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1

Thursday, October 2nd 2008, 9:07pm

Wanderbücher

Hallo,
ich habe jetzt verstärkt gelesen, dass die Gesellen früher Wanderungen auf sich nahmen ("WALZ").

In Wikipedia steht, sie legten sich Wanderbücher an.
Hat das jeder getan? Wo findet man sie heute? In Stadt- oder Staatsarchiven?

Viele Grüße
M. Böhme :help: :help: :help:
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Viele Grüße

joerg 277

Moderator

Location: Haan

Societies: AMF, Verein f. Computergenealogie, AGGM

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2

Thursday, October 2nd 2008, 10:00pm

Hallo M.Böhme,

Wanderungen von Handwerksgesellen sind schon lange Brauch. Einige wenige Handwerker wandern auch heute noch, allerdings wohl weniger auf Schusters Rappen als mehr mit dem Daumen an der Hand :D . Weitere Informationen findest du auch hier - aber die Seite scheinst du ja zu kennen. Dort lese ich allerdings nichts detailliertes zum Wanderbuch / Wanderpass, vor allem nicht "legten sich ein Wanderbuch an" (oder wieder mal nicht richtig gelesen?).

Mir liegt der Wanderpass meines Urgroßvaters Alexander Wilhelm Decker vor.
Er wurde ausgestellt vom Königlich Preußischen Polizeipräsidium zu Berlin am 18.Juni 1867 und war bis 1871 gültig für "das In- und Ausland". Die Kosten für den Wanderpass betrugen (so ein Stempel auf der ersten Seite) "Ein fuenftel Thaler".

Auf der ersten Seite heißt es "Die paginierten Seiten 5 und folg. sind zu Visa's und sonstigen Vermerken bestimmt, und es darf keine derselben herausgerissen oder verlöscht werden, widrigenfalls der Inhaber in eine Polizeistrafe zu nehmen, auch nach Bewandniß der Umstände der Erlaubniß, weiter zu wandern, für verlustig zu erklären ist"

Demnach war der Wanderpass ein amtliches Dokument - vielleicht vergleichbar mit einem Reisepass? - das die Überschreitung der vielen kleinstaatlichen Grenzen, die es ja zu der Zeit immer noch gab, ermöglichte.
Die Eintragungen erlauben es, den Wanderweg in groben Zügen nachzuvollziehen, da immer eine Art Visum zum nächsten Ziel eingetragen wurde ("Gültig nach Frankfurt/M.").
Alexanders Wanderziele ab Berlin waren: Lauenburg - Cassel - Gotha - Cassel - Basel. Der letzte Eintrag ist aus Neuhausen bei Schaffhausen. Ein Eintrag zur Rückreise nach Berlin fehlt, vielleicht weil er da schon den Gestellungsbefehl zum Krieg 1870/71 hatte.

Ob derartige Wanderpässe irgendwo archiviert sind, weiß ich nicht, möchte es aber bezweifeln. Vermutlich behielt der Inhaber den Pass - wie eben hier der gute Alexander.
Freundliche Grüße
Jörg

Aktuelle Jagdreviere:
Berlin und Umgebung: Mohr, Hartung, Zienicke, Krusnick, Grünack, Linto (vor 1750); Magdeburger Börde (rund um Egeln, etwa 1600 - 1800)
Gera: Dix (vor 1740); Wunstorf: Brandes, Steinmann (vor 1800), Hildesheim: Michael (vor 1800)

Benny

Trainee

Location: Emden/Ostfriesland

Societies: UG

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3

Thursday, October 2nd 2008, 11:22pm

Moin,

ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass ich durch Zufall in einer Bibliothekssammlung ein Wanderbuch eines direkten Vorfahrens gefunden habe (mein Familienname).

Meiner Erfahrung nach wurden diese Bücher nirgends archiviert, sondern sind nur unter verschiedenen Umständen in Archive und Sammlungen geraten.

Es ist wie die Nadel im Heuhaufen.

Der Inhalt ist aber wirklich interessant, weil es Auskunft über das Aussehen der Person und den Wanderweg gibt. Mein Vorfahr gelangte damals von Norddeutschland bis nach Wien.

Gruß

Benny

4

Friday, October 3rd 2008, 11:16am

Hallo ihr zwei,
vielen Dank für eure Antworten.

@Jörg: Vielen Dank für die ausführlichen Bemerkungen - du bist zu beneiden, im Besitz eines Wanderpasses deines Vorfahren zu sein.
Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt, als ich sagte "sie legten es sich an". =) =) =)

@Benny: Heißt das, dass ich in Archiven und Bibliotheken nach dem Wanderpass suchen soll??? ;( ;( ;( AUF GUT GLÜCK?

Ich hoffe auf weitere Antworten!
Viele Grüße
M. Böhme :thumbsup: :thumbup:
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Viele Grüße

hvenitz

Trainee

Location: Saarland

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5

Friday, October 3rd 2008, 12:23pm

Hallo in die Runde,
dieses Thema interessiert mich ebenfalls, weil mein (bisheriger) Spitzenahn auch auf der Wanderschaft war. Von der Schweiz nach Bad Nauheim (dort ca. 1680).
Er war Zimmergeselle und nahm vermutlich die Route östl. des Schwarzwaldes. Da der Wanderpass im Besitz des 'Wandergeselllen' war, lassen sich solche Pässe heute wahrscheinlich nur durch Zufall finden. - Aber der Pass musste doch auch mit Leben erfüllt werden. Wer nahm hierin Eintragungen vor? - Der Meister, bei welchem der Geselle arbeitete? - Der Ort, die Stadt, in der er (vorübergehend) sich niederließ? - Der Wanderpass war und ist, so glaube ich zu wissen, auch heute bei einigen Berufen die Voraussetzung zur Erlangung des Meisterbriefes. - Wenn die jeweilige 'Ortspolizeibehörde' Eintagungen im Pass vorzunehmen hatte - wurde dort evtl. ein 'Gegenbuch' geführt. - Weiß evtl. jemand ob dies der Fall war? - Musste sich der Wandergeselle im Ort seines ggf. kurzen Aufenthaltes an- und abmelden? - Ist hierüber etwas bekannt? - Führten die entsspr. Zünfte eine Liste ihrer 'Wandergesellen?
Glaube nicht, dass es bereits 16xx solche Wanderbücher/-pässe gab; es interessiert mich dennoch.
Gruß Herbert
Schöne Grüße

Herbert

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VENITZ (Hessen -Raum Bad Nauheim-, übriges Deutschland), ANNA (Saarland), WENDEL (Saarland, Moselraum) FENTSCH o. ä. (Lothringen-Frankreich, Hessen, Rheinl.-Pfalz, Baden-Württemb., Bayern), VENETZ, VENETSCH o. ä. (Schweiz) :help:

Gertrud

Trainee

Location: Mannheim

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6

Friday, October 3rd 2008, 12:30pm

Hallo zusammen,

dieses Thema interresiert mich auch, mein Urahn war (denkeich) auch auf der Wanderschaft. Alles Nachkommen (ausser meinem Vater) war Schreiner und Zimmerleute. Mein Urahn stammte aus Bettenhausen/Sachsen (Thüringen) und ist von dort nach Lengenrieden/im Tauberthal gegangen.

Ich kann mir nicht vorstellen das er das aus vergnügen gemacht hat. Also kann ich mir nur vorstellen das er auf der Walz war. Leider habe ich bisher noch keinen Erfolg bei der suche gehabt. Meine Verwanten die man fragen könnte leben leider nicht mehr.

Vielleicht kann ich auf diesem Wege ja was erfahren.

Habe nächste Woche bei uns im Stadtarchiv einen Termin und werde versuchen dort was zu finden.

Gruss Gertrud
Forschungsgebiete:

Lengenrieden, Bettenhausen/Thüringen, Geba/Thüringen, Diedorf/Thüringen, Stuttgart

7

Friday, October 3rd 2008, 3:24pm

Hallo in die Runde,
dieses Thema interessiert mich ebenfalls, weil mein (bisheriger) Spitzenahn auch auf der Wanderschaft war. Von der Schweiz nach Bad Nauheim (dort ca. 1680).
Er war Zimmergeselle und nahm vermutlich die Route östl. des Schwarzwaldes. Da der Wanderpass im Besitz des 'Wandergeselllen' war, lassen sich solche Pässe heute wahrscheinlich nur durch Zufall finden. - Aber der Pass musste doch auch mit Leben erfüllt werden. Wer nahm hierin Eintragungen vor? - Der Meister, bei welchem der Geselle arbeitete? - Der Ort, die Stadt, in der er (vorübergehend) sich niederließ? - Der Wanderpass war und ist, so glaube ich zu wissen, auch heute bei einigen Berufen die Voraussetzung zur Erlangung des Meisterbriefes. - Wenn die jeweilige 'Ortspolizeibehörde' Eintagungen im Pass vorzunehmen hatte - wurde dort evtl. ein 'Gegenbuch' geführt. - Weiß evtl. jemand ob dies der Fall war? - Musste sich der Wandergeselle im Ort seines ggf. kurzen Aufenthaltes an- und abmelden? - Ist hierüber etwas bekannt? - Führten die entsspr. Zünfte eine Liste ihrer 'Wandergesellen?
Glaube nicht, dass es bereits 16xx solche Wanderbücher/-pässe gab; es interessiert mich dennoch.
Gruß Herbert


Glaube nicht, dass es bereits 16xx solche Wanderbücher/-pässe gab; es interessiert mich dennoch.


Wanderbücher wurden glaube ich 1830 eingeführt (zumindest gedruckte).
Auf der Seite http://www.deutsches-buchbindermuseum.de/19.0.html kann man ein Wanderbuch durchblättern - aber ich bekomme diesen Link nicht auf (Falsches Format???)

M. Böhme
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meyerhans

Unregistered

8

Friday, October 3rd 2008, 3:25pm

Wanderbücher

Hallo,

Ich war selber als rechtschaffener fremder Zimmergeselle auf Wanderschaft, ein Wanderbuch hatte ich nicht. Im Mitgliedsbuch der Gewerkschaft wurde eingetragen wann und wo ich eine Reiseunterstützung bekommen habe. Natürlich existieren bei den Züinften Listen der Gesellen und ihre Heimatadressen, schon um im Falle eines Unfalls die Eltern benachrichtigen zu können. Aber dass die für jeden zugänglich sind glaube ich nicht. Wie das im 18ten und 19ten Jahrhundert war weiss ich auch nicht. War wohl auch verschieden, je nach Zeit und Zunft. Es gab ja auch Gesellen die reisten ohne Mitglied einer Zunft zu sein. Mein Ur-urgrossvater schreibt in seiner Chronik jedenfalls nicht dass er Mitglied einer Schneiderzunft war.

Amicalement!

Hans

Paladin

Trainee

Location: Südwest-Pfalz

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9

Friday, October 3rd 2008, 3:34pm

Hallo Böhme,
du brauchst dazu ein plugin für deinen Browser da dieses Buch als DjVu-Datei eingestellt wurde. Geh mal aufWikipedia dort findest du nähere Informationen über dieses Grafik-Dateiformat.
viele Grüße
Ulrich
suche Volkemer >1720 Pfalz; Elsaß; Lothringen;
Schmidt in Syrgenstein/Bayern-Schwaben und Lothringen Raum Bitsch > 1720

10

Friday, October 3rd 2008, 3:45pm

Hallo Paladin,
mittlerweile habe ich das Plug-in installiert und es funktioniert prima.

Ein tolles Wanderbuch - mit sehr vielen Angaben zur Person (Augen, Augenbrauen, Haarfarbe, Kinn, Stirn, Bart,... ) sowie allen Stempeln der Städte, wo er unterwegs war.

M. Böhme
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Higgins

Unregistered

11

Friday, October 3rd 2008, 4:27pm

Hallo Leute,

die Einführung der Wanderbücher für auf der Walz befindliche Handwerksgesellen hängt
meiner Meinung nach mit den politischen Zuständen Deutschlands im 19. Jahrhundert
zusammen. Nach dem Wiener Kongress 1815 waren in vielen deutschen Teilstaaten
deren Regenten und/oder Regierungen daran interessiert die nationalen Einigungs-
bewegungen politisch klein zu halten oder gar zu unterdrücken. Dies geschah
besonders unter Führung und Druck von Österreich (Stichworte: Metternich, Karlsbader
Beschlüsse). Eine besondere Gefahr sah man hierbei in den zwischen den Staaten
reisenden Personen, also etwa Kaufleute oder noch viel mehr den Handwerker.
Zu den den ärmsten Handwerkern gehörten natürlich eher die wandernden Gesellen,
und es ist daher nicht verwunderlich gewesen, wenn diese noch am stärksten den
politisch neuen Ideologien anhingen. Um die Wandergesellen also besser kontrollieren
bzw. ihre Wanderungen besser nachvollziehen und die gegebenenfalls verfolgen zu
können, wurde ihnen die Führung eines solchen Wanderbuches auferlegt. Dort standen
ihre wichtigsten Daten, also Alter, Herkunft und sogar Angaben zu ihrer körperlichen
Erscheinung. Die Gesellen hatten sich an jedem Zielort bei der Polizei oder einer
ähnlichen Behörde zu melden und Angaben über Dauer und Zweck des Aufenthates
zu machen. Sie bekamen dort einen Eintrag und mussten sich bei Abreise erneut
melden, damit das Ziel ihrer erneuten Wanderung eingetragen werden konnte.
Wie lange allerdings die Wanderbücher geführt werden mussten, weiss ich nicht.
Das Ende des Deutschen Bundes und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches
müssen nicht unbedingt das Ende der Wanderbücher gewesen sein. Menschen
kontrollieren zu können, zumal sie vielleicht nicht unbedingt Monarchisten
gewesen sein müssen, kann auch später noch ein Grund für das Fortbestehen
der Führungspflicht gewesen sein.

Ich selbst besitze auch ein Wanderbuch eines Vorfahren von 1853.
Dieser Vorfahre (übrigens der Bruder des Uhrmachermeisters "Christ") ist als Maurer-
geselle Anfang 1854 von Frankfurt/Main aus nach Norden losgewandert, war u.a. in
Hamburg, Kiel und ging zweimal nach Dänemark und wieder zurück nach Nord-
deutschland um schließlich noch gegen Ende seiner Wanderung 1858 nach Russland
zu reisen (Eingetragen ist Riga als Ziel, aber ich kann die kyrillische Schrift nicht
lesen. Werde es vielleicht mal hier ins Netz setzen). Für 1859/60 ist dann als
letzter Eintrag sogar noch seine Lehrzeit an der Königlichen Bayerischen Akademie
der Künste eingetragen worden. Ich vermute mal, dass er mit geleistetem Bürgereid
in Frankfurt/Main 1861 dann als Baumeister in der Stadt leben und arbeiten durfte.
Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Story ein bißchen unterhalten! :D

Gruss,
Higgins

12

Friday, October 3rd 2008, 5:38pm

Hallo Higgins,
vielen Dank für die ausführlich erläuterten Anmerkungen.

Woher hast du dein Wanderbuch - im Besitz oder zufällig in einem Archiv / einer Bibliothek gefunden?

M. Böhme
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Viele Grüße

Higgins

Unregistered

13

Friday, October 3rd 2008, 8:00pm

Woher hast du dein Wanderbuch - im Besitz oder zufällig in einem Archiv / einer Bibliothek gefunden?


Nachdem eine Großtante gestorben war, habe ich in deren Besitz viele Dinge aus deren bzw.
meiner Familie gefunden - von alten Büchern, Möbeln, Fotos bis hin zu alten Dokumenten.
Zu den Dokumenten gehörte auch bereits erwähntes Wanderbuch, das, ehrlich gesagt, eher
schäbig aussieht und fast am auseinanderfallen ist. Und neben diesem Wanderbuch gibt es
dann noch alte Bauzeichnungen, Dekorstudien und Zeugnisse von diesem besagten Wander-
gesellen, der wirklich zu meinen Vorfahren gehört. Und der bereits erwähnte Uhrmacher-
meister Wilhelm Alexander Christ, welcher quasi 1863 in Frankfurt/Main das heute
angesehene Uhrengeschäft Christ gegründet hat, ist auch wirklich der Bruder meines
Vorfahren Johannes Christ (1834-1875), dem Wandergesellen und Baumeister aus Frankfurt/Main.
Von ihm besitze ich in der Tat viele Dokumente.

Gruss,
Higgins

14

Friday, October 3rd 2008, 8:08pm

Danke für deine Antwort Higgins.

Meint ihr denn, dass es sinnvoll wäre, evtl. mal bei Bibliotheken oder Archiven nachzu
fragen, ob nicht doch etwas vorhanden ist. Wie stehen denn die Chancen?


LG, M. Böhme
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Viele Grüße

Higgins

Unregistered

15

Saturday, October 4th 2008, 2:42pm

Probieren geht über Studieren!

Du kannst es ja mal in Stadtarchiven oder in Bibliotheken, die direkt an Stadtarchive
angeschlossen oder verbunden sind, wenden. Allerdings stellt sich jetzt mal die
Frage nach deinen Absichten? Hast du einen direkten Aufhänger, also einen
Vorfahren, nach dem du suchst? Oder ist es eher ein allgemeines Interesse,
z.B. wegen einer Studienarbeit?

Wenn du einen Vorfahren auf Wanderschaft hast, seinen Herkunftsort bzw.
seine Wohn- & Sterbeort kennst, vielleicht sogar die eine oder andere Station
seiner Wanderschaft dazu, dann würde ich dir empfehlen zunächst die jeweiligen
Stadtarchive aufzusuchen. Was die Wanderschaftsorte angeht, gibt es ja
vielleicht noch Bücher der damaligen polizeilichen Behörden oder ortsansässigen
Zünfte, in denen du eventuell Angaben zur Person finden kannst. Am Herkunfts-,
Wohn- und Sterbeort sind vielleicht noch Funde in den Archivalien der Zünfte
bzw. Gewerbe zu finden. Durchaus möglich, dass es da auch Wanderbücher zu
finden gibt.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass der Wandergeselle an den Orten seiner
Wanderung bei den dort ortsansässigen Zünften vorstellig werden konnte, um
dann Informationen über Ort und Arbeitsmöglichkeiten, sowie Unterkunft und
Versorgung erhalten konnte. Mancherorts wurde ihnen dann auch ein kleines
Geld oder Nahrung umsonst gegeben. Das könnte ja auch in den Zunftbüchern
schriftlich festgehalten worden sein.

Gruss,
Higgins

16

Saturday, October 4th 2008, 4:13pm

Hallo Higgins,
vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen.

Ja, ich suche nach meinem Altvater, der Zimmermann war und wohl auch eine Wanderung unternahm. Ich kenne Geburts- und Sterbeort, aber genaue Aufenthaltsorte sind mir unbekannt.
Ich werde demnächst mit Anfragen starten und mich an alles wenden, was möglich ist (auch in Berücksichtigung auf deine Tipps).

Ich danke dir nochmals recht herzlich!
Vielleicht hat jemand auch spezielle Erfahrungen gemacht und kann hier näher berichten.

Viele Grüße
M. Böhme
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hvenitz

Trainee

Location: Saarland

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17

Saturday, October 4th 2008, 4:15pm

Hallo liebe Leute,
Danke für Eure Beiträge - bin (mal wieder) etwas schlauer geworden!
Gruß Herbert
Schöne Grüße

Herbert

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tom1234

Trainee

Location: Berlin

Societies: AMF

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18

Saturday, October 4th 2008, 9:52pm

Hallo Leute,

auch ich suche den Wanderpass meines Urgroßvaters.

Dabei habe ich das für die Region zuständige Staatsarchiv angeschrieben,

die hatten auch Wanderpässe aber leider nicht den von mir gesuchten.

Grüße

Thomas

19

Saturday, October 4th 2008, 10:07pm

Hallo Thomas,
so muss ich das auch mal versuchen - auf gut Glück!

M. Böhme
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20

Friday, November 21st 2008, 3:36pm

Zimmermann - Hamburg - Zünfte - Wanderbuch

Ich habe schon mehrere Archive angeschrieben - erfolglos.

Hat jemand noch einen Tipp. Im Sterbeort des Vorfahren (Hamburg) habe ich noch nicht geschaut - gibt es irgendwelche Zimmermann-Zünfte?

Viele Grüße
M. Böhme
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