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1

Samstag, 5. März 2005, 13:55

Zusammenfassung bisheriger Beiträge

Hallo !

Ich habe heute für ein paar Tage die gesamten Ausgaben der "Berliner Morgen-Zeitung" vom 01.07.-31.12.1908 ausgeliehen bekommen. Beim ersten Durchstöbern fiel mir auf, dass es kaum private Anzeigen. Allerdings stieß ich bisher auf eine, die mich noch ein wenig "erschüttert" hat:

"Kräftiger, hübscher Junge von diskreter Herkunft wird gegen eine einmalige Vergütung an kinderloses Ehepaar abgegeben. Briefe sind zu richten L.V. 700 postlagernd Malstatt bei Saarbrücken"

Nicht nur, dass diese Anzeige moralisch natürlich nicht vertretbar ist, wollte ich damit ausdrücken, dass natürlich in solchen Punkten die Familienforschung als aussichtslos erscheint. Waren solche "Angebote" damals ein Regelfall oder war sowas die - hoffentlich - berühmte Ausnahme ?

Und nun noch eine weitere Frage: Besteht Interesse, dass ich die wenigen privaten Anzeigen (Verlobung, Auflösung der Verlobung, Geburt), die ich hoffentlich noch finden werde, hier veröffentliche ? Vielleicht findet ja jemand zufällig Namen, die in seiner Familienforschung vorkommen.

Michaela Ellguth

unregistriert

2

Samstag, 5. März 2005, 14:18

Zufallsfunde

Hallo,

hier können Zufallsfunde, aus Zeitungen, Büchern, usw. eingetragen werden, die für Mitworscher interessant sein könnten.

Bitte hier keine Antworten einstellen da sonst dieser Bereich unübersichtlich wird !

Gruß
Michi

3

Samstag, 5. März 2005, 14:26

RE: Zufallsfunde

Berliner Morgenzeitung, 16.07.1908

"Meine Verlobung mit Martha Schwede aus Berlin, zur Zeit Gr. Heinrichsdorf, erkläre ich meinerseits für aufgehoben. Fritz Popeit, Landwirt, Alt-Friedrichsgraben Ost-Pr."

4

Freitag, 11. März 2005, 16:17

RE: Zufallsfunde

Habe heute eine Abschrift der Gefallenenbeisetzung meines Urgroßvaters erhalten. Darauf ist auch ein weiterer gefallener Soldat vermerkt - vielleicht sucht ja jemand nach diesem Namen:

GROSSBERGER, Ludwig *10.08.1927 in Birsehfeld, Niederdonau

Falls jemand weitere Informationen zu der Person benötigt - kurz ne PN an mich.

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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5

Sonntag, 16. Oktober 2005, 23:56

Zufallsfunde

Auf dem Friedhof bei der Kirche St. Laurentii in Süderende (Föhr) stehen viele Grabsteine, die einen Blick in die Kirchenbücher fast entbehrlich machen :D

1. Beispiel:

Wir erwarten eine Fröliche Auferstehung
Denckmal des sel: ruhende Ehe Leute
Brar Brarren Schmidt und
Kerin Braren aus Oldsum geboh
daselbst 1720 med. Aug.
verehlicht 1758, den 15
Jann: gezeuget 3 Söhne
und 3 Töchter davon
2 Söhne gestorben
Er starb 1795 den 25
Dec. in einem Alter
von 75 Jahr 19 W:

Sie ist gebohren in
Süderende 1721
den 14 Octor Sie
starb 1777 d: 20 Febr
in einem Alter von
55 Jahr 18 Woch:

O hoffnung daß nach kurzer ruh
Mein leib erwacht: wie groß bist du
Und welch ein trost im tode

Die blauen Blüten stehen für den Vater und die Söhne,
die roten Blüten für die Mutter und die Töchter.
Abgeknickte Blütenstiele bedeuten, dass die betreffende Person bereits verstorben ist.


Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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6

Montag, 17. Oktober 2005, 00:16

Grabsteine auf Föhr

Dieses Grabmal steht im Friesenmuseum in Wyk:

Neben diesem Grab und Ehren Mahl ruhen die
entseelten Gebeine des nunmehro Seel: Boye Ocken
aus Oevnum, welcher ao 1701 den 16 Sept: daselbst
gebohren, ao 1725 den 23 Novbr hat er sich mit sei
ne Nachgelaßene Wittwe Geerlick Hofsten aus
Boldixum im Standt der heiligen Ehe begeben
in welcher vergnügten Ehe sie mit einander 41 Jahr
1 Monath gelebet. Er hat unter Gottlicher
Leitung seinen Beruf zu Folge die See mit Segen
28 Jahr bedienet, biß er ao 1773 den 15 Octobr:
in einem rühmlichen Alter von 72 Jahr 1 Mo
nath sein Leben beschlossen.


Marlies

unregistriert

7

Montag, 17. Oktober 2005, 15:39

RE: Grabsteine auf Föhr

Zitat

Original von Bonzhonzlefonz]

Die blauen Blüten stehen für den Vater und die Söhne,
die roten Blüten für die Mutter und die Töchter.
Abgeknickte Blütenstiele bedeuten, dass die betreffende Person bereits verstorben ist.


Hallo Bonzhonzlefonz,

den Grabstein finde ich sehr schön, und wenn man bedenkt, wie alt er
ist, ist er auch noch sehr gut erhalten.

Was ich interessant finde: die abgeknickten Blüten, die symbolisch den Tod des Betreffenden anzeigen, ich habe so etwas noch auf keinem anderen Friedhof gesehen, und ich denke, dass ich doch wirklich schon viele Friedhöfe besucht habe.

Schade, das es so etwas so selten gibt.

Gruß Marlies

Monika

Mitglied

Wohnort: Bad Bramstedt

Vereine: Vereinigung für Familienkunde Elmshorn e.V.

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8

Montag, 17. Oktober 2005, 15:44

RE: Grabsteine auf Föhr

Hallo

Zitat

Die blauen Blüten stehen für den Vater und die Söhne,.....


wie praktisch, so ein Grabstein doch auch noch ist, jetzt weiss ich das ich zu dem verstorbenen Ehepaar auch noch 6 Kinder suchen muss

Liebe Grüsse
Monika
Dauersuche
Dargies,Vorrath im Memelland
Mai,Jüttner aus Waldenburg Schlesien
Williges,Gund(e)lach aus Helsa,Grossalmerode/Hessen
Hagemann,Richter, aus Vorpommern
Fago,Romba aus Lötzen, Jagodnen und Umgebung
Meyn,Behrmann aus Haseldorf,Haselau,Wedel

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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9

Montag, 17. Oktober 2005, 17:55

RE: Grabsteine auf Föhr

Hier kommt der nächste Grabstein (alle Ortsangaben: Insel Föhr):

Denkmal
der christl. Eheleute,
des ehemal. Kaufmannes und Landmannes
Christian Diedrich Roeloffs aus Süderende
(geb. d. 30. Jan. 1801, gest. d. 5. April 1885) und der Antje,
geb. Ketels, verw. Braren (geb. in Toftum d. 19. Juli
1804, gest. d. 10.Nov. 1890. Ersterer ist auf seinem
Lebenswege reichlich gesegnet worden, hat aber
auch mit seinen Gütern und Gaben Andern gern
gedient; er hat auch indes des Lebens Hast und Hitze
tragen müssen: 2 Lebensgefährtinnen, mit denen
er nur etliche Jahre gepilgert mit der ersten,
Ingke Ocken aus Oldsum, 9, mit der zweiten,
Mattje Lorenzen aus Süderende 8 Jahre, und von
seinen 9 Kindern, 4 aus der 1. und 5 aus der 2. Ehe,
sind 7 vor ihm ins Grab gesunken, doch war es ihm
vergönnt, an der 3. Hausfrau eine langjahrige Ge
hülfin zu finden, vo 1846 bis zu seinem Lebensende.
Diese hatte ihren ersten Gatten, Brar Braren
aus Oldsum, nach 15 jährigem Ehestande verloren
und von den 8 Kindern, die sie ihm gebar, hat sie
5 ins Grab sinken sehen.

Röm. 14,8: Leben wir, so leben wir dem Herrn,
sterben wir, so sterben wir dem Herrn, darum wir
leben oder sterben, so sind wir des Herrn.


10

Montag, 17. Oktober 2005, 18:09

RE: Grabsteine auf Föhr

Hallo Bonzhonzlefonz,
:banana:
da steht ja auf dem Grabstein wirklich das ganze Leben. Schade, daß das nicht überall so ist.
Vielen Dank, daß Du Dir die Arbeit machst und hier einstellst.
Vielen Dank.
:star:
Viele Grüße
Gudrun
:computer:

11

Montag, 17. Oktober 2005, 18:57

RE: Grabsteine auf Föhr

Hallo Jens!

Echt schöne Fotos!

Was mir aufgefallen ist, der Name Brar Braren scheint dort sehr häufig vorzukommen. Oder?!


gruß Gordon
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

Delroder

unregistriert

12

Montag, 17. Oktober 2005, 21:13

Klasse Bilder und tolle Idee,-))))

Danke, auch für die Arbeit die Inschriften zu"übersetzen" :)

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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13

Dienstag, 18. Oktober 2005, 20:57

Ja, der Name Braren ist dort häufig.

Und hier kommt der nächste Stein:

Dem Andenken des Schiffskapitains
Frud Faltings und seiner Gattinn Ingke, geb.
Olufs, in Oldsum.
Frud Faltings wurde geboren in Klintum
am 23 Decbr. 1783. Er verband sich am 20 Decbr. 1811 ehe=
lich mit Ingke Olufs, geboren in Oldsum am 28 Oct.
1786. Aus ihrer Ehe stammen 3 Söhne. Von früher Ju=
gend sich der Seefahrt widmend, stieg er bis zum Schiffs=
kapitain und führte 23 Jahre lang ein Schiff von Kopen=
hagen. Nachdem er im Jahre 1839 aus diesem Berufe
geschieden war wirkte er bis zu seinem Lebensende als Thäti=
ger und umsichtiger Landwirth. Er sah seine Familie in
13 lebenden Enkeln aufblühen. Am 20 April 1851 rief
der Todesbote ihn aus dem Kreise der Seinigen ab im
Alter von 67 Jahren 3 Monaten und 28 Tagen.

Seine Gattinn Ingke Faltings lebte nach
dem Scheiden ihres Gatten im Wittwenstande, bis sie
durch den Tod wieder mit ihm vereinigt wurde am 11. Juli
1869 alt 82 Jahre 8 Monate 13 Tage.

O Schiffer auf des Erdenslebens Wellen,
Ermiß der Pflichten Höhe mit der Christenlieb' Octant,
Und schau, wie hoch auch Leidensfluthen schwellen,
Stets mit des Glaubens Fernrohr nach der Christenhoffnung Land.
So wirst du sicher nach dem lichten Hafen steuern,
...


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Vereine: GGHH

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14

Dienstag, 18. Oktober 2005, 21:14

Noch einer:

Wir haben hier keine bleibende Stätte,
sondern die zukünftige suchen wir.

Dieses Grab umschließt die irdische Hülle der beiden Eheleu-
te Ocke Hinrich Flor und Thur Flor geb. Rick=
mers aus Oldsum, welche 1818 den 23 Jan. zur vereinten
irdischen Wallfahrt den Bund der Ehe schloßen.
Beide sind geboren in Oldsum, er 1794 den 21 August,
und sie 1791 den 4 Juli. In früher Jugend trat er den wechsel=
vollen Beruf eines Seefahrers an und von der milden Hand der
Vorsehung mit Glück gesegnet führte er seit 1824 als Capitain
nach einander mehrere Schiffe, meistens von Hamburg nach
Newjork. Nachdem er sich 1852 in seine Geburtsheimath zurück=
gezogen hatte, verwandte er die letzte Zeit und Kraft seines Lebens
darauf, das Wohl seiner Familie und in dem ihm aufgetragenen Amte
eines Schulpatrons das Beste der Gemeine zu fördern, bis ihn der
Herr des Lebens nach einem schweren letzten Leiden 1856 den 6 Mai
durch den Tod zur ewigen Ruhe einberief, da er 61 Jahre 8 Monate
15 Tage hienieden gelebt hatte.
Thur Flor, die treue Gattinn, die sorgsame Hausfrau, die lieben
Mutter, entschlief nach langem Leiden 1852 den 2 Februar in ei=
nem Alter von 60 Jahren 6 Monaten 29 Tagen.
Die hinterlassenen Kinder, ein Sohn und 2 Töchter setzen ihren Eltern die=
ses Denkmal, und ihnen, wie den Schwiegerkindern und Enkeln bleibet ihr
Andenken im Segen.


Marlies

unregistriert

15

Dienstag, 18. Oktober 2005, 21:26

Hallo Bonzhonzlefonz,

das sind ja wirklich wunderschöne Grabsteine und vor allem Texte, das könnte mich ja glatt verführen, auf Föhr ein paar Tage Urlaub zu machen! Man sieht, einmal in Richtung Ahnenforschung "unterwegs", kann man die Finger nicht davon lassen, auch wenn es nicht die eigenen Linien betrifft.

Gruß Marlies

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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16

Dienstag, 18. Oktober 2005, 21:35

Ein Bild habe ich noch. Wer mehr sehen möchte, sollte selbst auf die Insel Föhr fahren und dort die Friedhöfe besuchen. Es gibt dort viele dieser „sprechenden Grabsteine” (so werden sie dort genannt), auch mit Geschichten über Walfänger und Grönlandfahrer usw.

Hier wieder der Name Braren:

Im Kreuz mein Heil.

In Hoffnung einer seligen Auferstehung ruhen
hier die christlichen Eheleute Christian Friedrich
Braren aus Oldsum und Keike geb. Ketels.
Er wurde als Sohn des Landmannes Frud Braren
und der Krassen geb. Peters geboren in Süderende den
23. Oktbr. 1821 und entschlief am 7. April 1887 in einem
Alter von 65 Jahren. Mit der Witwe betrauern den
Dahingeschiedenen 10 Kinder (darunter 2 aus erster
Ehe), 8 Schwiegerkinder und 14 Enkel. Als Landmann
war er in seinem irdischen Berufe bis an sein Ende mit
unermüdlichem Fleiße thätig. Nun ist er selber gesäet
als ein Samenkorn auf den Tag der großen Ernte.
Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1.Kor.15,42
Die Gattin, geboren in Oldsum als Tochter des weiland
Schiffskomd. Arfst Ketels und der Lena Maria geb. Rek=
kerts am 9. Mai 1834 lebte noch 25 Jahre im Witwen=
stande, bis sie am 23 Mai 1912 in einem Alter von 78 Jah=
ren wieder mit dem vereint wurde, den sie im Leben liebte.
Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Ps. 126,5
Ruhe hier in heil'ger Stille,
Theurer Gatte, theurer Freund,
Bald nach unsers Heilands Wille
Bin ich dort mit dir vereint.


Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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17

Dienstag, 18. Oktober 2005, 23:21

Hallo Marlies,

ein paar Tage reichen nicht, das solltest Du schon großzügiger kalkulieren. Ich war nur auf einem der Friedhöfe und habe dort auch nur einen kleinen Teil angesehen. Für alle „sprechenden Grabsteine” brauchst Du schon etwas länger! :D

Bernd Zeisberg

unregistriert

18

Mittwoch, 19. Oktober 2005, 06:53

Hallo Bonzhonzlefonz,

eins steht fest, wenn ich nächstes mal meine Schwiegereltern auf Föhr besuche, werde ich auch einen Spaziergang über den Friedhof machen!

Die Bilder sind wirklich klasse!

Willst Du die nicht zusätzlich auf Deine Homepage bringen? Wäre doch echt schade wenn die hier im Forum "untergehen".

Gruß,
Bernd

Marlies

unregistriert

19

Mittwoch, 19. Oktober 2005, 07:49

Zitat

Original von Bernd Zeisberg
eins steht fest, wenn ich nächstes mal meine Schwiegereltern auf Föhr besuche, werde ich auch einen Spaziergang über den Friedhof machen!


Au ja, Bernd, und möglichst viele Bilder machen, die Du uns dann hier zeigen kannst!

Die "sprechenden" Grabsteine sehen ja nicht nur sehr schön aus und enthalten die Geschichte des/derjenigen, sie werden auch mit viel Liebe gepflegt, sonst wären sie nicht so gut erhalten.

Gruß Marlies

Wohnort: Neu Wulmstorf

Vereine: GGHH

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20

Mittwoch, 19. Oktober 2005, 11:22

Zitat

Willst Du die nicht zusätzlich auf Deine Homepage bringen?


Hallo Bernd,

das ist eine gute Idee, ich werde das mal machen, sobald ich mehr Zeit habe. Momentan schaffe ich es nicht.

Danke für den Tipp!