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1

Sonntag, 18. November 2018, 22:41

"Todschlag" oder "Mord"? - und die Frage, ob DIESE Unterscheidung schon um 1668 herum von Gerichten getroffen wurde...

Folgende Situation:

Eine ältere Frau "erwischt" in ihrem Garten einen jungen Weindieb - und dieser setzt sich mit dem Wurf (!!!) eines ca. 44 g. schweren Steines zur Wehr. Die Frau wird tödlich getroffen...
Würde das heutzutage unter "Todschlag" fallen, oder wäre das schon "Mord"?
Und: gab es diese Unterscheidung schon zum Zeitpunkt dieses Kriminalfalles (im Jahre 1668)?
Gesichert ist auf jeden Fall, dass der Täter "mit dem Schwerdte vom Leben zum Tode befördert" wurde (was für mich dafür sprechen würde, dass es als Mord gewertet wurde). Aber hätte ein anderer Richter es seinerzeit anders werten können?

Und eine weitere Frage (vielleicht weiß das ja jemand von euch): 44 g scheinen mir als Gewicht nicht so sonderlich viel zu sein: würdet ihr meine Vermutung teilen, dass ein solcher Wurf nur dann tödlich ist, wenn die "Zielperson" besonders "unglücklich" getroffen wurde? Oder kann man da auch bei einem "Laien" (der Täter war ein armer Schmiedegeselle) von einer Tötungsabsicht ausgehen?
IRGENDWIE sind wir doch ALLE miteinander verwandt... ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sbriglione« (18. November 2018, 22:43)


2

Montag, 19. November 2018, 06:38

Interessante Frage...

Lies mal das: https://de.wikipedia.org/wiki/Constituti…inalis_Carolina

Dürfte sich um Totschlag im Affekt handeln, wobei egal ist, ob sie durch den Stein zu Tode kam oder evtl. dann gestürzt ist und sich tödlich verletzt hat (denke ich)

Viele Grüße, Stefan

hgkoopm

Mitglied

Wohnort: Oldenburger Münsterland

Vereine: Heimatbund OM, OGF

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3

Montag, 19. November 2018, 09:33

Hallo,

in einer Stadt des Oldenburger Münsterlandes wurde um 1800 herum das letzte dortige Todesurteil vollstreckt: der junge Dieb hatte, vermutlich weil er Hunger hatte, ein Wurststück gestohlen und wurde daraufhin gehängt.

Die Frage, ob Mord oder Totschlag, wird den Richter in deinem Fall vermutlich wenig interessiert haben. Bereits geringfügigere Vergehen hatten früher Folgen, die man nach heutigen Maßstäben kaum noch nachvollziehen kann.

Gruß HG

4

Montag, 19. November 2018, 09:51

Hallo, ich würde wenn möglich auch noch mal nachsehen, ob wirklich Gramm gemeint ist oder eine andere Gewichtseinheit. Gruß, Micha

5

Montag, 19. November 2018, 16:30

Juristen würden heute auf die Frage "Totschlag oder Mord" bestimmt "Kommt darauf an." antworten.

Du selbst stellst ja auch schon Fragen in der Richtung. War der Stein groß genug, dass für den Täter abzusehen war, dass die getroffene Person tötlich verletzt wird. Aber das sind Überlegungen aus heutiger Sicht.

Hier noch etwas zur Historie.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mord#Rechtsgeschichte
Viele Grüße,
Simone

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6

Montag, 19. November 2018, 16:50

Hallo Micha,

es sind Gramm gemeint, weil ich das im Eintrag stehende Gewicht von 3 1/2 Lot - von mir sicher und zweifelsfrei als Kürzel identifiziert - (nach dem ortsüblichen Gewicht entspach 1 Lot nach heutigem Gewicht 14,6 g) umgerechnet habe, um das Gewicht für uns Heutige etwas handhabbarer zu machen - und ich habe dann, weil es sich nur um eine ungfähre Angabe handelte, die Sachen nach dem Komma gerundet.

Hefig, wenn ich von HG lesen muss, dass Leute sogar für einfachen Diebstahl aus Hunger hingerichtet werden konnten...
Ich dachte immer, dass Diebe "nur" mit "Handabhacken" bestraft worden seien.

UND mir ist im Nachhinein noch aufgefallen, dass die Tat des Täters, wenn sie nicht doch mit Tötungsabsicht erfolgt sein sollte (und ich glaube nicht an Tötungsabsicht, wenn ich auch leider bisher noch keine Prozessakten zu dem Fall gefunden habe) nach heutiger Auffassung womöglich noch nicht einmal als Todtschlag, sondern eher als "Unfall" zu werten gewesen wäre. Aber da bin ich kein Fachmann und es war ja schlicht auch eine andere Zeit...

Grüße
Giacomo
IRGENDWIE sind wir doch ALLE miteinander verwandt... ^^