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1

Sonntag, 10. August 2014, 16:27

Was war ein "Besitzer"?

Hallo allerseits,

ich finde in meinen Ahnendaten in Urkunden immer wieder die Tätigkeits-/Berufsbezeichnung "Besitzer". Diese treten oft im 19./frühen 20. Jahrhundert auf, oft in ländlichem Gebiet.

Kann mir jemand sagen, was damals genau unter einem Besitzer zu verstehen war, also was z.B. ein Standesbeamter damit meinte?

Danke und Gruß,
Bijan

2

Sonntag, 10. August 2014, 17:53

Hallo Bijan,

"besitzer, m.possessor, nnl. besitter: der besitzer des grundstücks" (Quelle: Wörterbuch der Brüder Grimm). Gemeint ist damit ein unbebautes Grundstück.

Gruß
Detlef

3

Sonntag, 10. August 2014, 17:54

Danke!

4

Sonntag, 10. August 2014, 19:25

Hallo Bijan,

In meiner Ahnengeschichte tauchen auch sehr viele Besitzer auf. Es ist das gleiche wie Hofbesitzer, Bauer, Hufner u.ä.
Der Hof oder das Gut waren Eigentum oder gepachtet. Die Eltern bekamen im Alter freie Unterkunft, Verpflegung und Feuerung. Das nannte man Altenteil. Der Hof wurde entweder weiter vererbt oder verkauft.
Im Gegenteil davon gab es die Einlieger oder Insten. Ihnen gehörte kein Eigentum.

Viele Grüße, Ursula
Viele Grüße :) Ursula

5

Sonntag, 10. August 2014, 20:24

Hallo,

in einem alten Stadt Buch von 1377 waren die Besitzer eines Grundstücks mit "hereditas" bezeichnet. Sie wohnten auch dort, meist mit mehreren Mitbewohnern.
Ab 1600 war in den Kirchenbüchern die Bezeichnung Besitzer, er musste Steuern bezahlen, ebenso die Bezeichnung Mitnachbar, der musste auch Steuern bezahlen. Es gab bestimmt verschiedene Steuersätze für Besitz mit oder ohne Haus.
Sicherlich sind noch alte Steuerlisten vorhanden. Für Ahnenforscher ein interessantes Gebiet :)

Viele Grüße
Helga

6

Sonntag, 10. August 2014, 22:41

Hallo Bijan,
ein Besitzer ist nicht notwendig der Eigentümer , kann auch Pächter sein, also auch Kätner, Krugbeitzer, ..... gemeint ist immer derjenige , der das Haus, die Landwirtschaft " besitzt", sie kann sein Eigentum sein, muss es aber nicht, kann genausogut auch Mieter oder Pächter sein. Das ist heute auch noch so. Wenn du ein Haus mietest, bist du Besitzer des Hauses, der Eigentümer ist ein anderer. Besitzer sagt also nur aus, dass derjenige darüber verfügt. Siehe hierzu auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Besitz
Liebe Grüße
Jutta
Es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen,
nicht das Besitzen, sondern das Erwerben,
nicht das Dasein, sondern das Hinkommen,
was den größten Genuss gewährt.
Carl Friedrich Gauß

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7

Dienstag, 12. August 2014, 08:57

Ein solcher Begriff hat seine "Bedeutung" in einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Region.

Es kann also nur ein allererster Anhaltspunkt sein, die Antwort in einem ethymologischen Wörterbuch oder in einem ganz anderen Jahrhundert zu suchen.

So unterscheidet man heute zwischen "Besitz" und "Eigentum" - aber tat das jede Zeit und jede Region? Zum Beispiel meinten die Rechtsvorschriften des 19. Jh., die das aktive Wahlrecht in den Städten auf die "Hausbesitzer" beschränkten, "Eigentümer" im heutigen Sinn.

Was man also machen muss:
Gucken, wie der Begriff "Besitzer" in den fraglichen Dokumenten verwendet wird. D.h., welche Gemeinsamkeiten einem bei den so Bezeichneten auffallen, welche anderen, davon abgegrenzten Bezeichnungen es gibt usw. *)

Vermutlich wird sich zeigen, dass die Bezeichnung zur Unterscheidung verschiedener sozialer Schichten diente, wie es auch Ursula erwähnt, also Bauern mit Landbesitz (egal welcher Rechtsform), von dem sie leben konnten, einerseits, und Heuerlinge, Instleute, Kötner (wie immer sie regional hießen), die kein oder wenig eigenes Land bebauten.

*) Die Mühe kann man sich natürlich sparen, wenn man einen regionalgeschichtlichen Aufsatz zu dem Thema findet. 8-)
Viele Grüße
h :) nry

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"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns immer wieder gepredigt wird." J. W. v. Goethe
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »henrywilhelm« (12. August 2014, 09:05)