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Doschek

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  • »Doschek« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Peiting

Vereine: Bayer. Landesverein für Familienforschung

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1

Mittwoch, 29. November 2017, 00:44

"Ahnenpass" der Großmutter

Hallo Zusammen,

aufgrund des nichtarischen Aussehens meines Großvaters (dunkelhaarig, braungebrannt) wurde nachgeforscht, aber bei seinem Vater war schon Schluss, weil der Unbekannt ist. Meine Oma wurde gleich mit unter die Lupe genommen. Angeblich ginge es sehr weit zurück, u.a. soll angeblich eine Mongolin mit dabei sein. Ganz leicht sieht man etwas davon an den Augen (nasal). Allerdings kenne ich eine Familie, wo ein Mädchen mandelförmige Augen hat, obwohl weder die Eltern noch Großeltern solche Züge haben/hatten.

Wo finde ich diese Unterlagen? Könnte mir ja eine Menge Arbeit sparen.

Ich habe mir schon mal überlegt, so einen DNA-Test machen zu lassen, ob sich eine Herkunft ins jüdische und osmanische überhaupt vorliegt. Net dass das auch bloß ein Gerücht ist und unnötige Arbeit bringt.

LG, Manuela

2

Mittwoch, 29. November 2017, 11:26

Hallo Manuela,

falls ich was falsches schreibe, möge man mich korrigieren ...

Es gibt soweit ich weiss kein Amt o.ä., das diese Dokumente aufbewahrt hat (auch damals nicht). Einen vollständigen Ahnenpass brauchte man m.W. nur wenn man selbst höhere Positionen anstrebte. Dieser Ahnenpass müsste, falls nicht entsorgt, privat bei den Familienunterlagen zu finden sein. Ist dir bekannt, wer in deiner Familie nachgeforscht hatte? Weisst du das nur gerüchtehalber, oder hast du irgendetwas Greifbares?

Bei meinen Großeltern, einfache Leute die 1942 geheiratet hatten, gab es einen Vordruck für die Ahnentafel im Familienstammbuch (3 Generationen). Dieser wurde allerdings nur halbherzig ausgefüllt und auch nicht beurkundet/bestempelt o.ä. Die Urgroßmutter mit polnischem Nachnamen wird in dieser Ahnentafel völlig unterschlagen und die dafür vorgesehenen Stellen mit weiteren westfälischen Vorfahren der anderen Familienseite ausgefüllt. Die 3. Generation ist gar nicht ausgefüllt. Im standesamtlichen Heiratseintrag von 1942 gab es noch zusätzlich die Rubrik "Rassische Einordnung". Dort steht "deutschblütig" (und der Zusatz von 1955, dass diese Angaben "ungültig" sind).

Klar sehe ich den Nutzen für die Familienforschung. Aber die gesamte Ideologie dahinter finde ich mehr als gruselig.

Viele Grüße,
Michaela

Doschek

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  • »Doschek« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Peiting

Vereine: Bayer. Landesverein für Familienforschung

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3

Mittwoch, 29. November 2017, 12:49

Hallo Michaela,

Zitat

Weisst du das nur gerüchtehalber, oder hast du irgendetwas Greifbares?


Gerüchtehalber. Drei "Familiengerüchte" habe ich schon aufgedeckt: eine Familie hat nicht das Haus mitsamt der Kinder verbrennen lassen, Urgroßonkel sind nicht nach Amerika ausgewandert und somit nicht konnte meine Urgroßmutter nicht zu ihren Brüdern nach Amerika.

Ich mach ja einen Fernkurs in Ahnenforschung (musste wieder neu anfangen wg. Krankheiten) und da lern ich auch einiges Hintergründiges, so z.B. dass Abstammungslinien arisch "frisiert" wurden, wie wohl in Deinem Beispiel:

Zitat

Die Urgroßmutter mit polnischem Nachnamen wird in dieser Ahnentafel völlig unterschlagen


Ein paar Gerüchte hab ich noch vor mir: vllt. ist es doch möglich, herauszufinden, ob der unbekannte Vater meines Opas tatsächlich jüdischer Herkunft ist (die andere Meinung wäre "Zigeuner"), was sich schließlich manefestiert hat. Für mich spricht einfach sein Aussehen dagegen. Dazu würde höchstens Sinti oder Roma infrage kommen. Auch mit dem hinterlassenden Vermögen, das durch die Inflation weg war.

Und dann die tatsächliche Herkunft meiner Oma. Soweit hab ich das mitbekommen, dass in den Ahnenpässen nur Platz für drei Generationen war. Wenn bekannt ist, dass der Vater meiner Oma aus Kaufbeuren, die Mutter aus einem anderen Dorf, kommen, wie soll dann in der übriggebliebenen 3. Generation ins osmanische/mongolische reinkommen?

Fragezeichen für mich ist immer wieder: einerseits soll mein Opa über seine Vergangenheit/Herkunft nicht geredet haben, andererseits - woher wissen dann die Kinder (somit auch meine Mutter) dann von dem angeblichen Vermögen seines unbekannten Vaters und von den angeblich ausgewanderten Brüdern seiner Mutter? Wieso ist in einer anderen Familienrichtung "bekannt", dass ein Urahn ein Kleinverbrecher war und bevor die Polizei ihn schnappen hätte können, mit der Familie weiter umgezogen ist? 8|

Auch verstehe ich nicht wirklich, warum meine Mutter so daran festhalten möchte, dass es den bekannten "reichen Onkel" in Amerika gibt. Warum sie so fest überzeugt ist, dass - im Vergleich zu früheren Jahren - der unbekannte Vater ein Jude sein soll, wenn früher Jude oder "Zigeuner" die Vermutung war. Vllt. bin ich da zu nüchtern um das nachvollziehen zu können.

Aber ich freue mich über jedes Gerücht, das ich auflösen kann. ^^

Gestern nacht habe ich noch eine Anfrage an WASt geschickt. Wenn zum 2. WK auch alles so penibel aufgeschrieben wurde wie in den Kriegstammrollen des 1. WK, könnte das in einigen Punkten weitere Gerüchte während seiner Militärzeit aus dem Weg räumen.

Zitat

Klar sehe ich den Nutzen für die Familienforschung. Aber die gesamte Ideologie dahinter finde ich mehr als gruselig.


Ja, das stimmt. Ich wusste gar nicht, dass aus diesem Grund deswg. Ahnenforschung in Deutschland lange nicht mehr von Interesse war und eher negativ gesehen wurde, wenn jmd. Ahnenforschung betreiben wollte.

In irgendeinem Forum las ich die Überlegung, ob jmd. damit klarkommen könnte, wenn herausgefunden wird, dass Vorfahren in der SS oder StaSi waren. Wenn nicht, dann lieber die Finger lassen, da das durchaus vorkommen kann. Das habe ich mir auch lange überlegt. Schließlich kam ich zu dem Schluss: so war das Leben. Durch eine Gehirnwäsche kann man vieles (nicht) machen und wenn es einem bewusst wird, ist man von sich enttäuscht und/oder schämt sich. Wieso soll ich mich anmaßen, denjenigen zu verurteilen?

Vielen Dank nochmal!

LG, Manuela

Minneburg

Mitglied

Wohnort: 74821 Mosbach

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4

Mittwoch, 29. November 2017, 23:16

Hallo


In irgendeinem Forum las ich die Überlegung, ob jmd. damit klarkommen könnte, wenn herausgefunden wird, dass Vorfahren in der SS oder StaSi waren. Wenn nicht, dann lieber die Finger lassen, da das durchaus vorkommen kann. Das habe ich mir auch lange überlegt. Schließlich kam ich zu dem Schluss: so war das Leben. Durch eine Gehirnwäsche kann man vieles (nicht) machen und wenn es einem bewusst wird, ist man von sich enttäuscht und/oder schämt sich. Wieso soll ich mich anmaßen, denjenigen zu verurteilen?


Das ist wohl eines der interessantesten Themen überhaupt.
Ich betreibe schon seit vielen Jahren Ahnenforschung und musste die Erfahrung machen das über gewisse Vorfahren niemand in der Familie Angaben machen kann.
Interessant an der Sache das es sich bei diesen Vorfahren um Personen gehandelt hat die meinen Großeltern und teilweise auch meinen Eltern noch persönlich bekannt waren.
Um es vorweg zu nehmen ich habe einen GESTAPO-Chef sowie einen Reichsstatthalter und Gauleiter in meiner Familie.
Ich habe mir lange überlegt wie ich damit umgehen soll, Fragen innerhalb der Familie blieben unbeantwortet, der GESTAPO-Chef wurde zum Bahnbeamten a.D. und der Reichsstatthalter und Gauleiter wurde einfach totgeschwiegen da man dachte es würde eh niemand dahinter kommen.
Im laufe der Jahre bin ich nach und nach hinter das Geheimnis dieser beiden Herren gekommen.
Aus Rücksicht auf meine Familie habe ich vor Jahren die Entscheidung getroffen zwei Stammbäume zu führen. Den Herrn Reichsstatthalter und Gauleiter findet man im öffentlichen Stammbaum nicht, da es noch zwei lebende Familienangehörige gibt die Ihn persönlich kannten.
Das bedeutet das der vollständige Stammbaum erst dann erscheinen wird wenn diese letzten beiden Familienangehörigen verstorben sind.
Ich kann damit leben, es ist ein Stück Geschichte die zu uns gehört ob es uns gefällt oder nicht. Leider dachten die letzten beiden Generationen vor mir anders, es war und ist halt peinlich!

Grüße
Bernd
FN Scheuermann,Scheürmann,Scheurmann,Schürmann
http://dieminneburg.blogspot.de/

Thea1966

Mitglied

Wohnort: Niedersachsen

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5

Sonntag, 4. November 2018, 00:02

Unsere Vorfahren waren doch Menschen wie wir 8-) Und wenn wir uns grade aufmerksam umsehen erleben wir ähnliches wie unsere Ahnen. Die Randbedingungen sind anders, es gibt keinen Hunger, keine vermeintliche Demütigung(1.WK), keine Arbeitslosigkeit. Unsere Demokratie ist gefestigte.
Aber so hat es angefangen mit dem Hass und mit dem Mitlaufen. Vielleicht können wir nun besser verstehen, was unsere Vorfahren bewegt hat? An uns liegt es ihre Fehler nicht zu wiederholen!

Meine URoma hat auch ein Riesengeheimnis bezüglich des Vaters meiner Oma gemacht. Irgendwann hab ich so genervt dass sie mit einen Namen gesagt hat. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch dass das gelogen war. Meine Uroma war da schon über 90. Wer weiss, was ihr passiert ist. Vergewaltigungen waren ja nicht so unüblich. Oder sie wurde ausgelacht und sitzengelassen. Das Thema war sehr schambehaftet. Nicht zu verdenken wenn ein Traumprinz fabuliert wird. Man muss immer den Kontext Zeit und Ort beachten um einzuschätzen was passiert sein könnte.

In der NS ZEit wurde nirgends so viel gelogen wie in Ariernachweisen. Es gab Priester und Pastoren die jüdischen Mitbürgern die Taufe bescheinigten. Wie weit man zurückmusste bei den Ahnen wurde vom Vorhaben abhängig gemacht. Hohe Parteiämter brauchten tiefergehende Recherche.

Ahrweiler

Mitglied

Wohnort: Villach/Austria

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6

Sonntag, 4. November 2018, 13:19

Hallo Manuela
Das ist ja eine echt verworrene Geschichte mit der Du zu kämpfen hast.Meine Ahnen stammen aus Böhmen,Slowenien und Deutschland.Für den Ahnenpass war die Mutter meines Vaters tätig.Ihre Ahnen stammen alle aus Kärnten und ich kam daher bis 1620 zurück.Meine Mutter stammt aus Wuppertal und ich kam bis 1590 zurück.Bei den Ahnen aus Böhmen nur bis 1800(da müsste ich nach Prag ins Archiv fahren denn die KB woher sie stammen sind nicht online).Bei den Ahnen aus dem heutigen Slowenien komm ich auch nicht weiter denn da müsste ich nach Marburg (Maribor) fahren.Bei den Archiven im Ausland brauch ich dann jemanden der deutsch spricht sonst finde ich erst nichts.Wie Du siehst sind wir recht zusammengewürfelt.
Mein Vater kam in Triest zur Welt(damals noch in der Monarchie),meine Mutter in Wuppertal (damals Monarchie) und ich in Bad Neuenahr-Ahrweiler (damals die Kreisstadt Ahrweiler im sogenannten 3.Reich).
Also versuchen wir weiterzukämpfen um noch etwas rauszukriegen.
LG
Franz Josef

Doschek

Mitglied

  • »Doschek« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Peiting

Vereine: Bayer. Landesverein für Familienforschung

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7

Sonntag, 4. November 2018, 14:15

Meine Mutter stammt aus Wuppertal und ich kam bis 1590 zurück


Wow! Die dt. Linie hab ich Momentan auf's Abstellgleis gestellt. Irgendwie sind die Österreicher lockerer und haben allgemein mehr digitalisiert. Die KB wurden beim Türkenangriff vor 1627 verbrannt (Kirche wurde angezündet und alle 90, die dort hinflohen, starben). Da der Familienname in abgewandelter Form in Polen und Tschechien vorkommt, ist meine Vermutung, dass sie Auswanderer aus diesen Ländern ist. Eine zeitlang war der Ort auch durch die Kroatenangriffe deren Besitztum und viele Ortschaften haben ihren Ortsnamen aus dem kroatischen, lediglich eingedeutscht. Da kommen auch Doschek's her.

Wär es eine Möglichkeit, jmd. aus dem Ausland anzuschreiben und im Translator übersetzen zu lassen. Anfangs gleich mitteilen, dass man die Sprache nicht kann und auf diese Möglichkeit zurückgreift. Sicher kommt alles nicht korrekter Grammatik an, aber man könnte immerhin erfahren, wo vllt. jmd. zu finden ist. Meist ist die Antwort in der Sprache des Landes und das dann durch den Translator wieder übersetzen lassen.

So hat es laut Heritage eine Übereinstimmung gegeben (die gleichen ja in anderen Ahnen"systeme" (wie ancestry, Genteam ... ab). Da wäre eine Übereinstimmung in Polen und habe denjenigen in dieser Form angeschrieben. Leider stellte es sich raus, dass es lediglich eine Namensgleichheit im selben Geburtsjahr ist, aber immerhin einen Schritt geschafft und dadurch erfahren, dass auch diese Nebenlinie ins Ausland geht.

Ich habe mich intensiv mit der Geschichte des Ortes beschäftigt, was zwar zu Fragen führte, aber manches erklärt. Aber OK, Geschichte ist nicht jedermann sein's und zeitaufwendig.

Ich wünsch Dir weiterhin Geduld und Hinweise!

LG, Manuela