• Hallo!



    Ich habe in den Hamburger Passagierlisten einen vermutlichen Bruder meines 3.Urgroßvaters gefunden.


    Er kommt im Oktober 1872 mit der "Allemania" in NY an und ich finde ihn bei Castlegarden.


    In der Hamburger Passagierliste steht ist im Internet leider nur ein Vorname und sein Alter.


    Der Vorname und das Alter würden passen. Mich würden aber alle eventuell genannten Vornamen und das genaue Geburtsdatum interessieren.


    Wie komme ich das weiter?


    Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit Castlegarden gemacht?



    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Hallo Gordon,


    also ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass alle Daten, die sie haben, auch online angezeigt werden. Wenn man sich bei ellisisland.org die Originalmanifeste von Schiffen anschaut, dann steht da ja auch nicht mehr drin.
    Aber frag doch einfach mal bei der Info-E-Mail-Adresse von Castlegarden an: info@castlegarden.org
    Die können dir bestimmt genaueres sagen.


    Viele Grüße,
    Anke

  • Hallo Anke,
    gerade was die Seite castlegarden.org angeht, haben sie dort noch lange nicht alle Daten online, die sie haben.
    Die Originallisten liegen im Nationalarchiv der vereinigten Staaten in Washington (NARA; http://www.archives.gov) und sind noch lange nicht alle digitalisiert.
    Abzüge der Mikrofilme kann man dort postalisch bestellen, man fertigt dort auch Kopien der Mikrofilme an und verkauft sie.
    Ein Film kostete vor ca. 2-3 Jahren noch rund 60$, ich weiss nicht, was es heute kostet.


    zu den Informationen:
    ich besitze zwei Abzüge von Passagierlisten und habe einige andere gesehen und kann anhand dessen nur sagen, dass weder alle Vornamen der Person draufstehen - falls die Person als Begleitperson gereist ist sogar nichtmal der Vorname - noch unbedingt der genaue Herkunftsort noch das Geburtsdatum.
    Es steht drin, welchen Beruf die Person hatte, die Herkunft, Geschlecht und das genaue Alter (Jahre/Tage/Monate), woraus sich allerdings das Geburtsdatum errechnen lässt, manchmal auch Größe, Haar- und Augenfarbe.
    Wesentlich ergiebiger sind i.d.R. die Naturalization Records (gibt's auch in Washington).


    Rossi

  • Hallo Ihr Zwei!


    Danke für Eure Antworten!


    @ Rossi:


    Quote

    Naturalization Records


    Was ist das bzw. was finde ich darin? Ist das die Einbürgerung?



    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Guten Morgen Herr Mahnke,


    ich forsche seit langem in den Vereinigten Staaten nach mehreren Familienmitgliedern, die zwischen 1805 und 1880 auswanderten (teilweise auch wieder zurückkehrten). Nicht einer von ihnen ließ sich in den Staaten 'einbürgern'. Der bedeutendste von ihnen (+ 1920) behielt bis in sein hohes Alter hinein die deutsche Staatsbürgerschaft (seine Frau und Kinder hingegen waren durch Geburt echte Amerikaner). Die meisten Familienangehörigen lebten in den USA als - deutsche - Plantagenbesitzer, Farmer, Unternehmer usw., sie gehörten deutschen Klubs (Gesang- und Turnvereinen) an und waren Freimaurer. Da sie keine öffentlichen Ämter bekleideten, brauchten sie sich auch nicht einbürgern zu lassen.


    Längst nicht alle Familienmitglieder fand ich in den Passagierlisten, andere wiederum, die wiederholt ihre Angehörigen in Europa besuchten, erschienen auch wiederholt in den von den Reedereien erstellten Passagierlisten (das Original erhielt der Kapitän, der es in den USA den Einwanderungsbehörden abgab, das Doppel blieb in Deutschland).


    Das Finden der US-Einbürgerungsverzeichnisse ist mehr als schwierig. Von Pennsylvania z.B. weiß ich, daß diese Verzeichnisse bei mehreren Gerichten (auf Bundes-, Staats- und Stadtebene) liegen können (falls sich die gesuchte Person überhaupt einbürgern ließ).


    Herzlichen Gruß
    Ihr v. Roy

  • Guten Tag Herr v. Roy!


    Vielen Dank für Ihre Ausführungen!


    Wahrscheinlich ist es wohl für mich am einfachsten zunächst im Landeshauptarchiv Schwerin zu suchen. Mit etwas Glück hat er ja einen Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft gestellt und dieser Antrag ist mit etwas Glück auch archiviert.




    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Hallo Gordon,
    um die Ausführungen Herrn v.Roys zu ergänzen:
    Die Naturalisation fand im Grunde in zwei Schritten statt:
    nach einer Aufenthaltsdauer von zwei Jahren konnte der Einbürgerungswillige eine Absichtserklärung (declaration of intent) entweder an einem Bundesgerichtshof oder Bezirksgericht einreichen. Diese Erklärungen sind i.d.R. wesentlich umfassender als die 3 Jahre später erfolgende Petition for naturalisation'.`
    Normalerweise findet man in der 'declaration of intent' auch Hinweise auf die Einwanderung (Datum, Schiff).
    Dieses ganze Procedere hat allerdings auch einige 'Kuhfüsse':
    - beide Anträge müssen nicht zwangsläufig am gleichen Gericht ausgestellt sein.
    - Ehefrauen und Kinder wurden 'automatisch' miteingebürgert, für diese mussten keine separaten Anträge ausgefüllt werden, diese tauchen auch meistens nicht in den Unterlagen auf. Da wirst du den Census bemühen müssen. Nebenbeibemerkt sind Kinder und Ehefrauen auch nicht zwangsläufig auf den Passagierlisten zu finden, manchmal steht dort einfach nur der Name des Familienoberhauptes +x Begleitpersonen vermerkt.
    - es gab offensichtlich auch einige Ausnahmen/Befreiungen von der Wartezeit. Wie das in diesen recht häufigen 'Sonderfällen' genau gehandhabt wurde, erschliesst sich mir nicht.
    - dann der von Herrn von Roy angesprochene Punkt: keineswegs jeder Einwanderer hat sich naturalisieren lassen.


    Weiter habe ich den Verdacht, dass dort zum Teil auch Schindluder getrieben wurde, indem Einwanderer ein falsches Einwanderungsdatum angegeben haben oder mit ihrem Alter nicht aufrichtig waren.
    Ich habe unter meinen Ahnen selbst einen Fall, der zumindest fragwürdig ist.
    Da das Thema ziemlich komplex ist, hier eine Kurzfassung:
    Besagte Person verschwand etwa 1880-86 aus Königsberg und tauchte 1888 (Naturalisation) in New York wieder auf.
    Die Person ist anhand von Photos einwandfrei zu identifizieren, eine Verwechslung sehr unwahrscheinlich.
    Geboren ist er laut des entsprechenden Kirchenbucheintrages 1864 in Königsberg.
    Laut seiner Heiratsurkunde war er jedoch im Jahre 1890 schon 28 Jahre alt, auch in den folgenden Censusblätter lässt sich sein Geburtsjahr auf 1862 errechnen.
    Laut seiner Absichtserklärung zur Einbürgerung ist er am 10.9.1884 in New York angekommen, das dort angegebene Geburtsjahr ist 1864.
    Die Passagierliste ist allerdings nicht aufzufinden.
    Angeblich aber (NARA) sollen die Passagierlisten für dieses Jahr für New York vollständig sein.
    Es ist mir völlig schleierhaft, warum diese Person ein falsches Geburtsjahr angeben sollte, und auch wenn man bei der Ahnenforschung nicht nach dem Prinzip vorgehen sollte: wer einmal schummelt... nährt das doch den Verdacht, dass er auch sein Einwanderungsdatum 'vorverlegt' hat um schneller an seine Naturalisation zu kommen.


    Was das Finden der Einbürgerungsunterlagen angeht: seit einiger Zeit bemüht man sich verstärkt, die Unterlagen in den Staatsarchiven zu zentralisieren, was die Suche doch erheblich vereinfacht.


    Rossi


  • Hallo Gordon,
    hast du schon nach den Census-Akten geschaut? Es sind mittlerweile einige Jahrgänge kostenlos über das Internet zugänglich.


    Rossi

  • Hallo Rossi!


    Wo kann man die Census Akten denn kostenlos einsehen?


    Ich kenne nur die kostenpflichtigen Angebote von Ancestry und Co.



    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Hallo Marlies!


    Stimmt und das Ergebnis ist mit dem von Ancestry.com identisch.


    Was mir dabei gerade aufgefallen ist, um das Original Image zu sehen, wird an Ancestry.com verwiesen.


    Der äußere Auftritt von Familysearch.com ähnelt seit kurzem auch dem von Ancestry.com - allein schon das Logo oben links.


    Haben die Mormonen das Unternehmen übernommen??? ?(



    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Hallo Rossi,


    in der Neuen Welt nahm man es mit den Geburtsdaten nicht so genau: ich halte sowohl im Census als auch in den Passagierlisten Altersabweichungen von 1 bis 2 Jahren für 'normal' (jedenfalls finde ich derartige Abweichungen wiederholt bei eigenen Familienangehörigen – man sucht heute vergeblich nach Erklärungen).


    Der preußische Offizier August v. Willich, geboren in Braunsberg/Ostpreußen 1810, war schon über 50 Jahre alt, als er im amerikanischen Bürgerkrieg in die Nordstaaten-Armee eintreten wollte; um dies zu erreichen, machte er sich kurzerhand 10 Jahre! jünger. 'Papa' v. Willich brachte es noch bis zum General (siehe seinen Grabstein: http://www.ridertown.com/history/howe.html ). Mein jugendlicher Verwandter Friedrich v.Roy wiederum machte sich älter, um im 3. Texas Kavallerie Regiment für die Südstaaten kämpfen zu können. So waren halt die Zeiten.


    MfG

    Edited once, last by Joachim v. Roy ().

  • Hallo Herr Mahnke,


    soweit ich zu erkennen vermag, ist der US-Census von 1880 der einzige, den jedermann in vollem Umfang einsehen kann. Während dieser Census bei den Mormonen frei ist, muß man sich bei der kommerziellen Datenbank Ancestry.com mit seiner eMail-Adresse einloggen.


    Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Mormonen mit der geschäftstüchtigen Firma 'Ancestry.com' zusammengehen.


    MfG

  • Quote

    Original von Joachim v. Roy
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Mormonen mit der geschäftstüchtigen Firma 'Ancestry.com' zusammengehen.


    MfG


    Guten Abend, Herr v. Roy!


    Ich kann es mir ehrlichgesagt auch nicht vorstellen, aber eine gewisse Ähnlichkeit des Internet-Auftrittes ist, glaube ich, nicht zu leugnen.



    Gruß Gordon

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten! :rolleyes:
    * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
    Auf der Suche nach Mahnke, Dahl, Hackbusch, Lange, Pägelow, Manka

  • Das Census-Projekt des US-GenNets:
    http://www.us-census.org/
    Hier sind einige Censi der Bundesstaaten zu finden, hier muss man allerdings schon in etwa wissen wo man sucht.


    Hier ist das Census-Projekt des US-GenWebs:
    http://www.rootsweb.com/~census/
    Aber auch hier sollte man zumindest wissen, in welchem Staat zu suchen ist.


    Hier ist gerade eine Datenbank für den census 1850 im Aufbau:
    http://www.kindredkonnections.com/census.html


    Weiter gibt's noch Census-Datenbanken vieler einzelner Countys, da wäre dann auf eine der Linksammlungen im Netz verwiesen, z.B. http://www.cyndislist.com/census.htm


    Rossi.