Kolonisten aus der Pfalz nach Brandenburg

  • Hallo,


    weiß jemand ob es Listen gibt von Abwanderer nach Brandenburg um 1750.
    Ich fand einen Johann Georg CHRISTIAN der 1749 in Bebersee/Barnim/Land Brandenburg als Pfälzer bezeichnet wird. Er ist dort gestorben im Jahre 1781. Aus der Erechnung ergibt sich ein Geburtsjahr von 1709.


    MfG
    Peter Woddow

  • Hallo Woddy,


    weiss du, ob die gesuchten "Hugenotten" waren?


    Diese waren nämlich Ende des 17. Jahrhunderts in der Pfalz verfolgt;
    Viele flohen nach Preussen.
    Die Ankunft der Hugenotten in Preussen begann im Jahre 1683. Der brandenburgische Kurfürst hatte hohe Achtung vor Ihnen und erliess im Jahre 1685 das Edit von Potsdam, welches die verfolgten Hugenotten in Preussen willkommen hiess. Fünfzehntausend kamen der Einladung nach und leisteten einen enormen Beitrag zur Wirtschaft und zur Bildung.
    In Berlin gibt es ein Hugenotten-Museum am Französichen Dom am nördlichen Ende des Gendarmenmarktes. Dies war einst die Hauptkirche der französischen Hugenotten, welches sich im späten 17. Jahrhundert in Berlin niedergelassen hatten. Die Cathedrale wurde von 1701 bis 1705 erbaut, als Vorbild diente die Hauptkirche der Hugenotten in Charenton, Frankreich, welche 1688 zerstört worden war. Seit 1935 befindet sich das Hugenotten Museum darin. Es forscht nach der Geschichte dieser französischen Protestanten in Fankreich und in Berlin-Brandenburg vom 17. bis zum 20. Jahrhundert.


    Vielleicht findest du da näähere Infos.


    Gruss


    Manfred Lewalter

  • Die Verfolgung der HUGENOTTEN begann in Frankreich mit König Heinrich II. [er regierte von 1547 bis 1559]. Hauptantriebskraft war jedoch nicht der König selbst, sondern seine Gemahlin Katharina aus dem italienischen Hause Medici. Als diese am 24. August 1572 ihre Tochter mit dem französischen König Heinrich (IV.) aus dem Hause Navarra vermählte, benutzte sie die Anwesenheit zahlreicher HUGENOTTEN in Paris, um deren Führer, den Admiral Gaspard de Coligny, und seine Anhänger zu ermorden [dies geschah in der „Bartholomäusnacht“, auch „Pariser Bluthochzeit“ genannt]. Tausende von Hugenotten wurden in Paris und in den Provinzen umgebracht; wie vielen von ihnen die Flucht in die Niederlande bzw. nach England gelang, läßt sich nicht bestimmen. - Am 30. April 1598 gewährte der kluge und menschliche König Heinrich IV. durch das sogenannte EDIKT VON NANTES - gegen alle Widerstände - den Hugenotten Religionsfreiheit.


    König Ludwig XIV. [er regierte von 1643 bis 1715] hob das Edikt von Nantes am 18. Oktober 1685 auf: die Ausübung des reformierten Bekenntnisses wurde in Frankreich verboten, die reformierten Geistlichen wurden ausgewiesen, die Auswanderung der reformierten Laien aber mit Galeerenstrafe bedroht. Gleichwohl flohen mehrere hunderttausend HUGENOTTEN in die Niederlande, nach England und nach Brandenburg.

  • hallo,


    es handelt sich nicht um Hugenotten.
    Über Hugenotten habe ich einiges von der Uckermark.



    MfG
    Peter woddow

  • Guten Tag, Peter,


    es liegt die Vermutung nahe, dass sich überwiegend Pfälzer in Pfalzheim, nordöstlich von Rägelin im Altkreis Ruppin gelegen, ansiedelten. Gibt es zu dieser Annahme einen Beleg?


    Gruß, Willi

  • Hallo Willi,


    richtig, in Pfalzheim wurden Pfälzer angesiedelt. Suchst du was bestimmtes?
    Es gibt ein Buch von Gebhardt. Auch kann man in Kaiserslautern in einem Archiv Auskunft. Ich hatte vor ein paar Jahren mal eine Anfrage gestellt.
    Es ging auch um einen Auswanderer nach Brandenburg in den barnim.


    Gruß
    Peter

  • Wirtsliste Pfalzheim sind genannt:
    Heinrich Henn(Heine, Höhne)
    Jacob Wahl
    Val. Müller
    Heinrich Scheerer
    Jac. Klein
    Wendel Rinner (Renner)
    Val. barth (Barbe)
    Jacob Reich.


    Gruß
    Peter

  • Hallo Peter,


    hier eine Buchempfehlung:


    Matthias Asche " Neusiedler im verheerten land ca. 70-90€


    daraus:


    1660 Bebersee: Ansiedlung Zaunsetzer


    1723 Bebersee Zaunsetzerstelle im Reiersdorfer Forstrevier


    1747/1748 Bebersee entstand eine neue pfälzer Kolonie.


    Als Quelle vom Asche: Werwach: Pfälzerkolonien erschienen 1923, Gebhard: Friederizianische Pfälzerkolonien erschienen 1939 mit Ansiedlungspatenten, Kolonistenlisten und Karten....


    im Ascher steht noch zu Bebersee: 1749 Vohrwerk (ehemals Zaunsetzerstelle an Großen Wildzaun im Reiersdorfer Forstrevier an der großen Werbeliner Heide) )


    Pfälzerkolonie: 4 Bauern,


    leider keine Namen


    Grüße


    Thomas

  • Hallo thomas und Ulrich,


    danke für die Hinweise, mir inzwischen alles bekannt.
    Die zaunsetzerstelle war mit einen Vorfahren meiner Frau besetzt, der dann setzscgule wurde als die Pfälzer kamen.


    Peter