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Freitag, 20. Dezember 2013, 18:47

Krieg als mögliche Ursache für das Entstehen zweier völlig verschiedener Wappen in EINER Ursprungssippe?

Hallo allerseits,

mir ist angesichts meines Problems damit, dass zwei in praktisch aneinander angrenzenden Regionen ansässige Familien gleichen Namens sehr unterschiedliche Wappen hatten, eine mögliche Erklärung gekommen und ich wüsste gerne, was Ihr davon haltet:

Es geht immer noch um meine Vorfahrenfamilie v. Sandow im Gebiet der heutigen Mark Brandenburg.
Meine eigene Familie dieses Namens hatte ihren mir bekannten Grundbesitz östlich von Wusterhausen/Dosse; eine andere Familie gleichen Namens hatte ihren Schwerpunkt im Land Jerichow.

Beide Regionen gehörten ursprünglich den Herren von Plotho, die nach gut begründet scheinenden Annahmen von Angehörigen dieser Familie zum slawischen Uradel gehörten und sich im Zuge der Christianisierung freiwillig unterworfen haben sollen. Die spätere Aufteilung des neuen Gebietes unter den Markgrafen von Brandenburg und den Erzbischöfen von Magdeburg brachte es mit sich, dass die Herren v. Plotho - und wohl auch einige ihrer Vasallen - sich plötzlich als Lehensleute zweier Landesherren gleichzeitig wiederfanden. Als es um 1240 zum Krieg zwischen den Markgrafen und dem Erzbischof kam, mussten sich die Herren v. Plotho notgedrungen für eine Seite entscheiden (sie kämpften für den Erzbischof), was zwangsläufig den Verlust ihres Lehens in Gebiet des anderen Staates (Mark Brandenburg) zur Folge hatte.

So weit die Geschichte. Von den mir bekannten Familien v. Sandow lebte nun die eine im Magdeburger Gebiet derer v. Plotho (nämlich im Lande Jerichow), die andere aber im Brandenburger Gebiet derer v. Plotho (nämlich im Lande Wusterhausen).
Wenn es sich nun - was die gemeinsame ursprüngliche Lehenshoheit derer v. Plotho nahelegen würde - ursprünglich um EINE Familie v. Sandow gehandelt haben sollte, innerhalb derer sich die Familienmitglieder sicherlich schon früh auf die verschiedenen Besitztümer verteilt haben: wäre es dann denkbar, dass sich diese Familie aufgrund der Kriegssituation und weil sowohl der Jerichower, als auch der Wusterhausener Familienzweig seinen eigenen Besitz sichern wollte, geteilt hat?

Könnte sich - einmal vorausgesetzt, dass feste Familienwappen damals auch schon bei einfachen Ritterfamilien üblich waren, was ich leider für diese Region nicht sicher weiß - als quasi zwangsläufige Folge der Zugehörigkeit zu einander entgegengesetzten Lagern die Herausbildung zweier VÖLLIG verschiedener Familienwappen ergeben haben?

Grüße!

Giacomo

2

Samstag, 21. Dezember 2013, 09:54

Hallo Giacomo,

lies mal hier: www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/seiten/seite41.htm‎, insbesondere das Kapitel "Namensgleichheit ist nicht gleich Wappengleichheit".

Gruß
Detlef

3

Samstag, 21. Dezember 2013, 16:14

Hallo Detlev,

den Artikel kenne ich, aber ich bin in der Literatur auch schon auf Belege dafür gestoßen, dass sich sich sogar in Familien, deren gemeinsame Abstammung GESICHERT ist, bei verschiedenen Familienzweigen gelegentlich unterschiedliche Wappen entwickelt haben, die mit dem Ausgangswappen auf den ersten Blick zum Teil nichts mehr zu tun hatten. Da erscheint mir die MÖGLICHKEIT eines Wappenwechsels infolge eines kriegsbedingten Auseinanderdriftens zweier Zweige einer hypothetischen gemeinsamen Ausgangsfamilie doch zumindest bedenkenswert. Zumal, wenn BEIDE Familien in HISTORISCHER Zeit Vasallen ein und der selben Familie mit einem bei aller Liebe nicht eben großen Einflussbereich waren.
Wenn nicht beide Familien sowohl in derartiger räumlicher Nähe zu einander gelebt, als auch bis 1240 den selben KLEINEN Lehensherren gehabt hätten, wäre ich ebenfalls von unterschiedlicher Abstammung überzeugt.
So aber habe ich BEGRÜNDETE Zweifel daran, dass sie verschiedener Herkunft waren.

Gruß

Giacomo

P.S.:
Wenn mir ein zweites Dorf oder auch nur eine Wüstung mit dem Namen Sandow im Land Wusterhausen oder dessen Umgebung bekannt wäre, könnte das aus meiner Sicht ebenfalls für eine unterschiedliche Abstammung sprechen: leider bin ich aber trotz intensivster Quellenrecherche in der Region immer nur auf EINEN Ort dieses Namens (im Land Jerichow) gestoßen.

Bei einer anderen Vorfahrenfamilie hingegen, denen v. Grambow, gibt es mit an Sicherheit angrenzenden Wahrscheinlichkeit die von Dir angesprochene Situation: zwei verschiedene Wappen und eine zwar ebenfalls nicht übermäßig große räumliche Trennung, aber doch zumindest spätestens seit Beginn der Eroberung im Mittelalter durchgehende Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Lehensherren - falls nicht die Gans v. Putlitz (ob auch nur eine der Familien v. Grambow zu deren Vasallen gehörte, weiß ich leider nicht, weil ich dazu noch nicht geforscht habe) ebenfalls bereits vor der Eroberung Besitz sowohl im späteren Gebiet der Mecklenburger Herzöge als auch in dem der Markgrafen gehabt haben und Lehensherren beider Familien v. Grambow gewesen sein sollten.
Auf jeden Fall gibt es zwei verschiedene Orte "Grambow", von denen der eine sicher als Ursprungsort der Mecklenburger Grambows, ein anderer aber sicher als Ursprungsort meiner Familie nachweisbar ist. Da würde ich aus den genannten Gründen gar nicht auf die Idee kommen, dass sie gleicher Abstammung sein könnten. Aber wie oben beschrieben: es handelt sich einfach um eine andere Ausgangslage...

4

Donnerstag, 30. Januar 2014, 08:58

Belege dafür, dass sich innerhalb ein und derseben Sippe unterschiedliche Wappen entwickeln können

Hallo allerseits,

entgegen der These einiger Wappenkundler in diesem Forum, dass Teilungen einer Sippe nie dazu geführt hätten, dass diese völlig unterschiedliche Wappen entwickelt haben, bin ich auf folgende Belege gestoßen, die eben das nahelegen:

1. im Fall der Familie v. Hackenberg/Hackelberg (Historisches Jahrbuch der Stadt Linz, 1964 auf Seite 407);

2. als MÖGLICHKEIT im Genwiki zur Familie v. Eynatten;

3. in Zedlitz-Neukirch 1837: Neues Preussisches Adelslexikon, Bd. 4 für die Familie v. Zenge: diese hatte in der Region um Sömmerda (Thüringen) eine Zange als Wappenbild und in der Herrschaft Klettenberg eine schräg liegende, gekrönte Säule. Ich habe einen Beleg dafür gefunden, dass die Ursprungslinie der v. Zenge aus der Region Sömmerda im 15./16. Jh. mit Obergebra in der Herrschaft Klettenberg belehnt wurde und sich später geteilt hat. Das Wappen mit der Säule hat auf jeden Fall ein Familienzweig aus Obergebra geführt.

Grüße! 8-)