3. Cavallerie-Regiment Preußen ab 1761

  • Hallo Gleichgesinnte.....


    kann mir jemand sagen, welchen Weg ich einschlagen muss, um an Information über einen Angehörigen der.... ich zitiere "Leib-Compagnie des hochlöblichen von Bremerschen 3. Cavallerie Regiment A" zu kommen?


    Die Person um die es geht war im 18. Jahrdt. Reuter in dem o. g. Regiment, das ab 1761 unter der Leitung des General Alexander von Bremer (Jung Bremer) stand. 1775 wurde das Rgt. mit dem 3. Cavallerie Regiment B (unter von Hodenberg) kombiniert.


    Garnisonen werden ab 1750 Ritterhude, das Land Wursten, Bederkesa, Blumenthal, Viehland, Hagen genannt.
    Ab 1774 Stab und Leib-Kompanie in Stade, Offiziere in Neuhaus und Belum. 1777 Stabsquartier in Stade, Ämter Neuhaus, Himmelpforten, Bremervörde.


    Gibt es aus jener Zeit noch Personallisten, Musterungslisten oder sonstige Unterlagen aus denen man Auskünfte über Angehörige der preußischen Armee schöpfen kann?


    Ich hoffe auf eure Hilfe....
    Gruß Udo

    Wer wissen will wer man ist, muß wissen woher man kommt.

  • Waren die genannten Orte um diese Zeit tatsächlich preußisch?
    Ich tippe eher auf Braunschweig - Lüneburg, bzw. - Calenberg (späteres Königreich Hannover)
    Gruß Krüll

  • Hallo Udo,


    die freie Hansestadt Bremen unterhielt im fraglichen Zeitraum eigenständige Truppen. Die damaligen Länder waren völlig souverän und führten somit auch die Rekrutierung nach eigenen Vorstellungen mit unterschiedlichen Listen durch. Ich würde mich einfach einmal an das Staatsarchiv in Bremen wenden und den Verbleib der Listen klären. Ich weiß jedoch, dass in verschiedenen Ländern aus dieser Zeit nur noch sehr wenige solcher Unterlagen vorhanden sind. Meist beginnen geschlossene Bestände erst mit den Kontingentslisten aus der Zeit des Deutschen Bundes.


    Anschrift:
    Staatsarchiv der freien Hansestadt Bremen
    Am Staatsarchiv 1
    28203 Bremen
    Tel.: 0421/361-6221


    Viel Spaß und Erfolg
    Reinhard
    :computer:

  • Hallo Strobel, hallo krüll,


    herzlichen Dank für eure Antwort. Ich habe mir die Adresse vom Staatsarchiv notiert und werde diese Option "im Auge behalten".


    Krüll habe ich gestern geschrieben, kann die mail aber nicht mehr finden, deshalb hier noch kurz ein Hinweis.


    Um es mal deutlich auszudrücken:


    Ich habe absolut keine Ahnung über den Verlauf der Hoheitsgebiete und welche militärischen Einheiten im 18. Jahrdt. in welchen Gebieten stationiert waren.
    Da bin ich auf Hilfe von Leuten angewiesen, die sich damit auskennen. So wie sicher Herr Krüll und viele mehr.


    Ob das von mir gesuchte Kavallerie-Regiment wirklich in preußischen Diensten stand, oder dem Königreich Hannover diente, weiß ich leider nicht.


    Daher meine Frage an die Militär-Historiker: Zu wem gehörten die Kav.-Reg., die sich zwischen 1750-1800 im Landkreis Cuxhaven rumtrieben.


    Und überhaupt...... wie stellt man sich ein Soldatenleben jener Zeit vor?
    An anderer Stelle wird die gesuchte Person als Tischler genannt.


    Wie kann man sich das vorstellen? In Kriegszeiten Soldat und während des Friedens Tischler?
    mfg
    udo

    Wer wissen will wer man ist, muß wissen woher man kommt.

    Edited once, last by Zeitreise ().

  • Hallo,


    hier ist doch nun wirklich nicht ein Regiment der Hansestadt Bremen gemeint, sondern - wie Herr Krüll bereits zutreffend ausführte - ein solches des Fürstentums Braunschweig-Lüneburg (bzw. des Königreichs Hannover), dessen Chef ein General v. Bremer war.


    Die norddeutsche Adelsfamilie v. Bremer stellte der Armee des Fürstentums Braunschweig-Lüneburg mehrere hohe Offiziere.


    Freundliche Grüße vom Rhein

  • Aha, da kommt man der Sache schon näher und immer wieder die gleichen, die einen hilfreich mit Tat und Rat zur Seite stehen.
    DANKESCHÖN!!!!!


    Eines würde ich aber gerne noch in Erfahrung bringen.


    In welchen Archiv könnte eine Anfrage bezüglich des 3. Kav.-Reg. erfolgversprechend sein?


    mfg udo

    Wer wissen will wer man ist, muß wissen woher man kommt.

  • Hallo


    Nun denn, weiß zwar nicht, was man da sucht, aber ein paar Kleinigkeiten hätte ich noch....


    Das Hannoversche Kavallerieregiment No. 3A wurde 1675 vom Bm Osnabrück aufgestellt und 1680 in Hannoversche Dienste übernommen. Die Chefs des Rgt. ab 1740 - 1791 waren:
    Obr. F.F. von Wrede: 1745 Brigadier, 1747 Generalmajor + 1754
    1754 Obr. I.F. Röscher, ging mit G.M Char in Pensione, erhält aber 1773 das Ratzeburger Garnisonregiment.
    1757 Obr. E. Ph von Grothaus, 1759 Generalmajor, 1761 in Pension mit G.M. Charakter.
    1761 Obr. A. von Bremer, 1775 G.M. 1777 Generalleutnant.
    1763 wurde dies Truppe mit dem Rgt. 3B vereinigt. Der hier erwähnte E.W. von Hodenberg erhielt die Truppe als Obrist 1757, wurde 1759 Generalmajor und 1761 G.L. + 1775
    Ab 1775 wurde also v. Bremer Chef der gesamten Truppe.
    Das Stabsquartier war 1791 in Stade. die Truppe war schon recht angesehen und wurde u.A. bei Minden 1759 und Warburg 1760 eingesetzt.
    Die Uniform war bis 1766 weiß mit grünen Aufschlägen, ohne Rabatten. Ab 1766 wurde der Rock Blau mit gelben Aufschlägen und ab 1768 weißen Schößen. Die kann man im "Großen Generalstab" unter dem Punkt "Sturm Zigarettenbilder" 1756 - 1763 sehen.


    Der Mann war bestimmt ein "Urlauber". Dabei handelt es sich um einen Soldaten, der meinst nur in den Wintermonaten zum Dienst einrückte und sonst ohne Sold den Zivílberuf ausübte. Die Kavallerie des Kurfürstentums war ein gesuchter Arbeitgeber.

  • Wooowww....... das ist ja mehr an Info, als ich erhofft habe!!!!


    Danke für die detailreichen Hintergrundinformationen.


    mfg udo

    Wer wissen will wer man ist, muß wissen woher man kommt.

  • Hallo,
    Schlumpf schrieb:


    >Der Mann war bestimmt ein "Urlauber". Dabei handelt es sich um einen Soldaten, der meinst nur in den Wintermonaten zum Dienst einrückte und sonst ohne Sold den Zivílberuf ausübte. Die Kavallerie des Kurfürstentums war ein gesuchter Arbeitgeber. <


    Mittlerweile habe ich in der Lektüre "die Theilnahme hannoverscher Truppen an Kämpfen des 17. und 18. Jahrhunderts" gestöbert und gelesen, dass die Truppen bei nahender Winterszeit sich in Winterquatiere zurückzogen.


    War es denn bei den sogenannten "Urlauber" nicht eher umgekehrt wie Schlumpf schreibt?


    Ich meine, dass ein Soldat während der Sommermonate seinen Dienst bei der Armee leistete und im Winter zuhause blieb.


    Irre ich mich da?


    mfg udo

    Wer wissen will wer man ist, muß wissen woher man kommt.

  • Tach


    Na, da sind Sie aber einigen Vorurteilen aufgesessen.......


    Die Hannoversche Armee bestand im Jahre 1757 aus etwa 29000 Mann. Gegen Ende des Krieges waren über 44000 Mann in den Stammlisten. Ein Infanterist kostete damals 2 1/2 Reichstaler an Sold und um die 15 an Montur im Jahr. Ein Reiter kostete damals bedeutend mehr Geld.
    Die Soldaten dienten hier größtenteils freiwillig und unter sehr guten Verhältnissen auch recht gern. Besonders bei der Cavallarie war dem so: Das Land exportierte die Pferde nach ganz Europa. So ein Regiment hatte nicht für jeden Reiter ein Pferd. Es gab also gerade in Kriegszeiten mehr Reiter als Berittene. Die zu hohen Kosten für die Pferdehaltung waren da ein gravierender Aspekt. Was soll der Soldat in Friedenszeiten machen? Im Frieden ist das stehende Heer ein Kostenfaktor, den es zu bremsen galt.
    Daher war auch hier der Kostenpunkt der entscheidende. Auch für die Cavallarie nahm man gerne reiche Bauernsöhne, die sich über das Jahr ein Pferd in den Stall stellen konnten. Meist in den Wintermonaten, wenn nämlich zu Hause weniger Arbeit anfiel, rückten diese Leute ein. Die Exerzierten in der Garnison, bekamen ihren Sold und wurden dann wieder nach Hause beurlaubt. Selbst ausländischen Söldnern ging das oft nicht anders. Nach der Exerzierperiode ca im März mußten sich die Leute ihren Lebensunterhalt selber verdienen.



    Ansonsten
    http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Armee


    besonders der Punkt Armee und Gesellschaft 1644 - 1807