Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillon 25

  • Hallo,


    habe heute morgen die Sterbeurkunde meines Ur-Urgroßvaters Michael Rozowski vom Standesamt Oberhausen geschickt bekommen.
    Darin steht, dass er am 22.06.1915, als Wehrmann der 4.Kompanie Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillon 25, vor Regnieville verstorben sei.


    Wer hat ein paar Infos zu der Einheit: Aufstellung, Unterstellung,Einsätze usw.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!


    Peggy

    Alles zerfällt zu Nichts, wird alt und stirbt und findet sein Ende.
    Menschen sterben, Eisen rostet, Holz verfault, Türme stürzen ein, Mauern zerbröckeln, Rosen verwelken.
    Auch Namen haben keinen Bestand über das Grab hinaus. Es sei denn, sie scheinen in den Büchern eines Gelehrten.
    Es ist die Feder, die den Menschen Unsterblichkeit verleiht.

    Master Wace - Roman de Rou


    http://www.ahnenforschung-sachsen-anhalt.de

  • Hallo Peggy,


    mit der Angabe zu dieser Einheit stimmt etwas nicht. Die Bezeichnung sagt mir, daß es sich hierbei um die 4. Kompanie des Landwehr-Ersatzbataillons 25 gehandelt hatte. Die Ersatzbataillone haben die Aufgabe den personellen Ersatz und deren Ausbildung für eine ganz bestimmte Einheit oder Verband zu stellen, in diesem Fall die Landwehrbrigade 25. Diese Einheiten nahmen jedoch nicht an den Kampfhandlungen der Frontregimenter teil.


    Ich vermute, daß der Altgroßvater zur 4./Landwehr-Ersatzbataillon 25 eingezogen wurde und dann nach seiner Versetzung zu einem Fronttruppenteil bei Regnieville gefallen war. Leider konnte ich bisher keine Angaben zu einer Landwehr-Brigade 25 finden.


    Jedoch habe ich ein passendes Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 25 gefunden, welches zur nachstehenden Kommandostruktur gehörte:


    VII. Armeekorps/Koblenz
    15. Infanterie-Division/Köln
    29. Infanterie-Brigade/Aachen
    Landwehr-Infanterie-Regiment 25


    Die 15. Infanterie-Division war zum fraglichen Zeitpunkt an der Schlacht bei La Bassée und Arras beteiligt. Man könnte hier einmal klären, ob auch Regnieville in diesem Raum liegt. Für diese Option würde auch der Einzugsbereich der 15. Inf.-Div. zu Oberhausen sprechen.


    Nachstehend der Link zur Chronik der 15. Inf.-Div. zum fraglichen Datum:


    http://www.1914-18.info/erster…anterie-Division&start=40


    Sollten dazu noch Fragen auftauchen und in diesem Forum nicht durch andere Teilnehmer geklärt werden können, bitte ich um etwas Geduld, da ich in der kommenden Woche unterwegs bin. :zz:



    Gruß
    Reinhard
    :computer:

  • Hallo Reinhard,


    also seine erste Einheit war das 1.Lothringische Infanterie-Regiment 130. Diese Info habe ich von einer gravierten Kaffeetasse, die er seiner Ehefrau geschenkt hat, kurz bevor er in den Krieg zog.


    Leider gibt es über ihn sonst keine Unterlagen!


    Auf der Sterbeurkunde steht:
    27.07.1915: Die 4.Kompanie Landwehr Brigade Ersatz-Bataillon Nr.25 hat mitgeteilt, dass der Wehrmann dieser Kompanie, Monteur Michael Rozowski, vor Regnieville am 22.Juni 1915 verstorben sei.


    Auf der Seite des Volksbund habe ich ihn gefunden- beerdigt auf dem Friedhof Thiaucourt-Regnieville. Will jetzt dort mal nachfragen, ob dort vielleicht mehr Infos vorliegen.


    Viele Grüße


    Peggy

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  • Hallo Reinhard,


    habe das hier gefunden:
    http://www.1914-18.info/erster…16&e=6805&s=landwehr#goto


    Könnte das passen?


    Viele Grüße


    Peggy

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  • Hallo Peggy,


    zunächst einmal zum besagten Regiment 130, welches in Metz stationiert war.


    XVI. Armeekorps/Metz
    33. Infanterie-Division/Metz
    66. Infanterie-Brigade/Metz
    1. Lothringer Inf.-Regiment Nr. 130



    Die im Link aufgeführte 25. Landwehr-Brigade würde genau passen. Ich weiß nur nicht, wo diese Einheiten ihre Heimatstandorte hatten. Jedenfalls wäre dann der Altgroßvater für eines der beiden Landwehr-Infanterie-Regimenter 13 oder 16 vorgesehen gewesen.

    2. Armee
    14. Reserve-Division
    25. Landwehrbrigade
    Landwehr-Regimenter 13 und 16


    Mir ist auch noch nicht so recht klar, wo hier die Verbindung Metz-Oberhausen und der 33. Inf.-Division und der 14. Reserve-Division liegen. Es wäre auch vorstellbar, daß der Altgroßvater seinen eigentlichen Wehrdienst schon vor dem Krieg beim Regiment 130 abgeleistet hatte und im Krieg über das Ersatzbataillon zur Landwehrbrigade 25 erneut eingezogen wurde. Man könnte sich auch noch etwas intensiver mit den Ereignissen rund um die Maashöhen beschäftigen und klären, welche Verbände hier zum fraglichen Zeitpunkt konkret zum Einsatz kamen.


    Viel Spaß und Erfolg
    Reinhard
    :computer:

  • Hallo Peggy


    Thiaucourt-Regniéville liegt zwischen Metz (Nord) und Nancy (Süd), zwischen Mosel (Ost) und Maas (West). Nächste grössere Ortschaft ist Pont-à-Mousson an der Mosel. In Thiaucourt-Regniéville gibt es einen deutschen und einen amerikanischen Soldatenfriedhof.


    Den deutschen Heeresbericht vom 22. Juni 1915 kannst du hier nachlesen:
    http://www.stahlgewitter.com/15_06_22.htm

  • Hallo Svenja, Hallo Joachim,


    vielen Dank für die Hinweise. Irgendwie passt das ganze ja nicht zusammen?!


    Die 25 Landwehr-Brigade kämpfte im Juni 1915 bei Arras, mein Ur-Urgroßvater starb aber bei Regnieville und das scheint mir doch ein bißchen zu weit entfernt, oder?


    Viele Grüße


    Peggy

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  • Hallo Peggy,


    zum einen ist nicht gesagt, daß die v o l l s t ä n d i g e 25. Landwehr-Brigade im Juni 1915 im Raum Arras eingesetzt war, Teile der Brigade mögen deshalb in anderen Abschnitten eingesetzt gewesen sein. Zum anderen mag der Wehrmann „vor“ Regniéville – in einem Lazarett - an seinen in einem Gefecht (wo?) erhaltenen Verwundungen gestorben sein. Auffällig ist vor allem, daß er – lt. Sterbeurkunde – nicht „gefallen“, sondern „verstorben“ ist.


    Der O r t, wo der Wehrmann verstorben ist, läßt sich jedoch zweifelsfrei bestimmen, und dies allein dürfte aus genealogischer Sicht von Belang sein.


    Freundliche Grüße vom Rhein

  • Hallo Joachim,


    mir ist ein Fehler unterlaufen. Die Einheit kämpfte von Sep. 1914 und Okt.1915 im Gebiet an der Aisne. Das würde dann eher passen.


    Quote

    Original von Joachim v. Roy
    Auffällig ist vor allem, daß er – lt. Sterbeurkunde – nicht „gefallen“, sondern „verstorben“ ist.


    Die Sterbeurkunde ist ja vorgedruckt und dort steht "verstorben sei". Vielleicht steht deswegen nicht "gefallen".


    Das Krankenbuchlager in Berlin hat doch die vollständigen Verlustlisten des 1.Weltkriegs, oder?
    Dort könnte ich doch auch nochmal anfragen.


    Viele Grüße


    Peggy

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  • Hallo Peggy,


    den Einwand von Joachim finde ich gar nicht so schlecht. Sicherlich kann hier der Vordruck zum Vermerk <verstorben> geführt haben, dennoch besteht in solchen Fällen auch immer die Möglichkeit, daß der Altgroßvater in einem Lazarett an den Folgen einer Verwundung oder Erkrankung verstorben war. Diese Option könnte auch den Hinweis zum Ersatzbataillon erklären. Ich würde da auch einmal im Krankenbuchlager anfragen.


    Gruß
    Reinhard
    :computer:

  • Hallo Reinhard,


    das kann natürlich sein, leider war eine Anfrage beim Krankenbuchlager negativ.
    Jetzt frage ich mich, ob ich vielleicht mehr Informationen aus der Verlustliste bekommen könnte, dort müsste er ja verzeichnet sein, oder?


    Viele Grüße


    Peggy

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  • Hallo Zusammen,


    heute habe ich von einer Verwandten eine Feldpostkarte v. Michael Rozowski bekommen. Diese wurde im April 1915 geschrieben- allerdings ohne Stempel und Einheitsangabe. Er schreibt, dass er im Priesterwald sei. Wo und was ist denn dieder Priesterwald und passt das zu Landwehr-Brigade-Ers-Btl. 25, wo er ja nur 2 Monate später verstarb?


    Viele Grüße
    Peggy

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