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1

Montag, 9. Februar 2015, 12:03

Wie genau wurde beim Ariernachweis geforscht?

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, wie genau, also mit welcher Intensität, die Nachforschungen der Behörden beim sog. Ariernachweis erfolgten? Im konkreten Fall geht es mir um die mütterliche Line meiner Großmutter. In Ihrem Ariernachweis sind noch die Namen ihrer Eltern und Großeltern genannt (die aber schon ohne Geburts- oder Sterbedaten), sonst nichts mehr. Angeblich, so wurde mir erzählt, konnten damals selbst durch die Behörden keine weiteren Daten gefunden werden. Ihre Großmutter (also meine Ururgroßmutter) stammte aus Mähren und von dort kam wohl nur die Rückmeldung, dass entsprechende Archive verbrannt seien.

Dementsprechend habe ich jetzt für diese Linie keinen Ansatzpunkt mehr, da mir weder irgendwelche Daten (Geburtstag oder Sterbetag) oder Wohnort oder sonstwas bekannt sind. Also mehr als den Namen und "aus Mähren" habe ich nicht. Ich frage mich jetzt natürlich, ob es sinnvoll ist, hier noch zu forschen (wie auch immer), oder ob man sagen kann "wenn die Behörden damals nichts gefunden haben, dann gibt es auch nichts mehr"?

Liebe Grüße,
Dude

Wohnort: Calenberger Land - Kgr. Hannover

Vereine: CompGen, Verein f. Orts- u. Familienkunde Barsinghausen e.V., Mühlenverein Wichtringhausen,

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2

Montag, 9. Februar 2015, 13:16

Moin Dude,

man kann sagen, es wurde nie so viel gelogen wie in den Ariernachweisen.
Man kann sie zwar für die Familienforschung nutzen sind aber wie Du selber
schon geschrieben hast zum Teil unvollständig.
Meine Eltern haben 1939 geheiratet. mein Vater war bei der LW und bereits
OFeldw. den Ariernachweis hat er aber erst 1943 eingereicht(vorgelegt. Das ist
ersichtlich aus den Datumsangaben der Urkunden. Hier fehlen auch die Daten
einiger Vorfahren und der Ururgroßvater war nicht verheiratet (lt. Ariernachweis).
Urkundlich nachgewiesen ist meine Familie bis 1642
------------------------------

VG vom Deisterrand :thumbup:
Harald

3

Montag, 9. Februar 2015, 14:03

Hallo Deisterjäger,

ich kann also davon ausgehen, dass vielleicht nicht mit großem Nachdruck geforscht wurde und deshalb doch noch Nachweise über die Familie meiner Ururgroßmutter in Mähren existieren könnten?

Das hilft mir zwar auch nicht bei dem Dilemma, dass ich nicht mal einen Ort habe, aber dafür bei der Entscheidung, ob ich an dieser Stelle noch Zeit investieren soll oder nicht.

4

Montag, 9. Februar 2015, 14:30

Hallo Dude,

erzählt werden kann vieles, von wegen "keine weiteren Infos gefunden".

Lass den Arier-Nachweis einfach mal beiseite und mach Kassensturz: Du kennst Geburtsdatum und -ort der Ururgroßmutter. Also schau mal im betreffenden Unterforum, welche Quellen es in der Region gibt oder poste Dein Anliegen dort. Oder was hast Du bisher schon unternommen?
Viele Grüße,
Simone

Familiennamen // Blog zur Familienforschung



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5

Montag, 9. Februar 2015, 15:07

Hallo zimba,

ich habe dahingehend bisher nichts unternommen. Einerseits weil ich aufgrund von Forschung an anderer Stelle noch gar nicht dazu kam, andererseits weil ich mir ohne konkrete Ortsangabe nicht viel Hoffnung auf Erfolg mache. Mähren ist groß und vor allem ist diese Herkunftsangabe nicht gesichert. Denn wie du schon sagst: Erzählt werden kann viel :)

Ahrweiler

Mitglied

Wohnort: Villach/Austria

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6

Montag, 9. Februar 2015, 16:31

Hallo zusammen
Also ich kann nichts gegenteiliges vom Ariernachweis meines Vaters sagen.Er ist genau ausgefüllt.Die Mutter meines Vaters war da sehr pingelig.Ich selbst bin hier in Österreich in den angegebenen Orten gewesen und hab alles überprüft.Es stimmte genau mit den KB überein.
Liebe Grüße
Franz Josef

Opa August

Mitglied

Vereine: Heimatstube Lerbach e.V.

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7

Dienstag, 10. Februar 2015, 10:05

Moin ,

auch bei mir stimmte alles.
Ohne die Ariernachweise von Verwandten wäre ich nie so weit in der Familienforschung gekommen.
Aber auch ich habe alle Daten nachgeprüft.
Es war nicht ein Fehler darin, in keiner der Ausweise ,ausser vielleicht unterschiedliche Schreibweisen eines Namens.
Und die beiliegenden Dokumente waren auch alle in Ordnung.
Allerdings endeten die Nachweise teils recht früh (z.B. 1820 ),warum auch immer ,so das noch viel zu forschen blieb.
Gruß

Opa August

8

Dienstag, 10. Februar 2015, 10:47

Allerdings endeten die Nachweise teils recht früh (z.B. 1820 ),warum auch immer ,so das noch viel zu forschen blieb.
Meines Wissens musste der reguläre Ariernachweis auch nur bis zu den Großeltern zurückreichen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dude23« (10. Februar 2015, 10:51)


Ahrweiler

Mitglied

Wohnort: Villach/Austria

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9

Dienstag, 10. Februar 2015, 12:29

Allerdings endeten die Nachweise teils recht früh (z.B. 1820 ),warum auch immer ,so das noch viel zu forschen blieb.
Meines Wissens musste der reguläre Ariernachweis auch nur bis zu den Großeltern zurückreichen.
Mein Nachweis geht mit allen notwendigen Daten bis zum UrUr-Großvater zurück + der Eintrag vom Namen der UrUrUr-Großvater mit Geburtsort.Schade ,dass von ihm keine Daten da sind.Wegen dem müsste ich nach Prag ins Archiv fahren.
Liebe Grüße
Franz Josef

Baerbel

† 2016 Ruhe in Frieden

Wohnort: Frankfurt/Main (gebürtige Ur-Vorderhunsrückerin)

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10

Dienstag, 10. Februar 2015, 19:18

Hi Dude,

mach doch mal einen Thread in der Kategorie "Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn" auf und schreibe da mal alle Informationen, die Du über deine mährische Ururoma hast (also Vorname, Mädchenname, Ort und evt. Datum der Hochzeit, Ehemann ...) dort rein.

Sehr, sehr viele Kirchenbücher aus den meisten Regionen Tschechiens sind schon online und mittlerweile suchen viele Leute darin. Manchmal geschehen "Zeichen und Wunder". Vielleicht fällt jemanden der Name auf und kann Tipps geben, wo "Nester" des (Nach-)namens sind. Dort könntest Du dann selbst online recherchieren. Da gibt es mindestens vier Onlinequellen mit Scans der Originalkirchenbücher und teilweise auch der Grundbücher. Kommt auf die Region in Mähren an, welche da in Frage kommen.

Falls Du die Orte und Bundesländer der anderen Vorfahren kennst, verfahre da genau so. Schreibe mal alle Infos, die Du aus dem Ariernachweis oder von sonstwo hast, hier ins Forum. (Bitte beachte den Datenschutz für noch lebende und nicht länger als 30 Jahre verstorbene Personen.)

Mit etwas Glück könntest Du wichtige Tipps bekommen.

Das mit den Ariernachweisen ist immer so eine Sache. Je nach "Nähe" der Erstellenden zur nationalsozialistischen Ideologie und je nachdem, ob die Abstammung in deren Augen "sauber" war, können sie in manchen Fällen sehr gut und exakt recherchiert sein. In anderen Fällen wurden (mit Hilfe der Pfarrer u./o. Standesbeamten) die Daten soweit "geschönt", dass (nach der damaligen Ideologie) mögliche "schwarze Flecken" geschickt "retouchiert" wurden. In noch anderen Fällen sind sie mehr oder weniger lustlos "dahingerotzt" - brauchte man halt, hat aber niemanden tatsächlich interessiert. - Wie oben schon jemand geschrieben hat: Nie wurde mehr gelogen als bei den Ariernachweisen.
Das muss man dann im Einzelfall sehen.

Ich hoffe, meine Ideen helfen Dir bei der Suche weiter.

Viel Erfolg

VG
Bärbel

11

Mittwoch, 11. Februar 2015, 09:31

mach doch mal einen Thread in der Kategorie "Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn" auf und schreibe da mal alle Informationen, die Du über deine mährische Ururoma hast (also Vorname, Mädchenname, Ort und evt. Datum der Hochzeit, Ehemann ...) dort rein.
Hallo Bärbel,

das hab ich jetzt gemacht. Mal sehen, vielleicht kommt ja tatsächlich zufällig was dabei raus :)

12

Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:27

Hallo allerseits,

um auch mal meine eigenen Erfahrungen beizutragen: abgesehen davon, dass man womöglich teilweise Grund hatte, nicht all zu genau nachzuforschen, konnte es durchaus auch noch ein anderes Problem geben: Verdrehungen durch die zuständigen Beamten aufgrund von mangelnder Sorgfalt oder gar Unfähigkeit:
Im Fall des Ariernachweises meiner deutschen Großeltern durfte ich feststellen:
1. verdrehte Nachnamen (von Bierbüsse hin zu "Beiersbier");
2. falsche Vornamen (Johann Jacob statt Johann Joachim);
3. fehlerhafte Geburtsdaten (in einem Fall waren die Geburtsdaten eines Ehepaares untereinander vertauscht);
4. falsche Angaben zu einem Herkunftsort (Darlingerode statt Limlingerode).

Also: nicht irritieren lassen, wenn man mal auch da nichts findet, wo der Ariernachweis einen hin locken will... ;)
IRGENDWIE sind wir doch ALLE miteinander verwandt... ^^

Thea1966

Mitglied

Wohnort: Niedersachsen

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13

Freitag, 18. Dezember 2015, 19:04

Hab irgendwo mal gelesen, dass die meisten Pastoren nicht so richtig froh a) über die zusätzliche Arbeit und b) über die religiöse Säuberung waren. War ja mindestens bekannt dass jüdische oder unklare Vorfahren Probleme brachten. Es gab einige wenige Pastoren und Pfarrer die jüdische Großeltern als christlich bescheinigten. Aber selbst linientreue waren nicht sehr sorgfältig. Ich schätze mal die wenige Lust auf Bürokratie hat einigen Menschen das Leben gerettet.
Der erhaltene Nachweis in meiner Familie geht nur bis zu den Großeltern(meines Urgroßvaters).

14

Montag, 21. Dezember 2015, 09:48

Ich konnte in meinem Fall mittlerweile auch ohne größere Mühe bedeutend mehr herausfinden und kam teilweise, dank der online einsehbaren Kirchenbücher, bis in das 17.Jahrhundert zurück. Ein Ortsverweis auf einer Urkunde gab den entscheidenden Hinweis. Also doch keine verbrannten Archive, wie es zunächst hieß :)

Baerbel

† 2016 Ruhe in Frieden

Wohnort: Frankfurt/Main (gebürtige Ur-Vorderhunsrückerin)

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15

Montag, 21. Dezember 2015, 17:13

Hallo Dude
Ich konnte in meinem Fall mittlerweile auch ohne größere Mühe bedeutend mehr herausfinden und kam teilweise, dank der online einsehbaren Kirchenbücher, bis in das 17.Jahrhundert zurück. Ein Ortsverweis auf einer Urkunde gab den entscheidenden Hinweis. Also doch keine verbrannten Archive, wie es zunächst hieß :)
Gratulation. Die Online-Kirchenbücher sind echt eine riesige Hilfe.

Ich habe damit bis jetzt schon viele der böhmischen und mährischen Vorfahren meiner "besseren Hälfte" - sowohl tschechisch- als auch deutschsprachige - bis teilweise ins frühe 17. Jh. zusammenbekommen.

Frohe Festtage, guten Rutsch und weiterhin viel Erfolg bei der Suche

VG
Bärbel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Baerbel« (21. Dezember 2015, 17:18)


16

Dienstag, 22. Dezember 2015, 08:03


Die Online-Kirchenbücher sind echt eine riesige Hilfe.
Ja, da hast du völlig Recht. Zum einen kann man in Ruhe und ohne Zeitdruck nachforschen, zum anderen hätte ich auch gar nicht die Zeit gehabt die Archive vor Ort (in meinem Fall Straßnitz und Ungarisch-Brod) zu besuchen. Auch sprachliche Hürden fallen dadurch größtenteils weg. Ich finde es daher wirklich sehr schade, dass das Beispiel Bistum Passau leider nicht von anderen Bistümern angenommen wird. Vor allem Regensburg hat daran leider nicht das geringste Interesse, so dass ich hier nur langsam vorankomme. Es fehlt einfach die Zeit, um immer wieder vor Ort ins Archiv zu gehen.


Ich habe damit bis jetzt schon viele der böhmischen und mährischen Vorfahren meiner "besseren Hälfte" - sowohl tschechisch- als auch deutschsprachige - bis teilweise ins frühe 17. Jh. zusammenbekommen.
Dann auch an dich meine Gratulation :)


Frohe Festtage, guten Rutsch und weiterhin viel Erfolg bei der Suche
Vielen Dank, wünsche ich dir auch!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dude23« (22. Dezember 2015, 11:26)