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1

Thursday, May 9th 2019, 6:44pm

Beerdigungsrituale früherer Zeit

Hallo,

bei der Transkription eines KBs (1722-1750) bin ich auf verschiedene Beerdigungsbemerkungen gestoßen, mit denen ich nur bedingt etwas anfangen kann.
Könnte mir bitte jemand helfen, die Unterschiede zu erklären? Das wäre super.

Folgende unterschiedliche Bezeichnungen habe ich gefunden:

1. zur Erden bestätiget
2. hingesungen
3. Leichen Predigt
4. Standrede
5. Standpredigt
6. parentatus im Hause
7. still begraben

Manchmal sind auch mehrere Dinge miteinander kombiniert.

Damit kann ich halt nur bedingt etwas anfangen...

Lieben Dank
Yaguna

PS: Vielleicht gibt es auch einen guten Link, der das erklärt, habe nur nix gefunden.

J. Steffen

Moderator

Location: Bielefeld

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2

Thursday, May 9th 2019, 6:58pm

Hallo,
hier
http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Parentation,+die
etwas zu den verschiedenen Reden bei einer Bestattung.
MfG, J. Steffen

3

Friday, May 10th 2019, 11:21am

Hallo Steffen,

zunächst lieben Dank.

Damit ergeben sich Lösungen für:

6. parentatus = Totenfeier
4. Stand Rede = im freien Stehen gehaltene Rede
5. Stand Predigt = im freien Stehen gehaltene Predigt

Beste Grüße
Yaguna

J. Steffen

Moderator

Location: Bielefeld

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4

Friday, May 10th 2019, 12:24pm

Hallo,
noch genauer zu parentatus:
das ist als Partizip-Form von dem Verb "parentare" nicht die Parentation selbst (parentatio), sondern "er wurde zu Hause mit einer Parentation geehrt/bedacht".
MfG, J. Steffen

Gisela

Trainee

Location: bei Heidelberg

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5

Saturday, May 11th 2019, 3:01pm

Hallo Yaguna,
zu 1. und 2. bräuchte man schon den ganzen Satz. Mindestens bei 1. vermute ich einen Schreib- oder Lesefehler. "Zur Erden bestattet" liest man häufig,
das bedeutet einfach eine "normale" Erdbestattung.
7. meistens liest man "in der Stille" begraben, beerdiget o.ä. Das bedeutet: ohne Geläut und ohne Gesang und nur die notwendigsten Zeremonien, vielleicht ein Gebet oder Segen, aber sonst nichts. Das konnte verschiedene Gründe haben: die Angehörigen waren zu arm, die Gebühren zu bezahlen, der Tote hatte zu Lebzeiten gravierend gegen kirchliche und/oder religiöse Regeln verstoßen etc.
Grüße
Gisela
Ein Jegliches Ding hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde
Derzeitige Lieblingsbaustellen: GRUNER u. LINCKE, Sachsen, ab 1849 auch Schweiz. WURMSER von Schaffoltzheim, Bormio, Schweiz, Elsaß, Heidelberg. STREICHER, Ulm, 16. Jhdt. (Schwenckfelder). WERNBORNER, Hessen u.a.

6

Saturday, May 11th 2019, 5:22pm

Hallo,

Danke für eure Beiträge...

Ich glaube nicht, dass ich mich da verlesen habe. So wie im Anhang taucht das vermehrt im Kirchenbuch auf, auch von mehreren Handschriften geschrieben.

Zu 7., das ergibt Sinn, diesen Eintrag fand ich sehr oft bei Kindern bzw. Babys.

Lieben Gruß
Yaguna
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