Berufsbild des Cigarrenmachers

  • Hallo und guten Morgen


    ich suche Informationen zum Berufsbild des Cigarrenmachers.


    Region: Ahaus in Westfalen
    Zeitraum: um 1850


    Interessant ist für mich u.a. wie lange dauerte die Ausbildung, gab es Firmen in der Umgebung, wie angesehen war das Berufsbild.


    Ich freue mich auf eure Antworten.


    Astrid

  • Hallo Astrid,
    Ich kenne zwei Bücher darüber:
    Teubert, Joachim (1990): Cigarrenmacher : Ein Handwerk bewegt Achim, Verlag Atelier im Bauernhaus Fischerhude, 95 p.
    ISBN: 3881320962


    Momburg, Rolf (1996): Die Zigarrenmacher. Aus der Geschichte der Zigarrenindustrie im Minden-Lübbecker Land von 1830 bis zur Gegewart.
    Hüllhorst Kurt Meyer, 180 p.
    ISBN: 3920621069


    Du findest diese Bücher beispielsweise verschiedentlich unter http://www.zvab.com zum Verkauf, oder du schaust, ob sie in einer der Biobliotheken in deiner Nähe auszuleihen sind.


    Rossi

  • Hallo
    unter http://www.ahaus.de habe ich gefunden:
    "Tabakfabrik Oldenkott
    Die Ahauser Stadtchronik berichtete im Jahre 1819:
    Ein Tabacks=Fabrikant aus Amsterdam namens Hermann Oldenkott mietete in diesem Jahre das hiesige Schloss und legte in den Nebengebäuden derselben eine bedeutende Tabacks-Fabrik an, wozu er die nötigen Arbeiter teils aus Holland mitbrachte und teils aus den hiesigen Einwohnern nahm.
    Der günstige Absatzmarkt für "fabrizierten Tabak" im Münsterland und Zollschwierigkeiten veranlassten die Gründung der Zweigniederlassung Herms Oldenkott & Söhne zu Ahaus.
    Im Jahre 1829 erwarb Herman Oldenkott dann die Schlossinsel von den Fürsten Salm-Kyrburg.
    Während des Ersten Weltkrieges erlitt die gute wirtschaftliche Lage erste Einbußen. Die englische Seeblockade verhinderte schließlich die Einfuhr guter Überseetabake.
    1919 feierte die Firma in Ahaus ihr 100jähriges Bestehen. Bald darauf zwangen die anhaltenden Absatzschwierigkeiten und die aufkommende Wirtschaftskrise zu Entlassungen und zu Umstrukturierungen. 1929 fusionierten die drei in Deutschland ansässigen Oldenkottschen Fabriken und wurden in Rees am Niederrhein konzentriert. Im Ahauser Schloss war nun kein Industriebetrieb mehr. Das Schloss blieb jedoch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges unverändert im Besitz der Familie Oldenkott und wurde weiterhin als Wohnung genutzt. "


    in Greven ca. 50km von Ahaus gab es 1912 3 Tabakfabrikanten und lt Adressbuch Zigarerrenmacher mit folgenden Namen:
    Beinker Berger Blanke Brench Bruns Brunster Elverich Hokamp Holling
    Hölscher Kornfeld Löbbers Melle Orths Rauße Rengers Sander Spörck
    Schlüter Schmitte Theising Theising Wagner Wigger


    Grüße vom Nichtraucher

    Edited 2 times, last by guinness ().

  • Hallo Kathy,Hallo guinness,Hallo Rossi,Hallo Maternus,
    (ich hoffe ihr seid nicht böse das ich ein Sammel Danke Post schreibe)


    :D vielen Dank für eure Antworten.


    Bis gestern verband ich den "Cigarrenmacher" hauptsächlich mit Kuba. :D


    Außerdem dachte ich, das der Beruf des Cigarrenmacher bei uns halt was besonderers wäre,bei genauen hinsehen stolpert man aber geradezu an jeder Ecke über einen.Das wird wohl ein Thema sein,welches mich noch einige Zeit beschäftigen wird.


    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag


    Astrid

  • Hallo Astrid


    nicht grad in deiner direkten Umgebung aber in Wanne-Eickel gab es bis in die 50ziger Jahre auf einem Hinterhof der Hauptstr,etwa Mittezwischen christus-Kirche und Wilhelmstr. ,einen kleinen Betrieb der ausschließließ


    Zigarren herstellte.



    In wie weit das Produkt über die Sdtgrenze hinaus bekannt war,oder vielleicht nur aus der Not der Nachkriegszeit geboren, als "Gartenknaster" im Ort bekannt war kann ich nicht sagen.Viele Raucher die ein stückchen Land,manchmal reichten ihnen so 100 X 50 cm ,hatten,bauten Tabakpflanzen an.Dieser Mann könnte es vielleicht gewerblich gemacht haben.


    Gruß Christian1001


    .

  • Mal ein Thema wie für mich gemacht! :P


    Hier bei uns in Oswestfalen war eines der Zentren der Tabakindustrie vor und nach der Jahrhundertwende 19./20.
    Viele kleine Bauern, Heuerlinge und kleine Handwerker, ganz zu schweigen von den meisten Frauen, verdienten sich in Heimarbeit mit Zigarrendrehen etwas dazu. In den Heimatmuseen in meiner Gegend steht in so gut wie jedem eine Drehbank mit Pressformen. Unser Dorf hatte zur Blütezeit gleich mehrere "Zigarrenbuden", regelrechte Manufakturen mit einigen Dutzend Arbeitern. Ich behaupte so gut wie jede Frau aus der bäuerlichen Gesellschaft hat zummindest vor dem 1. WK (aber auch noch lange danach) mindestens das Zigarrendrehen gelernt. (Meine Oma hat es zB noch selbst gemacht! Jahrgang 1923)
    Ich weiß nicht genau wie es heute ist, aber Jahrzehntelang war das Hauptzollamt für Tabakimporte in Bünde/Westf. und viele erfolgreiche Fabrikbesitzer haben sich ihre Villen in den umliegenden Städten (Löhne, Herford) gebaut.


    Ich weiß nicht wo du wohnst, aber wenn du dich schon damit beschäftigst lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch im Zigarrenmuseum in Bünde.
    http://www.museum-buende.de/


    Beste Grüße,


    Salich

  • Hallo,


    hier in Mannheim, in verschiedenen Vororten, wird schon seit Jahren Tabak angebaut. Die Zigarren wurden, bis vor dem Zweiten Weltkrieg, in meinem Ort in einem Hinterhof gedreht. Da gab es eine kleine Zigarrenfabrik. Ich glaub aber nicht, das man den Beruf hier erlernt hat. Es waren meistens Bauersfrauen und Kinder die dort gearbeitet haben. Bei uns im Hematmuseum sind auch verschiedene Bilder und auch Handwerkszeug ausgestellt.


    Gruss Gertrud

    Forschungsgebiete:


    Lengenrieden, Bettenhausen/Thüringen, Geba/Thüringen, Diedorf/Thüringen, Stuttgart