hat.

Er ist bei Justiz und Verbraucherschützern bekannt. Vor zwei Jahren endeten die Geschäftsaktivitäten des Verlages in Kooperation mit einem privaten Call-Center in der Nähe von Karlsruhe trotz Warnungen, unter anderem von der Verbraucher-Zentrale Berlin, mit einem von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe addierten Betrugsschaden von weit über einer Million Euro. Vor Gericht landete damals allerdings lediglich der Chef des Call-Centers, der sich aber als unschuldig erwies. Der holländische Geschäftspartner erschien nicht vor Gericht, das Verfahren gegen ihn musste „wegen unbekannten Aufenthaltes“ eingestellt werden.

„Da sind juristische Vollprofis am Werk,“ sagt Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda. So ist die Frage unklar, wo der Tatort ist: Niederaula oder der jeweilige Wohnort des Geschädigten? Danach nämlich bemisst sich die Zuständigkeit der Justiz. Strafrechtlich ist die Sache schon schwierig, zivilrechtlich aussichtslos. Die holländische Polizei hält sich nicht für zuständig, und der Vorladung einer deutsche Behörde muss der Holländer nicht folgen. Wer geschädigt ist und einen Mahnbescheid erwirkt, weiß nicht, wohin er den Gerichtsvollzieher schicken soll. In Niederaula könnte er nur wertlose Briefe pfänden lassen. Am niederländischen Schlagbaum endet seine Macht.

Eine offensichtliche Lücke

Die Post will nun prüfen, ob sie künftig die irreführende Doppeladressierung mit Schlitzer Straße 50 in Niederaula und Postfach verbieten lassen kann. Die Angabe einer Straße suggeriert nämlich, dass die Firma dort ihren Sitz oder zumindest ein Büro hat. Die Post prüft auch, ob bei Missbrauch Postfachadressen entzogen werden können. „Da ist eine Lücke. Der Verbraucherschutz hält mit der Globalisierung nicht Schritt,“ sagt Wilhelm Schmidt vom Betrugsdezernat der Polizei in Bad Hersfeld.


Nürnberger Nachrichten, 10.01.2004