Webbasierte Erfassung und Darstellung genealogischer Daten

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    Pokemon oder Yu-Gi-Oh (falls falsch geschrieben, dann an Mangel der Kenntnis zu den Serien)


    Hallo Lars,


    da bin ich aber froh, dass es nicht nur mir so geht. Aber wenn meine Enkelin erstmal in dem Alter ist, werde ich wohl zwangsweise auf diesem Gebiet weitergebildet.


    Kopfrechnen ist ja überflüssig, wozu hat man schließlich seinen Taschenrechner? Und ich merke dann, dass ich das Ergebnis bereits habe, noch ehe andere die richtigen Tasten gedrückt haben. Und die merken dann noch nicht einmal, dass sie sich vertippt haben und dass 10x10 keinesfalls 1000 sein kann. =)


    Ich bin früher, als es beim Aldi noch keine Artikelnummern gab, dadurch aufgefallen, dass ich an der Kasse immer schon wusste, wieviel ich bezahlen musste. Merkwürdig: bei durchschnittlich jedem 3. Einkauf war die Rechnung zu hoch! Nie zu niedrig, daher glaubte ich nicht an ein Versehen. Und als die dann gemerkt haben, dass ich vorher schon mitgerechnet habe, musste ich nie wieder zu viel bezahlen. Daher glaubte ich noch weniger an ein versehen. :(


    Wenn ich dann heute sehe, dass die Schüler in den oberen Klassen nicht in der Lage sind, ohne Rechner eine Addition durchzuführen, wird mir ganz anders.


    Und das ist auch durchaus ein Ahnenforschungs-Problem: Man glaubt dem Rechner und dem Internet alles unbesehen. Wenn da in der Datenbank Fritz Xaver Mustermann steht, wird nie wieder jemand auf die Idee kommen, dass es doch auch der Franz Christian sein könnte. Wer sich das Originaldokument ansieht, versteht jedoch schnell, wieso es zu dem Lesefehler gekommen sein kann.

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    Archivgut des Bundes, das sich auf natürliche Personen bezieht, ...


    Hallo Ines,


    ich halte es grunsätzlich so, dass ich keine Personen auf meiner Internetseite veröffentliche, die noch leben. Nun sind das allerdings auch keine Daten aus Archiven des Bundes.


    Gilt die Regelung denn auch für kommunale oder kirchliche Daten? Das ist für uns ein ganz heißes Thema, und ich würde mich natürlich dabei auch gerne so verhalten, dass ich mich nicht in die Nesseln setze. Immer wieder tauchen solche Fragen auf, und bei der unterschiedlichen Handhabung in Archiven (kirchl./staatl.) blickt man manchmal wirklich nicht durch.

  • Bonzhonzlefonz und Lars_Heidrich:


    Jetzt wollte ich fast schon laut "off-topic" schreien, aber dann habt Ihr ja doch noch schnell im Schlusssatz zurück zum Thema gespannt – brav :D


    Ich möchte Euch aber auch bepflichten, dass Ihr sicher recht habt und durch den Computer schon gern mal oder eher immer öfter das Gehirn völlig ausgeschalten wird. Mich regt total auf, dass die Rechtschreibung immer mehr darunter leidet. Durchs Chatten, schnelle E-Mailen und auch in Foren legt keiner mehr so richtig wert auf gepflegte Kommunikation und achtet auf seine Rechtschreibung. Mir stellen sich bei vielen Texten und besonders bei E-Mails, die ich bekomme, oft die Nackenhaare auf.


    Bonzhonzlefonz:


    Hm, interessante Frage bez. Daten aus kommunalem oder kirchlichen Archiven. Kurz mal gegoogled und folgendes gefunden:


    Aus dem Landesarchivgesetz Sachsen-Anhalt:



    Für kommunale Archive scheint also selbiges zu gelten. Mal sehn, ob ich zu kirchlichen auch eine Entsprechung finde …

  • Jetzt ist mir grad noch eine Mustervorlage der Benutzungsodnung für kommunale Archive, herausgegeben vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv, untergekommen. Darin steht wiederum:


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    § 4 Schutzfristen und Schutzfristenverkürzung
    (3) Archivgut, das sich nach seiner Zweckbestimmung oder nach seinem wesentlichen Inhalt auf eine natürliche Person bezieht (personenbezogenes Archivgut), darf frühestens zehn Jahre nach dem Tod der betroffenen Person benutzt werden. Ist das Todesjahr nicht oder nur mit unvertretbarem Aufwand feststellbar, endet die Schutzfrist neunzig Jahre nach der Geburt. Ist auch das Geburtsjahr dem Archiv nicht bekannt, endet die Schutzfrist für personenbezogenes Archivgut sechzig Jahre nach Entstehung der Unterlagen.


    Puh, da soll sich noch einer auskennen. Also muss man sich wohl mit der Satzung jedes einzelnen Archivs befassen, von dem man entsprechende Unterlagen oder Informationen möchte. Und zu diesen Daten dann immer einen Vermerk, ab wann man sie für Veröffentlichungen nutzen darf. :rolleyes:

  • Hallo kumbayala


    Deine Argumentation ist mir einfach zu hypothetisch. Ich denke, Dein Mentor hat evtl ein interessantes Verhältnis zu seinem Hobby.


    Ich meine: Wenn du meine Hofkiste in die Hand nehmen dürftest, währe das für Dich ein Erlebnis. Möglich, Du würdest Dich dann auch mit der Materie weiter auseinandersetzen. Ich denke an Transkription, Münzregal, Schriftenkunde, Ortsgeschichte, Siegelkunde etc.


    Eine Onlinedatei ist dagegen nur ein "Gerippe", dem jedweliger Zauber fehlt. (Wann konntest Du sagen, dass du es selbst gemacht hast?)


    ...oder würdest Du Dich schon nach leichten Schwierigkeiten geschlagen geben? Ich denke, eher nicht. Also bildet Ahnenforschung durch das Auftreten immer neuer Probleme. So gesehen sind einige Aspekte betr. Pisa usw durchaus real: Man braucht nur zu konsumieren anstatt zu agieren. Ergo, man vernachlässigt es, sich eingehender mit der Materie zu beschäftigen.


    Außerdem währe interessant zu klären, warum jemand nach seinen Wurzeln forscht. Bloße Angeberei? Oft habe ich die Vermutung.


    Mir bekannte sinnvolle Symbiose währe die Vermarktung der Kirchenbücher als Bilddatei. Sowas gibt es beim Pt- Verlag in Bonn. Eine Verkartung des entsprechenden Buches kann man immer noch auf die CD bringen.


    Die These, dass sich die Mormonen seit Jahren mit einer solchen Datei beschäftigen und auch nur Unsinn geschafft haben, halte ich nicht für schlüssig. Die Leute lernen nämlich auch durch ihre Fehler (auch wenn diese teilweise in der Methodik liegen). Ich halte mich diesbezüglich an dem Spruch: ALLES, WAS MÖGLICH ERSCHEINT, WIRD AUCH GEMACHT WERDEN.
    ..und dann?


    Schlumpf ptt scirb. mpp Ao MMVI p.n.b

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    Original von Schlumpf


    Eine Onlinedatei ist dagegen nur ein "Gerippe", dem jedweliger Zauber fehlt.


    Hallo, für mich haben online-Dateien durchaus einen Zauber. Den Zauber der Unvollständigkeit, der fehlenden oder verschleierten Quer-Verbindungen und den Zauber der Erreichbarkeit bisher unerreichbarer Informationen.


    Ohne den einfachen Einstieg in das Thema Ahnenforschung über das Internet und seinen schier unerschöpflichen Fundus an Informationen hätte ich wohl kaum am Thema Ahnenforschung Feuer gefangen, hätte mich nicht inzwischen mit Archiven, Standesämtern und Kirchenbüchern beschäftigt und mir wahrscheinlich auch keine Orts-, Familien- und andere geschichtsträchtigen Bücher zugelegt.


    Ein ganz besonderer Reiz für mich liegt darin, dem Medium Internet seine Informationen durch ständig verbesserte Recherchen zu entlocken und durch Verknüpfung neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dass man dabei praktisch vom Wohnzimmer aus in Nullzeit Infos aus der ganzen Welt erhalten kann, macht die Sache für mich um so spannender.
    z.B. konnte ich über das Internet einen Augenzeugenbericht eines amerikanischen Marineangehörigen einsehen, der bei der Versenkung des U-Bootes meine Onkels vor Ort war. Auch die Logbucheintragungen der beteiligten Schiffe konnte ich durch entsprechende Recherche kostenlos im Internet ausfindig machen. Ohne die Riesendatenbank Internet wäre das wohl eine mittlere Lebensaufgabe gewesen...


    Dass die Infos aus Datenbanken hierbei nicht das Ende der Recherchen, sondern nur der Anfang des Verifizierens bilden und ständig neue Fragestellungen aufwerfen, lässt sie für mich nicht als unnütz erscheinen.


    In diesem Sinne, Datenbanken und online-Recherchen sind für mich persönlich ein wesentlicher Bestandteil meiner Ahnensuche und die Ergebnisse daraus motivieren mich, laufend tiefer in das Thema einzusteigen.


    Grüssle Willi Braunwald

  • Hallo Schlumpf,


    selbstverständlich kann ich bisher nur Hypothesen aufstellen, da ich selbst noch viel zu wenig praktische Erfahrung mit der Thematik habe. Wie gesagt, ich komme ja eben mehr von der technischen Seite. Und die hat genauso ihre Berechtigung wie die Verkartung von Kirchenbüchern. Ich denke übrigens eben so wenig wie Rossi, dass deine konventionelle Arbeit unnötig wird. Natürlich müssen Datenbankeinträge durch präzise Quellenangaben verifiziert werden. D.h. wer in einer solchen Datenbank auf für ihn interessante Einträge stößt und sich über die Richtigkeit rückversichern möchte, weiß dann, wo er die Quellen finden kann und freut sich den Beweis selbst einmal in der Hand gehabt zu haben.


    Ich finde nicht, dass sich moderne Technik und die Schätze der Vergangenheit unbedingt ausschließen. Wie Willi Braunwald auch sagt, findet man über das Internet nicht einfacher den Weg zu den alten Schätzen?


    Falls es so rüberkam, als wolle ich die traditionelle Ahnenforschung durch die Online-Forschung ersetzen, dann muss ich hier wohl klarstellen, das dies ganz und gar nicht meine Absicht war. Ich könnte mir vorstellen, dass man die Angabe der Quellen in einer Online-Datenbank sogar zu einer Pflichtangabe macht, um die Authentizität der Information zu unterstreichen. So hat jeder, der sich den Datensatz ansieht, die Möglichkeit diese Angaben zu kontrollieren und selbst für sich zu entscheiden, ob er sie für bare Münze nimmt oder nicht.


    Schlumpf, ich versteh nun aber nicht, warum deiner Meinung nach die Verkartung von Kirchenbüchern auf eine harte, kalte, silberne CD-ROM gebrannt werden darf, deren Haptik auch weit entfernt ist von der Faszination eines jahrhundertealten Kirchenbuches und die ihren Inhalt erst preisgibt, wenn man sie in einen Computer steckt? Warum erlaubst du hier eine Symbiose (die ich übrigens gar nicht schlecht finde)?


    Frage an Alle:


    Wer nutzt den außer Messlatte noch mehr als ein Genealogie-Programm bzw. zusätzliche Hilfsprogramme, weil ihm ein vollwertiges Programm nicht für seine Zwecke ausreicht? Und welche zusätzlichen Funktionen werden durch die Zusatzprogramme abgedeckt?


    Viele Grüße
    Ines

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    ... D.h. wer in einer solchen Datenbank auf für ihn interessante Einträge stößt und sich über die Richtigkeit rückversichern möchte, weiß dann, wo er die Quellen finden kann und freut sich den Beweis selbst einmal in der Hand gehabt zu haben.


    Hallo Ines,


    ja, freuen kann man sich da. Auch ich gehe ja manchmal diesen Weg. Aber für den, der sich nicht nur freuen, sondern auch etwas erleben will, ist das vielleicht ein wenig steril:


    In die Suchfunktion „Emil Müller” eingeben, der Name erscheint auf dem Bildschirm, Quellenangabe ist dabei, ich freue mich. Was da leuchtet, ist der Bildschirm.


    Alternative:
    Ich organisiere meine Arbeit so, dass ich jeden Donnerstag frei habe. Nur an diesem Vormittag ist das Kirchenbüro geöffnet, in dem ich etwas suchen möchte. Ich fahre wochenlang jeden Donnerstag 150km hin und 150km zurück. Ich quäle mich durch alte Bücher, muss mich in die alten Schriften einlesen, es ist fast zum Verzweifeln.
    Und dann finde ich Emil Müller. Quellenangabe überflüssig, denn dieselbe habe ich gerade in der Hand. Ich rufe „ICH HAB IHN!!”; die nette Dame im Büro lächelt verständnisvoll. Was da leuchtet, sind meine Augen.


    Ganz klar: Diese Methode ist viel langwieriger, aber für denjenigen, der nicht nur ausschließlich Daten aneinanderreihen will, auch sehr viel kurzweiliger.


    Ich bevorzuge eine Mischung aus beiden.


    Viele Grüße
    Jens

  • Hallo kumbayala,
    gerade habe ich mir noch einmal alle Beiträge zu diesem Thema durchgelesen. Beim Lesen sind mir ein paar Fragen eingefallen, die ich Dir auf diesem Wege stellen möchte.
    1. Hast Du die Daten Deiner Mutter mit einem Genealogieprogramm erfasst und eine Grafik erstellt? Hast Du Deine noch lebenden Familienmitglieder schon befragt und erfasst?
    2. Was verstehst Du unter „Blut lecken“? Datenerfassung - hattest Du inzwischen die Gelegenheit, durch das Lesen von z.B Kirchenbüchern Deinen Datenfundus um mindestens eine Generation zu erweitern?
    3. Kennst Du den Geruch richtig alter Kirchenbücher und das Gefühl des darin eventuell verborgenen Familiengeheimnisses? Gibt Dir das ein Computer oder eine CD-ROM?
    4. Würdest Du zusätzliche Daten veröffentlichen, die Du aus solchen Quellen ziehst? Beispiel: „Fiel beim Kirschenpflücken von der Leiter und brach sich den Hals“ Oder ist das für Dich überflüssig? – Für mich ist es das Salz in der Suppe!!-
    5. Bewegst Du Dich mit manchen Deiner Äußerungen nicht auf sehr dünnem Eis? Auch Dein Mentor kann hier mitlesen!



    Viele Grüße
    Messlatte

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    Original von kumbayala
    Falls es so rüberkam, als wolle ich die traditionelle Ahnenforschung durch die Online-Forschung ersetzen, dann muss ich hier wohl klarstellen, das dies ganz und gar nicht meine Absicht war. Ich könnte mir vorstellen, dass man die Angabe der Quellen in einer Online-Datenbank sogar zu einer Pflichtangabe macht, um die Authentizität der Information zu unterstreichen. So hat jeder, der sich den Datensatz ansieht, die Möglichkeit diese Angaben zu kontrollieren und selbst für sich zu entscheiden, ob er sie für bare Münze nimmt oder nicht.
    Viele Grüße
    Ines


    Hallo Ines,


    selbst wenn Dir dies so wie Du es schreibst, gelingen sollte, so bleibt am Ende doch die Einsicht in die Orginaldokumente.


    Selbst wenn die Quellenangabe zur Pflicht in den Online-Datenbanken werden sollte, wer garantiert mir, dass die Online-Angaben zu 100% stimmig mit dem Orginal sind?? Übrigens bei familysearch.org werden die Film-Nr. ect.pp. angegeben, nützt mir aber insofern nichts, weil ich durch die Einsicht der KB´s schneller an die Daten komme, als wenn ich auf den angezeigten Film warte (bis zwei Jahre) und dann feststelle, dass dies der falsche gelieferte Film ist?? Da sind u.U. schnell mal so vier Jahre weg, ohne irgend ein Ergebnis, ob positiv oder negativ.


    Ergo: Die Online-Datenbanken werden immer nur ein Hilfsmittel sein und niemals die Einsicht in die Orginal-Unterlagen ersetzen können.


    Beispiel:
    Ich habe in den letzten 12 Monaten so an die 1500 bis 2000 neue Personen über familysearch.org gefunden, die möglicherweise, wie gesagt, möglicherweise mit mir bzw. meiner Frau direkt oder indirekt verwandt sein könnten. Würde ich es als gegeben nehmen, dass diese etwa 2000 Leute zu uns gehören, würde ich jede Möglichkeit der Nachprüfbarkeit außer acht lassen und meine durchaus versuchte detailierte Forschung vollends in Frage stellen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Funde mit den Orginalunterlagen abzugleichen, ob nun mittels Urkundenkopien oder nur der entsprechenden Reg.-Nummer ist erstmal dahingestellt.


    Viele Grüße


    Lars

  • Hallo Kumbayala


    Zitat


    Schlumpf, ich versteh nun aber nicht, warum deiner Meinung nach die Verkartung von Kirchenbüchern auf eine harte, kalte, silberne CD-ROM gebrannt werden darf, deren Haptik auch weit entfernt ist von der Faszination eines jahrhundertealten Kirchenbuches und die ihren Inhalt erst preisgibt, wenn man sie in einen Computer steckt? Warum erlaubst du hier eine Symbiose (die ich übrigens gar nicht schlecht finde)?


    Berechtigter Einwand!
    Aber es ist so, dass durch Gebrauch die Originale immer mehr leiden. Die Sachen sind nicht auf uns gekommen, dass einige Leute damit Schindluder treiben. Wenn man eine Datei hat, kann man die Finger vom Original lassen. Das Archiv kopiert das Original als Bilddatei und sperrt danach das Buch.
    Die Frage, warum ich die Bücher verkarte ist einfach: Vor 10 Jahren habe ich eine Verkartung der Heimatpfarrei für 60 DM gekauft. Die Datei war zu über 40% falsch. Das Geld währe besser bei der AWO gelandet. Es wird alles gemacht werden, was möglich ist. Ergo: Man macht die Verkartung selber, dann ist auch ein gutes Ergebnis gewährleistet.
    Seit einiger Zeit zeichnet sich eine gute Lösung des Problems an: Der PT- Verlag verkauft die Bilddateien von alten Kirchenbüchern. auf den CD´s wird die Verkartung der Gemeinde gebrannt und mit der Seite verknüpft. Auf diese Weise wird das Original bewahrt und das Quellenstudium bleibt für den Forscher erhalten. Durch die Verkartung kann er sich auch sofort in die alte Schrift einlesen.
    Dennoch finde ich das Studium am Original weitaus interessanter. Aber, was will man sonst machen?


    Würde ich wie z.B. Lars Heidrich über IGI forschen, hätte ich binnen kurzer Zeit tausende mutmaßliche Verwandte gefunden. Auch die Onlinedatei der ausgewerteten KB einer bestimmten Gemeinde ist nicht unbedingt als hilfreich anzusehen, es fehlen die Sterbefälle und die Zeugen. Daher mein Einwad des Amerkanismus in der Forschung: The easy way to your ancisters. Seit Einstein dürfte sich aber eines herumgesprochen haben: Für ein Problem gibt es immer eine einfache Lösung; die ist aber fast immer falsch!
    Forschungsprogramme? Ich habe mal Familienstammbaum 1.0 genutzt. Da ich einen riesigen Familienstammbaum habe, nur zu Testzwecken. War zufriedenstellend. Negativ war die Einstellung des Kalenders. Das Normaljahr war bei dem Programm auf 1752 gestellt. Daher hatte das Programm den 25.11.1713 nicht so gerne. Die Einführung des gregorianischen Kalenders war bei uns 1583. Nach einer Änderung lief dann auch das Programm. Data Becker hatte mal ein Programm für 30 DM. Das machte schöne Urkunden, ansonsten war das Programm eher nicht zu gebrauchen.
    Zum Verkarten nehme ich das PSA- Programm von Dr. Coors aus Stollberg bei Aachen. Damit kann ich alle Probleme in den KB meistern. Mit Hilfe des Programms werden auch die Verkartungen für die Bilddateien gefertigt. Der große Vorteil: Die Paten und Zeugen werden auch angegeben.

  • Quote

    Original von Schlumpf
    Seit einiger Zeit zeichnet sich eine gute Lösung des Problems an: Der PT- Verlag verkauft die Bilddateien von alten Kirchenbüchern. auf den CD´s wird die Verkartung der Gemeinde gebrannt und mit der Seite verknüpft. Auf diese Weise wird das Original bewahrt und das Quellenstudium bleibt für den Forscher erhalten. Durch die Verkartung kann er sich auch sofort in die alte Schrift einlesen.
    Dennoch finde ich das Studium am Original weitaus interessanter. Aber, was will man sonst machen?


    Würde ich wie z.B. Lars Heidrich über IGI forschen, hätte ich binnen kurzer Zeit tausende mutmaßliche Verwandte gefunden. Auch die Onlinedatei der ausgewerteten KB einer bestimmten Gemeinde ist nicht unbedingt als hilfreich anzusehen, es fehlen die Sterbefälle und die Zeugen.


    Hallo Schlumpf,


    bei Deiner Denkweise muß ich leider einen kleinen Fehler feststellen, der sich in naher Zukunft als sehr gravierend herausstellen könnte. Es geht um die auf CD gebrannten Daten. Zum derzeitigen Moment kann Dir niemand sagen, wie lange CD´s und die auf ihr gespeicherten Daten halten, d.h. die Daten könnten in zehn oder zwanzig Jahren unwiderruflich verloren sein, was dann??? Die zum heutigen Zeitpunkt als haltbarste Sicherung von Orginalunterlagen sind Mikrofilme.


    Was den zweiten oben angeführten Zitatenteil betrifft, so muß ich Dir mitteilen, dass Du mein Thread nur oberflächlich gelesen hast, sonst wäre Dir der Lapsus mit dem IGI forschen nicht passiert. Ich habe nämlich geschrieben, dass ich die Online-Datenbank zwar nutze, aber immer nur als Hilfsmittel und im Zusammenhang bzw. in Folge mit der Einsicht der Orginalunterlagen, schon wegen der hohen Fehlerquote.


    Gruß! Lars

  • Guten Morgen Kumbayla


    nun mal zu Deinen Fragen.


    Ich nutze Gedcom rein zum Ausrauschen genalogischer Daten. Die Datenhaltung erfolgt bei mir in einer proprietären Datenbank mit btrieve.
    Daraus kann ich einen Gedcomextrakt ziehen.
    Gedcoms habe ich selber schon verarbeitet und manipuliert. Ich musste mal in einen fremden Gedcom einen Tag in jeden Personenrkord einfügen und habe dies mit Word gemacht. So blöd es klingt, ja mit Word. Ein befreundeter Ahnenforscher gab mir den Tip, dass man mit der Absatzfunktion von Word geschickt in einen riesigen Gedcom Tags einfügen kann. Hat wunderbar geklappt.


    Probleme mit Gedcoms hatte ich dann, wenn es um Daten "außerhalb" der Person ging. Wie Notizen oder to do's , andere Programme konnten damit nichts anfangen.


    Ich veröffentliche meine Daten über meine eigene Homepage basierend auf php und mySQL und habe sie nicht in andere(fremde) Datenbanken geladen und habe auch in zukunft nicht vor das zu tun. Auch nicht in eine nach dem Wiki Prinzip.
    Ob ich XML als Datenstruktur nehmen würde weiß ich nicht. Ich muss mich mal mit XML befassen. Ich dachte immer XML ist eine Weiterentwicklung aus html, Für mich ist es eine Sprache und keine Datenbank. Ich würde eine erwachsene Datenbank im Hintergrund erwarten und mit XML könnte man den Frontend realisieren.


    Von einer Datenbank erwarte ich, dass sie jede neu eingefügte Person abprüft ob sie schon vorhanden ist und evt. vorhandene auflistet um sie zu selektieren. Das die Datenbank Plausibilitätstests macht und meldet wenn man einen vierjährigen versehentlich zum Vater macht (nur ein Beispiel). Weiterhin würde ich eine umfangreiche Rechteverwaltung erwarten um verschiedene Benutzergruppen anlegen zu können und umfangreiche Datenschutzeinstellungen. Damit ich festlegen kann, was nach außen hin sichtbar ist. Ein Log Mechanismus um nachzuvollziehen, wer was wann gemacht.
    Eine Versionierung habe ich bisher nicht gebraucht, nur ein Backup.

    Gruß
    Michael Lauffs
    Aachen, Eschweiler, Stolberg
    ICQ# 48430007
    www.Lauffs.de

    Man sollte eine Dummheit nicht zweimal machen, es gibt doch so viele davon.

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    Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Funde mit den Orginalunterlagen abzugleichen


    Dass man IGI eher als Anhaltspunkt zum Weiterforschen benutzen sollte, ist wohl klar. Aber arbeitet ihr wirklich alle mit Originalunterlagen oder benutzt ihr nicht auch Literatur? Und wie haltet ihr es mit Daten, die freundliche Forscherkollegen euch zukommen lassen, in denen Kirchenbücher oder Urkunden zitiert werden - prüft ihr die alle nach?
    Ich benutze zum Beispiel für meine Danziger Verwandschaft Literatur (Löschin, Zernecke), die vor über hundert Jahren erstellt worden ist. Zusätzlich die Ahnentafeln von Frau Weichbrodt-Tiedemann. Das sind alles Unterlagen, die von den jeweiligen Forschern in jahrzehntelanger Arbeit zusammen getragen worden sind. Trotzdem können Fehler drin sein, aber wahrscheinlich würde ich selbst durch meine eingeschränkte Lesefähigkeit der sehr alten Schriften selbst noch viel mehr Fehler machen, wenn mir die Originalurkunden zugänglich wären.
    Ich finde, hier werden doch sehr weitgehende Forderungen erhoben, die für eine echte wissenschaftliche Arbeit wahrscheinlich berechtigt sind - aber muss ich mich als Hobby-Genealoge völlig danach richten?
    Was den Geruch alter Kirchenbücher betrifft, so habe ich leider bisher nur mit Mikrofiches gearbeitet... sicher weniger sinnlich, aber zum Schutz der Originalbücher akzeptiere ich das doch. Ich würde auch gern gefilmte Kirchenbücher auf CD kaufen können, selbst wenn auch dieses Medium dann irgendwann mal Probleme macht, aber dafür drucke ich ja auch eine Menge aus, um nicht in Computerabstürze und all solchen Sachen alles zu verlieren.


    Insgesamt bin ich froh, über das Internet soviel Möglichkeiten zu haben. Ich habe ja die Forschungsunterlagen von Verwandten geerbt, die diese in Jahrzehnten erstellt haben, und sehe wieviel weiter man durch die Vernetzung kommen kann.
    Und schließlich: Ich würde auch gern mal was von meinen Sachen der Allgemeinheit zukommen lassen, da ich von so vielen anderen profitiert habe. Ich habe schon an Gedbas gedacht, mache es aber vielleicht eher auf meiner eigenen Seite, um besser dran zu kommen. Aber beim Veröffentlichen bremst mich schon die Vorstellung, dass ich dann zu jeder Person auch die genauen Quellen angeben müsste, weil ich die nicht in jedem Fall in mein Programm einetragen habe.

  • Hallo
    Dass man IGI eher als Anhaltspunkt zum Weiterforschen benutzen sollte, ist wohl klar. Aber arbeitet ihr wirklich alle mit Originalunterlagen oder benutzt ihr nicht auch Literatur? Und wie haltet ihr es mit Daten, die freundliche Forscherkollegen euch zukommen lassen, in denen Kirchenbücher oder Urkunden zitiert werden - prüft ihr die alle nach?



    Ich halte viel von Kant: Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
    Daher IGI, Stammbäume aus den 30er Jahren, Wappenanträger etc, malae an dentes tibi?'

  • Hallo Schlumpf,


    so fern mir keine anderen glaubhaften Unterlagen zur Verfügung stehen, bleibt mir nur die Einsicht in die Orginalunterlagen, bzw. die entsprechenden Kopie-Einträge.


    Was die Forscherkollegen betrifft, so kann ich, sofern sie ihre Forschung glaubhaft belegen können, Kopien und Reg.-Nr. der Vorgänge, so habe ich keinerlei Einwände, wenn mir dadurch Arbeit und Zeit gespart werden kann.


    Gruß! Lars

  • Hallihallo,


    sorry dass ich mich jetzt erst wieder melde. Zwischenzeitlich muss ich halt doch auch fleißig an der Diplomarbeit texten. Aber jetzt nehm ich mir doch mal kurz Zeit im Gegenzug auch mal Messlattes Fragen zu beantworten:


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    1. Hast Du die Daten Deiner Mutter mit einem Genealogieprogramm erfasst und eine Grafik erstellt? Hast Du Deine noch lebenden Familienmitglieder schon befragt und erfasst?


    Noch nicht mit einem Programm, aber ich hab ein paar Zweige des Stammbaums, den mein Opa väterlicherseits auf Pergamentpapier gezeichnet hat, mal testweise bei http://www.geneanet.org eingetragen. Die Bedienung ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig und die Darstellung nach meinem Designempfinden (zur Info: ich studiere nicht nur Informatik sondern auch Design, und lege deshalb auch darauf sehr viel Wert) nicht sehr schön gelöst.


    Mit lebenden Verwandten habe ich mich noch nicht näher unterhalten, weil ich momentan meine komplette Zeit für die Diplomarbeit aufwenden muss und es mir dabei ja nicht um die Datenbeschaffung geht, sondern um die Erfassung und Verwaltung schon vorhandener Informationen. Das dem in der Praxis natürlich eine umfangreiche Recherche voran geht, ist klar, aber nicht Thema meiner Arbeit.


    Damit befasse ich mich dann in aller Ruhe, wenn ich die Diplomarbeit erledigt habe. Ich hoffe, mein 90-jähriger Opa, der den Stammbaum, hält noch solange durch (klingt jetzt makaber, aber man weiß ja nie). Leider habe ich aber mit der väterlichen Familie seit der Trennung meiner Eltern vor 17 Jahren keinen Kontakt mehr. Mein Vater hat aber diesen Stammbaum und sein Familienbuch nie mitgenommen, darum habe ich diese Sachen noch.


    Und nun bin ich eben schon am Überlegen, ob ich nach meinem Diplom versuche, mit meinem Opa wieder Kontakt aufzunehmen, um ihn zu dem Stammbaum zu befragen. Mal sehen, denn nach dem, was in meiner Familie vorgefallen ist, kostet das schon Überwindung und ich hab keine Ahnung in welcher Verfassung mein Opa in seinem hohen Alter inzwischen ist.


    Mütterlicherseits gibt's nur noch meine Mutter und meinen Onkel. Mit den beiden werde ich mich sicher nochmal näher unterhalten.


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    2. Was verstehst Du unter „Blut lecken“? Datenerfassung - hattest Du inzwischen die Gelegenheit, durch das Lesen von z.B Kirchenbüchern Deinen Datenfundus um mindestens eine Generation zu erweitern?


    Der Stammbaum meines Opas bereits schon 11 Generationen, leider aber natürlich nur Namen, Geburts- und Sterbedaten und Beruf. Aber auch nicht vollständig. Diese Daten nachzuprüfen, hatte ich noch nicht die Gelegenheit, werde aber auch dies nach der Diplomarbeit in Angriff nehmen.


    Ich finde es toll, diesen Stammbaum als Grundlage zu haben, das gibt mir einfach schonmal einen Leitfaden. Aber die reine Freidhofsgenealogie, also nur die groben Labensdaten an sich, sind natürlich nicht besonders reizvoll. Ich habe z.B. in dem Stammbaum entdeckt, dass einer meiner Ahnen mit der Tochter eines Cousins 5. Grades verheiratet ist. Er kam aus Kempten und sie aus Würzburg. Also klassischer Ahnenschwund! Ich würde so gern wissen, wie die beiden sich kennengelernt haben. Das ist doch mal eine Herausforderung, oder? :D


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    3. Kennst Du den Geruch richtig alter Kirchenbücher und das Gefühl des darin eventuell verborgenen Familiengeheimnisses? Gibt Dir das ein Computer oder eine CD-ROM?


    Selbstverständlich nicht. Aber ich sitze derzeit öfter in der Uni-Bibliothek in Augsburg und schreibe dort an meiner Diplomarbeit. Dort liegen in die Eingangshalle in Glasvitrinen uralte Bücher (werde mich beim nächsten Besuch mal informieren, was für Bücher genau). Nun Geruch kommt durch das Glas natürlich nicht durch.


    Aber jetzt fällt mir grad wieder ein, dass ich ja mal als Kind mit meinen Eltern in der Stiftsbibliothek St. Gallen war. Und damals hat mich nicht nur die 2.500 Jahre alte Mumie fasziniert, sondern schon auch die meterhohen Regale mit uralten Büchern.


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    4. Würdest Du zusätzliche Daten veröffentlichen, die Du aus solchen Quellen ziehst? Beispiel: „Fiel beim Kirschenpflücken von der Leiter und brach sich den Hals“ Oder ist das für Dich überflüssig? – Für mich ist es das Salz in der Suppe!!-


    Selstverständlich! Das soll alles mit rein. Wird auch bei meinem Konzept berücksichtigt.


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    5. Bewegst Du Dich mit manchen Deiner Äußerungen nicht auf sehr dünnem Eis? Auch Dein Mentor kann hier mitlesen!


    Welche Äußerungen meinst du konkret? Was hat mein Mentor damit zu tun?

  • Noch eine technische Frage meinerseits (wieder mal an Alle):


    Wer von Euch nutzt denn einen PDA (Palm o.ä.) für sein Hobby? _Thomas hat nämlich in dem Thread "Ahnenforschung nur auf Papier?" erwähnt, dass er seine Ahnenlisten auf seinem Palm immer mit dabei hat und so auch in Archiven Daten nachlesen kann.


    Vielleicht liest ja _Thomas mit und kann mit näheres dazu erzählen. Welches Programm nutzt Ihr auf Eurem PDA? Gebt Ihr Euren Stammbaum direkt ins PDA ein oder nur über einen Abgleich mit dem Computer? Oder gibt ein Abgleich nur ein heilloses Durcheinander?


    Sorry, dass es wieder so technisch wird, aber das ist nun mal gerade das, was mich derzeit mehr beschäftigt. Freue mich aber auch, wenn ich mich nach der Abgabe wieder mit analogen Dingen beschäftigen kann :-)

    Edited once, last by kumbayala ().