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1

Dienstag, 4. November 2008, 21:37

Friseurgesellin in den 20er/30er Jahren - Wie wahrscheinlich ist das?

Kurz die Vorgeschichte:
Mein Urgroßvater hat seiner Tochter, auf die Frage wie er ihre Mutter kennengelernt habe folgende Geschichte erzählt: Er war als Bäcker-/Konditorgeselle Ende der 20er / Anfang der 30er (das weiß ich leider nicht so genau) auf Wanderschaft. Dabei kam er durch Elbing in Westpreussen. Er dachte sich, er könne mal einen Haarschnitt gebrauchen und ging zum Friseur. Da war jedoch nur eine junge Frau, und er sagte ihr, er wolle sich die Haare schneiden lassen. Wo denn der Friseur wäre?
Daraufhin fragte sie ihn, ob er ihr denn nicht zutraue, dass auch ein Mädchen dies könne, und holte ihren Gesellenbrief - Der Beginn einer Liebesgeschichte....
Jetzt meine Frage: Wie wahrscheinlich ist das? Konnte eine junge Frau (Geburtsdatum ist mir leider unbekannt) in dieser Zeit eine Ausbildung zur Friseurin machen? Ist diese schöne Geschichte vielleicht nur eine Legende?

rotraud

Moderatorin

Wohnort: Münsterland

Vereine: WGGF

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2

Dienstag, 4. November 2008, 22:04

Soviel ich weiß, konnten Frauen zu der Zeit sehr wohl Friseurin werden. Allerdings gab es Damen- und Herrenfriseure - oft in einem Laden zwei abgetrennte Bereiche - und es war unüblich, dass Frauen die männliche Kundschaft bedienten.

3

Dienstag, 4. November 2008, 23:29

Hallo,

zu jener Zeit gab es in den meisten einfachen Familien jemanden, der den Familienmitgliedern beiderlei Geschlechts die Haare schnitt. Geldmangel oder Sparsamkeit war in den Städten der Hauptgrund, auf dem flachen Lande, das noch lange nicht so dicht besiedelt war wie heute, kam die räumliche Distanz hinzu.

Es gab daher viele ungelernte Friseure (ebenso wie Schneider und Schuster). Ob in Deinem Falle die Friseurin eine gelernte Kraft war, ist also für die Glaubwürdigkeit der Geschichte eher unerheblich.

Gruß
Detlef

Paladin

Mitglied

Wohnort: Südwest-Pfalz

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4

Mittwoch, 5. November 2008, 00:09

Auf dem Land war es oftmals so gewesen dass jemand aus dem Dorf der es aktzebtabel machte sonntags vor der Kirche umging und den Männern die Haare schnitt und sie auch rasierte damit man(n) gut gestylt in die Kirche gehen konnte und danach in die Wirtschaft. So konnte sich die Person einpaar Pfennige dazu verdienen. Seit 1888 gibt es Meister und Gesellenprüfungen im Friseurgewerbe damals wurden auch die Zwangsinnungen eingeführt.
viele Grüße
Ulrich
suche Volkemer >1720 Pfalz; Elsaß; Lothringen;
Schmidt in Syrgenstein/Bayern-Schwaben und Lothringen Raum Bitsch > 1720

5

Mittwoch, 5. November 2008, 00:30

hallo,

meine Schwiegermutter Jahrgang 1913 ( sie lebt noch ) hat ebenfalls eine Lehre gemacht.

Meine Mutter Jahrgang 1917 ( +) hat keine Lehre absolviert, als Bauerstochter musste sie in die Landwirtschaft, obwohl sie eine Lehrstelle zur Schneiderin hatte.

Uschi

6

Mittwoch, 5. November 2008, 08:08

Auf dem Land war es oftmals so gewesen dass jemand aus dem Dorf der es aktzebtabel machte sonntags vor der Kirche umging und den Männern die Haare schnitt und sie auch rasierte damit man(n) gut gestylt in die Kirche gehen konnte und danach in die Wirtschaft. So konnte sich die Person einpaar Pfennige dazu verdienen. Seit 1888 gibt es Meister und Gesellenprüfungen im Friseurgewerbe damals wurden auch die Zwangsinnungen eingeführt.

Waren (sind) denn auch Gesellen in der Innung? Könnte ich meine Urgroßmutter auf diese Weise ausfindig machen? Kennt sich da jemand aus?

7

Mittwoch, 5. November 2008, 08:10

Hallo,

zu jener Zeit gab es in den meisten einfachen Familien jemanden, der den Familienmitgliedern beiderlei Geschlechts die Haare schnitt. Geldmangel oder Sparsamkeit war in den Städten der Hauptgrund, auf dem flachen Lande, das noch lange nicht so dicht besiedelt war wie heute, kam die räumliche Distanz hinzu.

Es gab daher viele ungelernte Friseure (ebenso wie Schneider und Schuster). Ob in Deinem Falle die Friseurin eine gelernte Kraft war, ist also für die Glaubwürdigkeit der Geschichte eher unerheblich.

Gruß
Detlef

Jein. Da meine Urgroßmutter unbekannt ist, und früh verstarb, dachte ich, das hier wäre ein kleiner Strohhalm...

Josef Gassenhuber

unregistriert

8

Mittwoch, 5. November 2008, 09:52

Friseurgehilfin

Hallo NJAS

Den Fachmann fragen, ob es in den 20er/30er Jahren (1920-1930) eine Friseurgesellin geben konnte.

Fachmann ist: Die Friseur-Innung in deinem Bereich.

Adresse beim nächsten Friseurbesuch vom/von Geschäftsinhaber/in erfragen. Er/Sie muß (als Meister/in) Mitglied in dieser Innung sein.

Übrigens: Die Emanzipation (im positiven Sinn) gibt es nicht erst seit 40 - 50 Jahren.

Viel Erfolg bei dieser Forschung

Josef Gassenhuber

Paladin

Mitglied

Wohnort: Südwest-Pfalz

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9

Mittwoch, 5. November 2008, 20:25

Hallo NJAS,
eine Innung besteht aus Handwerksbetriebe des dementsprechenden Handwerkes. Desweiteren gibt es auch Gastmitglieder in Innungen diese sind meist Artfremde Betriebe die aber geschäftlich mit Innungsbetrieben verbunden sind zum Beispiel Großhändler. Da die Betriebe ihre Auszubildende bei der Handwerkskammer zur Gesellenprüfung anmelden müssten Unterlagen von Gesellenprüfungen bei diesen zufinden sein. Am besten bei der zuständigen Handwerkskammer nachfragen. Wie lange allerdings die Aufbewahrungsfrist ist weiss ich leider auch nicht.
viele Grüße
Ulrich
suche Volkemer >1720 Pfalz; Elsaß; Lothringen;
Schmidt in Syrgenstein/Bayern-Schwaben und Lothringen Raum Bitsch > 1720