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rathna

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  • »rathna« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: geborener Sachse, gelernter Brandenburger, im Moment glücklicher Hesse, im Herzen Reisender

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1

Samstag, 31. Januar 2009, 00:21

Text mit einigen Unklarheiten

Hallo,



bin durch die Büchersuche auf folgenden Text gestoßen, den ich teilweise nicht verstehe :sauer: : (im Fettdruck meine Unklarheiten)



Von Zaasch, wo auch ein Beygl. vom Hauptgleite von Delitzsch ist, besteht der Amtsantheil in 8 Pferdlern, 6 Häuslern......Es befinden sich in demselben 67 gegenwärtig aber 96 Einwohner mit 24 Pferden, 2 Ochsen, 49 Kühen, 80 Schaafen, 26 3/8 Huf., 1139 vollen, 931 gangbaren, 208 decr .u.s.w. Schocken.



Was ist ein Gleite?

Heißt es, zur Zeit der Zählung waren mehr Einwohner als normal da?

Was sind Hufen und Schocken?



Vielen Dank für Eure Hilfe.



LG Andrea
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen. (Konfuzius)

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Paladin

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2

Samstag, 31. Januar 2009, 00:38

Hallo Andrea,
zu Hufen haben wir hier im Forum schon Beiträge geschrieben. Hufe ist eine Fläche einer bestimmten Grösse.
zu Schocken habe ich dir hier aus Grünitz was rausgesucht:

Zitat

Schocken, ein regelmäßiges thätiges Zeitwort und ein Zeitwort der Mittelgattung. I. In Schocke setzen, nach Schocken zählen. Das Unterholz schocken, in der Forstwirthschaft, das Unterholz zu Reißbündeln schlagen und diese in Haufen von 60 Stück setzen. -- In der Landwirthschaft ist schocken so viel, als in Schocken sich ergeben. Die Gerste schockt gut, wenn sie <147, 602> viel Körner aus einem Schocke Garben giebt, oder auch wenn sie viele Schocke Garben giebt. Der frühe oder Augusthafer schockt besser, als anderer Hafer, er giebt mehr Schocke. Das Korn schockt dieses Jahr besser, als im verwichenen, das heißt, man bekommt mehr davon in Schocken. Auf ähnliche Art sagt man auch mandeln, scheffeln etc. -- In dem Zusammengesetzten beschocken bedeutet es auch mit einer nach Schocken bestimmten Steuer belegen. --

zu der Einwohnerzahl so versteh ich das auch dass normalerweise 67 Personen in diesem Haushalt leben aber in der Zeit der Zählung 96
Gleite ?
dazu hab ich nichts gefunden in welchem Zusammenhang steht das denn ?
viele Grüße
Ulrich
suche Volkemer >1720 Pfalz; Elsaß; Lothringen;
Schmidt in Syrgenstein/Bayern-Schwaben und Lothringen Raum Bitsch > 1720

rathna

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3

Samstag, 31. Januar 2009, 01:09

Hallo Paladin,



ja Hufe war mir nach dem Schreiben auch klar, (naja die Uhrzeit: hatte mich kurz gewundert, was 26 3/8 wohl für Tiere sein sollten ?( ).

Gleite steht halt in dem von mir zitierten Zusammenhang, wobei Zaasch ein Dorf/Flecken (oder wie auch immer damals) war und Delitzsch wohl die Amtsstadt.

Es gibt aber anscheinend verschiedene Schocken: gangbare, volle und decr. ?(



Danke. Andrea
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Paladin

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Wohnort: Südwest-Pfalz

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4

Samstag, 31. Januar 2009, 01:29

Wobei Schocken von Schock kommen kann was dann ein Zählmass wäre.
viele Grüße
Ulrich
suche Volkemer >1720 Pfalz; Elsaß; Lothringen;
Schmidt in Syrgenstein/Bayern-Schwaben und Lothringen Raum Bitsch > 1720

5

Samstag, 31. Januar 2009, 17:08

Hallo Andrea,
wegen Gleite sieh mal hier , da ist von Hauptgeleite u. Beigeleite die Rede, scheint sich um Abgaben irgendwelcher Art zu handeln.
MfG, J. Steffen

rathna

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6

Montag, 2. Februar 2009, 23:22

Hab etwas gefunden: (der besseren Erläuterung wegen, setze ich den gesamten Absatz hier rein)

Von diesen Vesten übte man Raub auf den Landstraßen, und Bedrückungen gegen die minder Mächtigen aus - alle Bande der Gesellschaft wurden aufgelöst. Noch im XV. Jahrhundert erbaute selbst ein Erzbischof von Kölln ein Schloß, und als ihn der zur Bewachung desselben aufgestellte Beamte fragte, von was er mit den Seinigen leben sollte; so zeigte er demselben die vier Strassen

Der Adel, unter Vorspiegelung des Schutzes, erpreßte Abgaben von dem wehrlosen reisenden Kaufmann; zuweilen erhielt er auch dieselben gutwillig, oder durch Kontrakt, und diese Abgaben nennte man Gleite!

In der Mitte des XI. Jahrhunderts, unter Heinrich dem IV. wurden Zölle und Gleite unstreitig zu den Regalien der Kaiser gerechnet

gesamter Text hier nachzulesen

Quelle: "Denkwürdigkeiten zur Finanzgeschichte Sachsens" aus dem Jahre 1790



Es handelt sich also um eine Art geregelter Zoll.



LG Andrea
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