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1

Tuesday, October 6th 2009, 5:16pm

Familienname Sarrazin

Hallo Namenforscher

Danke im Voraus für Eure Mühe.

Suche die Bedeutung und Herkunft dieses Namens--Sarrazin

Nieheim

Seerose

Trainee

Location: im Fichtelgebirge

Societies: keine

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2

Tuesday, October 6th 2009, 5:43pm

Hallo Nieheim



Das deutsche Namenslexikon bietet folgende Erklärung des Namens:



Sar(r)azin (frz. Sarrasin): der im Land der Sarazenen, im Morgenland geweilt hat (Kreuzzugsteilnehmer?)

Ein Geistlicher Rud. von Mühlhusen, genannt Sarracin 1246 O.Rhein.

Eingedeutscht mhd. Serze "Sarazen", dazu Henkinus dictus Sertzin: Bauer, 1349 b. Bingen.

Seerose :)

3

Friday, October 16th 2009, 3:57pm

Lt. einem Bericht des Magazins "Stern" (15. 10. 2009) stammt der ehemalige Berliner Finanzminister und heutige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin aus einer sabäischen Familien, die über Nordafrika und Spanien nach Frankreich gelangte und sich dort mit Hugenotten "vermischte". Daher dürfte die Namensbedeutung im Französischen zu finden sein:

Franz. sarrazin / sarrasin =
1. eine Person, die zur muslimischen Bevölkerung des Mittelalters gehörte
2. Buchweizen

mfg

4

Monday, September 6th 2010, 8:25pm

Hallo Freunde

Hier folgendes aus dem Internet -der Stammbaum der westfälischen Familie Sarrazin

Chronik Sarrazin


nach dem Stammbaum der westfälischen Familie Sarrazin begründet von Hermann Sarrazin, Wiesbaden und Josef Sarrazin, Krerowo, Hrsg. Felix R. Sarrazin, ...
www.uni-luebeck.de/detmering/chronik_sarrazin.html -



Gruß von Nieheim :D :(

5

Tuesday, September 7th 2010, 8:14pm

Hallo
In der oben aufgeführten Chronik wird behauptet, SARRAZIN sei die eingedeutschte Form von franz. sarrasin, das ist falsch. Wie ich schon erklärt habe, sind beide Schreibweisen original französisch. Vgl. http://atilf.atilf.fr/dendien/scripts/tl…;r=1;nat=;sol=0;
mfg

6

Tuesday, September 7th 2010, 8:55pm

Hallo Charles :)

aus Hans Bahlow

Sarrazin (frz.Sarrasin):

der im Morgenland geweilt hat(Kreuzzugsteilnemer ??);

ein Geislicher Rud von Mülhusen gen.Sarracin-1246 O.Rhein.

Eingedeutscht mhd.Serze-"Sarazen",-Heide;

dazu Henkinus dictus Sertzin ,Bauer,1349 bei Bingen.

Gruß von Nieheim :D

assi.d.

Trainee

Location: 36103 Flieden/Osthessen

Societies: VSFF

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7

Wednesday, September 8th 2010, 1:59pm

aus einer sabäischen Familien


Dann wäre er ja ein Jemenite! 8o
Und ob es die Königin von Saba tatsächlich gab, ist nach wie vor nicht bewiesen. Zumal er dann ja eventuell auch mit König David verwandt wäre... :wacko: und vielleicht haben seine Urururur....ur-Großeltern auch die Bundeslade nach Äthiopien gebracht?! ;( Das möchte ich doch gerne bewiesen sehen! 8)

Assi

Und was ich nicht ändern kann, da bleibe ich weiter dran... (Herbert Grönemeyer)

8

Wednesday, September 8th 2010, 6:22pm

Hallo Nieheim. Die Erklärung von Bahlow hat nichts mit der in der Chronik beschriebenen Familie zu tun, die erst im 16. Jh. nach Deutschland eingewandert ist. Im 13., 14. und 15. Jh. gab es noch keine Hugenotten in Dtl.. mfg ;)

9

Thursday, September 9th 2010, 7:37pm

Hallo Charles

Siehe ;( :P

Das Wort saracenus und seine volkssprachlichen Entsprechungen haben im Verlauf ihrer mittelalterlichen Bedeutungsentwicklung neben der primären ethnischen oder religiösen Bedeutung „islamischen Völkern zugehörig“ zum Teil auch die weitere Bedeutung „heidnisch“ oder allgemein „fremdartig, alt“ angenommen (so in Bezeichnungen von Bauwerken oder Ruinen der römischen Antike als „sarazenisch“, daher auch engl. sarsen (stone) für Megalithen in prähistorischen Monumenten), außerdem in bestimmten Zusammenhängen die übertragene Bedeutung „schwarz, dunkel“. Sprach- und sachgeschichtlich ist deshalb oft schwer oder nur anhand des jeweiligen Kontextes zu entscheiden, ob gegebene Verwendungsweisen auf der primären oder einer sekundären Bedeutung beruhen.(Internet)

Gruß Nieheim

10

Friday, September 10th 2010, 2:57pm

Absolut richtig. Diese Verschiedenen Bedeutungen hatte auch das altfranz. sarrasin, sarrazin, von dem sich ja der hugenottische Familienname ableitet. Vgl. Altfranz. Wörterbuch. Demnach kann es sogar Jude (hebreu) bedeuten.
mfg

11

Saturday, September 11th 2010, 2:32pm

Naja :D

Unter den zahlreichen Etymologien, die in moderner Zeit vorgeschlagen wurden, begegnet am häufigsten eine seit dem 18. Jahrhundert aufgekommene Herleitung Scharqiyyun aus arabisch scharqi („östlich, orientalisch, Orientale“). Ebenfalls bedenkenswert erscheint als mögliche arabische Wurzel sariq, Plural sariqin („Plünderer“). 8)

12

Monday, September 20th 2010, 2:53pm

Leider ist im Link zum Altfranz. Wörterbuch nicht die Stelle markiert, aus der die gegebene Erklärung hervorgeht. Hier noch einmal die passende Stelle: Altfranz. Wörterbuch Siehe S. 337 unter Punkt 4.

Noch ein Wort zur korrekten Aussprache:
Da es sich um einen franz. Namen handelt, sollte er auch franz. ausgesprochen werden, schließlich werden die franz. Familiennamen anderer dt. Politiker wie Lafontaine, de Maizière, Bouffier usw. ja auch nicht deutsch ausgeprochen.
Bei Sarrazin ist also das S stimmlos (scharf), das Z stimmhaft (weich) und die Endung nasal zu sprechen, wie bei Chopin.

mfg

Hina

Moderatorin

Location: Skive, Danmark

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13

Monday, September 20th 2010, 11:45pm

Hallo Charles,
das mit der Aussprache ist ja gut und schön aber das schafft man nie und nimmer. Von 100 Leuten bringen das vielleicht 2 und wer hat schon Lust, ständig Erklärungen zu seinem Familiennamen abzugeben :D . Den Namen meiner väterlichen Familie hat in Deutschland so gut wie noch nie jemand richtig ausgesprochen, nichtmal nach "üben". Man kann auch nicht verlangen, dass andere deswegen Portugiesisch lernen. Mit den "Eindeutschungen" muss man einfach leben, ob man nun will oder nicht ;) . Dass die Leute die französischen Namen von einigen Politikern wie Lafontaine, de Maizière, Bouffier richtig aussprechen, liegt einfach nur daran, dass es ihnen von den Medien eingehämmert wurde. Dafür werden sie diese Namen eher selten richtig schreiben, wenn sie die nur hören. Andere bekannte Namen werden weiterhin falsch gesprochen, so auch von den Medien. Die wenigsten sprechen z.B. Schleswig-Holstein samt den meisten dortigen Ortsnamen oder auch Mecklenburg richtig aus, weil sie eben kein Niederdeutsch können. Ein Drama ist das aber nun wahrlich nicht.
Dazu kommt noch, dass unzählige Familien ihren eigenen Familiennamen, sofern er nicht ganz eindeutig von einem hochdeutschen Begriff ableitbar ist, falsch betonen. Aber wo liegt denn nun wirklich das Problem?
Viele Grüße
Hina
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann

14

Tuesday, September 21st 2010, 12:06am

Hallo Hina,
Die wenigsten sprechen z.B. Schleswig-Holstein samt den meisten dortigen Ortsnamen oder auch Mecklenburg richtig aus, weil sie eben kein Niederdeutsch können.
nur aus reiner Neugier möchte ich Fragen wie man den Mecklenburg "richtig" ausspricht :D ? Die Hälfte meiner Familie wohnt da oben. Würde mich interessieren, ob da der sächsische Enfluss geblieben ist. Da hört es sich immer nach Mecklenburch an (wie bei Burchardt). Also das Ende sprechen sie ganz kurz aus.

Grüße Kai

Hina

Moderatorin

Location: Skive, Danmark

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15

Tuesday, September 21st 2010, 12:15am

Hallo Kai,
der Knackpunkt bei Mecklenburg ist das ck, das eben kein ck wie im Hochdeutschen ist, sondern ein Dehungs-c. Das heißt, der Buchstabe, der vor dem Dehnungs-c steht, wird schön lang ausgesprochen. Mecklenburg meckert also nicht, sondern meeekelt. Und das g wird im Niederdeutschen in der Tat nicht so hart gesprochen, wie im Hochdeutschen, wo es schon fast zum k wird. Das Säusel-s gibt es auch nicht, sondern es ist ganz scharf mit spitzer Zunge, ähnlich wie ein z aber das kommt ja in Mecklenburg nicht vor ;).
Viele Grüße
Hina
"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann

16

Tuesday, September 21st 2010, 12:30am

Hallo Hina,

danke dir für deine Erklärung. Irgendwie schon interessant - ich habe da noch nie so genau darauf geachtet. Nur das sie eben anders reden, vor allem die älteren Leutchen...
Wenn ich das nächste mal oben im Norden bin, achte ich mal drauf, ob sie alles ordentlich aussprechen :)

Grüße Kai

17

Tuesday, September 21st 2010, 2:58pm

Hallo Hina,
also ich weiß nicht, was an [ ßarasäang ] so schwer auszusprechen ist? Chopin [schopäang] wird von den meisten Leuten ja auch richtig ausgeprochen. Ich denke, die weit verbreitete dt. Aussprache von SARRAZIN liegt wie du schreibst nur daran, dass es in den Medien nur immer so verbreitet wurde, wohl ob der Unkenntnis, dass es eben keine Eindeutschung ist, sondern echt französisch. Daher auch mein Einwand zu der Chronik der westfälischen Familien Sarrazin.

mfg

assi.d.

Trainee

Location: 36103 Flieden/Osthessen

Societies: VSFF

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18

Thursday, October 7th 2010, 6:59pm

Ebenfalls bedenkenswert erscheint als mögliche arabische Wurzel sariq, Plural sariqin („Plünderer“).


Hallo,

ich muß immer mal wieder an den threat hier denken: wollte man immer auf eine arabische Wurzel zurückgreifen, würde auch der deutsche FN "Sippel" eine ganz neue Bedeutung bekommen: arabisch "zibl" heißt "der Müll". 'Somit wären alle Sippels ja Müllmänner gewesen.... ;( Derer gibt es viele in Osthessen. Sippel meine ich!

Ich denke, ohne eine gründliche Recherche wird das oft nichts mit der Namensdeutung.

Und wenn die Wurzel schlicht eine Ortsbezeichnung war? Frei nach dem Motto: die Leute da aus Arras (gelegen zwischen Lille und Amiens)? Und der Normalfranzose im Mittelalter einfach sagte "Les Arrasins"??? Dann würde das -s mit dem A- zusammengezogen ein "Lesarrasins" werden...., oder? 8o Noch ein bisschen Umgangssprache und Slang dazu und schon hat man es... :thumbsup:

Mein eigener FN ein ein schönes "ou" in der Mitte. Jedem, der fragt und den ich nicht leiden kann, sage ich: "ist französich" und ernte damit immer ein anerkennendes und respektvolles "ah, so". Dabei kommt der Name aus der Bukowina und schrieb sich noch vor 100 Jahren schlicht als "o".

Assi

Und was ich nicht ändern kann, da bleibe ich weiter dran... (Herbert Grönemeyer)

This post has been edited 1 times, last edit by "assi.d." (Oct 7th 2010, 7:05pm)


19

Friday, October 8th 2010, 3:16pm

Und wenn die Wurzel schlicht eine Ortsbezeichnung war? Frei nach dem Motto: die Leute da aus Arras (gelegen zwischen Lille und Amiens)? Und der Normalfranzose im Mittelalter einfach sagte "Les Arrasins"??? Dann würde das -s mit dem A- zusammengezogen ein "Lesarrasins" werden...., oder? 8o Noch ein bisschen Umgangssprache und Slang dazu und schon hat man es...

Als Namensbestandteil steht der Artikel immer im Singular, da er sich nur auf eine Person - den Namensträger - bezieht.
Außerdem, die Einwohner von Arras in Nordfrankreich werden/wurden Arrageois genannt.
"Les habitants d'Arras s'appellent les Arrageois"
Vgl. http://www.lion1906.com/departements/pas-de-calais/arras.php

mfg

This post has been edited 1 times, last edit by "Charles Quint" (Oct 10th 2010, 4:59pm)