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baer1955

unregistriert

1

Donnerstag, 22. November 2012, 11:29

"Namesnachfolgerin"

Liebe Forscher/innen,

Anna Maria Fischer wurde am 11. Mai 1832 in Gondorf geboren und verstrab am 11. Juli 1834, also wurde die kleine Anna Maria 2 Jahre und 2 Monate alt. Ihr "Namesnachfolgerin" wurde am 17. August 1834 geboren. Die Anna Maria hatte ein langes Leben und verstarbam 27.10.1911 im Alter von 77 Jahr 2 Monaten und 10 Tagen. Nachts um 1 Uhr nach längerer Krankheit wie der Totenzettel verrät.

Der frühe Tot von Kindern ist in früheren Zeiten nicht besonderes. Für mich ist es mittlerweile normal, wie meine Vorfahren mit den frühen Tot von Kindern umgegangen sind. Trauerbewältigung per "Namensnachfolger".

Hat jemand von euch schon mal in Überlieferungen wie etwa Tagebüchern Infos zu den damaligen Beweggründen gefunden?

2

Donnerstag, 22. November 2012, 13:02

Hallo Gregor,

in meiner Familiengeschichte gibt es mehrere Kinder, die den Namen ihrer verstorbenen Geschwister erhalten haben. Ich glaube, mit Trauerbewältigung hat es weniger zu tun; Es sollten wohl die Namen der Großeltern und Eltern (oder andere Verwandte)weiter gegeben werden.

Viele Grüße, Ursula
Viele Grüße :) Ursula

Lemke

Mitglied

Wohnort: Springe, Niedersachsen

Vereine: Arbeitskreis Familienforschung Osnabrück e.V.; CompGen;

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3

Freitag, 23. November 2012, 11:06

Hallo Gregor
Sehe es ähnlich wie meine Vorrednerin. Trauer wurde weggearbeitet - zumindest bei vielen Menschen - da war keine Zeit für anderes - die Menschen waren anders als wir heute gefordert in langer und oft harter Arbeit ihr Geld zu verdienen. Freizeit, die auch zugelassen hätte, dann man Zeit zum Nachdenken und Nachspüren hat, war rar. Zur Trauerbewältigung, wenn man das so sagen kann, diente die schwarze Kleidung. Sie zeigte den andern an: "Halt, hier geht es jemandenm nicht gut!" und er hatte im Zweifelsfall ein Trauerjahr Zeit - wenngleich da dann oft auch vieles (ungut) ritualisiert war.
Allerdings, wenn ich mir so bei meinen Ahnen anschaue wie oft da mehr als ein Kind starb, dann frag ich mich schon, ob da nicht die Mütter und Väter irgendwann emotional am Stock gingen. Aber habe auch nix schriftliches dazu. Sehr berührend sind ja Luthers Briefe nach dem Tod seiner Tochter - ich glaub die wurde 13 Jahre alt. Da klingt ja was durch...
Grüße
Harald

Katze

Mitglied

Wohnort: Herten, NRW

Vereine: keine

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4

Samstag, 24. November 2012, 18:31

Hallo zusammen!

Ich habe bei mir in der Familie den Fall, dass der Name" Marten "4-mal vergeben wurde. Erst der vierte Sohn überlebte. Dazwischen waren mehrere Töchter. War nach unserem Verständnis schon sehr hart. Mir hat mal ein alter Familienforscher erzählt, dass es wohl so war, das ein Name nie in Vergessenheit geraten sollte.

Gruß - Petra -
LG - Petra -

Das Chaos sei willkommen, die Ordnung hat versagt :S

Wohnort: Offenbach am Main

Vereine: Ich arbeite jetzt mit Ahnenblatt da das Win Ahnenprogramm nicht mit Ahnenschwund zurecht kommt.

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5

Montag, 3. Dezember 2012, 14:41

Namensnachfolge.

Hallo!

Ich sehe es auch wie meine Vorrednerin, das Sterben ihrer Kinder oder auch jungen Müttern wie Vätern gehörte beinahe zum Alttag. Ein Ehepaar meiner Ahnen das 14 Kinder zur Welt brachte von welchen schon 4 die Nottaufe bekamen, und zwei weitere in den ersten 3 Jahren verstarben wurden trotz aller Unglücke beide sehr alt. Natürlich war es für eine Mutter schlimm wenn ein Kind verstarb aber sie hatten ja keine Möglichkeit etwas zu ändern. Ärzter konnten sich nur die wenigsten leisten, Hunger, Krankheiten und schwere Arbeiten waren allgegenwärtig- Auch Kinder mussten schon schwere Arbeiten verrichten. Frauen arbeiteten genau so schwer wie Männer und hatten nebenbei beinahe jede Jahr ein Kind welches versorgt werden musste (wenn es die Geburt überstanden hatte) da war wirklich keine Zeit zum Trauern. Starben die Mütter oder Väter musste so schnell wie möglich eine neue Ehe eingegangen werden damit die Kinder oder auch die Frauen abgesichert waren. Von wegen gute alte Zeit.

Schöne Grüße Brigitte

6

Montag, 3. Dezember 2012, 15:26

Hallo zusammen,

ich habe mal ein wenig gegoogelt und diese Info gefunden:

"Es handelt sich wahrscheinlich um eine sogenannte gebundene Namenswahl: Die Kinder bekamen den Vornamen ihres Taufpaten, ungeachtet der Tatsache, dass dieser Name in der Familie schon einmal vergeben worden war." Quelle

Und noch ein Artikel zum Thema: "3 Söhnlein namens Johannes - Zum Phänomen der Namensgleichheit von Geschwistern" aus den Blättern des Bayrischen Landesvereins für Familienkunde.
Viele Grüße,
Simone

Familiennamen // Blog zur Familienforschung



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7

Montag, 3. Dezember 2012, 18:46

Hallo zusammen,

hallo Simone, da hast Du einen interessanten Artikel entdeckt.

Bei meinen Vorfahren wurde manchmal auch ein Name des Taufpaten weitergegeben. Aber es gab auch einige Eltern, (etwa 1700-1800 in SH) die konsequent die Namen nach der Reihenfolge Großeltern väterlicherseits, Großeltern mütterlicherseits und Eltern vergaben. Da waren dann die Namen der verstorbenen Geschwisterkinder gleich mit denen der Lebenden. Aus Tradition ging so kein Name der Vorfahren verloren. Gedanken um einen Vornamen für das Kind brauchten sich die Eltern allerdings auch nicht machen.

Gruß Ursula
Viele Grüße :) Ursula

8

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 23:14

Hallo,

was Ursula beschreibt nennt sich Erbnamensitte [url='http://de.wikipedia.org/wiki/Erbnamensitte']Quelle[/url]
Damals glaubte man, dass die Verstorbenen in den Nachkommen weiterleben. Man hielt sich meist an die von Ursula beschriebene Reihenfoge. Allerdings wurden die Namen von bereits verstorbene Personen bevorzugt weitervergeben.

Dann gab es noch die Patennamensitte. Wie in meiner Familie in Mecklenburg, da hatten alle Kinder 3-4 Paten und somit auch 3-4 Vornamen. Aus Ludwig wurde Luise aus Johann wurde Johanna.

Im Rheinland soll es dann auch noch die Rheinische Erbnamensitte gegeben haben. Da suchte man solange nach einem Paten mit passendem Vornamen, damit das Kind hieß wie der verstorbene Großvater. Damit er in seinem Enkelkind weiterlebe.

Gruß Verena