Wertpapiere um 1850

  • Hallo zusammen,


    ich bin beim Lesen einer Ansässigkeitsmachung von 1855 auf einen Wortlaut gestoßen, bei dem ich mich frage, ob ich
    a) ihn richtig gelesen habe bzw.
    b) ob es "Jungscheine" bereits zu dieser Zeit gab


    "...Adam Jud übergibt zur Begründung jezigen Gesuchs
    1) seingelerts in Jungschein
    2) Jungschein seiner Anverlobten ..."


    Im Internet bin ich bei der Bedeutung des Wortes Jungschein auf folgendes gestoßen:


    Bezeichnung für die unwiderrufliche Erklärung einer Aktiengesellschaft oder einer Anleiheemittentin gegenüber einer Wertpapiersammelbank, dieser die jungen Aktien oder neuen Anleihestücke unmittelbar nach ihrer Drucklegung auszuliefern. Damit eröffnet der Jungschein die Möglichkeit, auch noch nicht gelieferte Wertpapiere vor ihrer effektiven Lieferung bereits zu buchen. (http://www.wirtschaftslexikon2…jungschein/jungschein.htm)


    Jetzt frage ich mich, ob es solche Wertpapiere bereits zu dieser Zeit mit ähnlicher Bedeutung schon gab?
    Von einem Mitarbeiter in einem Archiv habe ich erfahren, dass in solchen Ansässigkeitsmachungen Wertsachen auch eine Rolle spielten, wenn die Person in der Stadt leben wollte.


    Bin mal auf eure Meinung gespannt.
    Leider habe ich keinen Scanner, sonst hätte ich euch diese Seite einmal eingescannt... :wacko:

    Schwerpunkte sind im Moment: Jud (Rheinland-Pfalz), Schönfeldt (Molstow Kreis Regenwalde), Moll (Mecklenburg-Vorpommern), Gado (Kreis Aschaffenburg/Miltenberg von 1600-1800)

  • Hallo,


    das Gesetz über die Gewerbefreiheit und Ansässigkeitsmachung wurde 1825 erlassen. In der Konsequenz erschwerte es die Heiratsmöglichkeiten und Ansässigkeitsmachung der unteren Schichten.


    Der Begriff "Jungschein" ist mir noch nicht untergekommen, aber ich denke, die Brautleute legten die Jungscheine als Nachweispapiere dafür vor, dass sie noch Junggeselle und Jungfrau waren, also vorher anderweitig nicht verheiratet gewesen sind.


    Gruß
    Detlef

  • Hallo Detlef,


    vielen Dank für deine Antwort. :thumbsup:
    Daran habe ich noch gar nicht gedacht, das es auch ein Beweis für Jungfräulichkeit gewesen sein könnte.
    Das würde auch passen, da er einen Antrag auf Verehlichung gestellt hat.


    Was es damals alles gegeben hat :D

    Schwerpunkte sind im Moment: Jud (Rheinland-Pfalz), Schönfeldt (Molstow Kreis Regenwalde), Moll (Mecklenburg-Vorpommern), Gado (Kreis Aschaffenburg/Miltenberg von 1600-1800)

  • Hallo,


    "Jungfrau" ist natürlich nicht im biologischen Sinne zu verstehen gewesen, sondern beschreibt den Status einer bisher Unverheirateten.


    Gruß
    Detlef

  • Ja, so meinte ich das auch.... :D
    hab mich leider etwas falsch ausgedrückt :wacko:

    Schwerpunkte sind im Moment: Jud (Rheinland-Pfalz), Schönfeldt (Molstow Kreis Regenwalde), Moll (Mecklenburg-Vorpommern), Gado (Kreis Aschaffenburg/Miltenberg von 1600-1800)