Suche im Forum



Unsere Magazine

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum zur Ahnenforschung . Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Henry Jones

Mitglied

  • »Henry Jones« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Krs. Göppingen

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 9. September 2009, 22:26

Kriegserinnerungen von Karl Wienecke - Kapitel 2 (Seite 29 -31) - Ferdi

So und die letzten 3 Seiten von Kapitel 2. Diesmal darf Ferdi ran. Danach können wir ab dem 3. Kapitel eine richtige (Vornamen sortierte) Reihenfolge durchführen.



Viel Spaß

Gruß Alex
Mitglied des Vereins zur Klärung Schicksaler Vermissten & Gefallener e.V. (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net
www.vksvg.de

Ferdi

Mitglied

Wohnort: Schwalbach-Saarlad

Vereine: AG.f.Saarl.Fam.-

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 10. September 2009, 16:31

Kriegserinnerungen

Hallo Alex

Nachstehend die 3 Seiten
- 29 -
und wir rückten uinter Gesang wieder in die Kasernen ein. Der Marschbefehl war eingetroffen. Es ging los!
Auf dem Kasernenhof wurden die scharfen Patronen ausgegeben und uns eröffnet, daß wir in der Nacht
vom Sonntag zum Montag verladen werden sollten.
Es war doch ein eigenartiges Gefühl, als die "Boten des Todes" in die Patronentaschen verstaut wurden.
Am Nachmittag nahm ich Abschied von all`den lieben Verwandten und Bekannten, die ich nun in Braunschweig
zurück ließ. Doch Traurigkeit kam gar nicht auf, warum auch?
Mit einer Freundin aus Seesen, Lehnchen Hausmann, und ihrer Base, Lehnchen Sauer, verabredete ich noch
eine Zusammenkunft am nächsten Tag. Abends gab es noch einen ausgedehnten Abschiedsschoppen mit den
Seesener Kameraden vom Land-
- 30 -
sturm ind "Stadt Salzwedel".
"Es war ein Sonntag, hell und klar, ein selten schöner Tag im Jahr!" So konnte man mit dem Dichter sagen, als
der 16. August angebrochen war. Auf den Kirchtürmen der Stadt ertönte Glockengeläute. Sonntagsstimmung -
Abschiesstimmung!.
In den Vormittagsstunden wurden die Tornister gepackt. Manche Liebesgabe, von Verwandten gespendet, mußte mit
verstaut werden. So hatte ich von meinem Onkel Fritz eine Kiste Zigarren bekommen und einen nagelneuen
Darlehnskassenschein von "Fünf" Mark. Schade, daß man mit den Zigarren nicht sparsamer umgegangen war,
denn später auf dem Vormarsch fehlten sie mir.
Am Nachmittag war noch Gottesdienst im Dom mit anschließendem Abendmahl.
- 3 1 -
Hierzu hatten sich sehr viel Angehörige den Ausrückenden eingefunden.
Ein Schluchzen und Weinen ging durch den Raum, das einem die Kehle zuschnürte.
Nach dem Gottesdienst hatten wir noch bis 10 Uhr, wo alles in der Kaserne sein mußte,
Zeit und Gelegenheit zum Abschiednehmen.
In "Holst Garten" in der Wolfenbüttelerstrasse verlebte ich mit den beiden Freundinnen
einen schönen Nachmittag. Nur zu bald schlug die Abschiedsstunde.
"Weh, daß wir scheiden müssen,
lass Dich noch einmal küssen!"
Punktlich war alles in der Kaserne, aber an Schlaf war nicht mehr zu denken, denn
schon um 12 Uhr sollte Antreten sein.
Im Laufe des Nachmittags waren schon die Wagen der Bagage verladen, jetzt
fehlte nur noch die "lebende" Fracht.


Gruß Ferdi

3

Donnerstag, 10. September 2009, 16:37

Hallo Ferdi,

könntest du deinen Text so bearbeiten, dass er mit den Zeilen wie im Original ist, dann kann man sich besser zurecht finden.

Gruß Kai

Ferdi

Mitglied

Wohnort: Schwalbach-Saarlad

Vereine: AG.f.Saarl.Fam.-

  • Nachricht senden

4

Donnerstag, 10. September 2009, 23:09

Kriegserinnerungen

Hallo Kai
Entschuldige bitte, ich hatte daran nicht gedacht. Ich hatte die 3 Seiten in Steno übertragen, da der Drucker die Seiten nicht vollständig ausdruckte.
Hier noch einmal den Text wie im Original:
-29 -
und wir rückten unter Gesang wieder in
die Kasernen ein. Der Marschbefehl war ein-
getroffen. Es ging los!
Auf dem Kasernenhof wurden die schar-
fen Patronen ausgegeben und uns eröffnet,
daß wir in der Nacht vom Sonntag zum
Montag verladen werden sollten. Es war
doch ein eigenartiges Gefühl, als die "Boten
des Todes" in die Patronentaschen verstaut
wurden.
Am Nachmittag nahm ich Abschied von all`den
lieben Verwandten und Bekannten, die ich
nun in Braunschweig zurück ließ. Doch Trau-
rigkeit kam gar nicht auf, warum auch?
Mit einer Freundin aus Seesen, Lehnchen Haus-
mann, und ihrer Base, Lehnchen Sauer, verab-
redete ich noch eine Zusammenkunft
am nächsten Tag. Abends gab es noch
einen ausgedehnten Abschiedsschoppen
mit den Seesener Kameraden vom Land-

- 30 -
sturm in "Stadt Salzwedel!"
"Es war ein Sonntag, hell und klar, ein
selten schöner Tag im Jahr!" So konnte
man mit dem Dichter sagen, als der
16. August angebrochen war. Von den
Kirchtürmen der Stadt ertönte Glocken-
geläute. Sonntagsstimmung - Abschieds-
stimmung!
In den Vormittagsstunden wurden die
Tornister gepackt. Manche Liebesgabe, von Ver-
wandten gespendet, mußte mit verstaut
werden. So hatte ich von meinem Onkel
Fritz eine Kiste Zigarren bekommen und
einen nagelneuen Dahrlehnskassenschein
von "Fünf" Mark. Schade, daß man mit den
Zigarren nicht sparsamer umgegangen
war, denn später auf dem Vormarsch fehlten
sie sehr. Am Nachmittag war noch Gottesdienst
im Dom mit anschließendem Abendmahl.

-31 -
Hierzu hatten sich sehr viel Angehörige der
Ausrückenden eingefunden. Ein Schluchzen
und Weinen ging durch den Raum,
das einem die Kehle zuschnürte.
Nach dem Gottesdienst hatten wir noch
bis 10 Uhr, wo alles in der Kaserne sein
mußte, Zeit und Gelegenheit zum Abschied-
nehmen.
In "Holst Garten" in der Wolfenbüttlerstraße
verlebte ich mit den beiden Freundinnen
einen schönen Nachmittag. Nur zu bald
schlug die Abschiedsstunde.
"Weh, daß wir scheiden müssen,
lass Dich noch einmal küssen!"
Pünktlich war alles in der Kaserne, aber an
Schlaf war nicht mehr zu denken, denn
schon um 12 Uhr sollte Antreten sein.
Im Laufe des Nachmittags waren schon
die Wagen der Bagage verladen, jetzt
fehlte nur noch die "lebende" Fracht.

Gruß Ferdi